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Cognizant-Studie: CIOs müssen ihre Rolle neu erfinden

IT-Leiter sollten sich zukünftig als digitale Strategen sehen, die gemeinsam mit der Unternehmensführung neue Technologien einführen und digitale Talente fördern. So lautet das Resultat einer Studie des IT-Dienstleisters Cognizant.

Ihre bisherige Rolle als „Kostenstelle“ beziehungsweise „Problemlösungszentrale“ müssen IT-Leiter laut Cognizant überwinden und stattdessen eine strategische Führungsrolle übernehmen, um im digitalen Wandel einen Wettbewerbsvorsprung zu erzielen: „CIOs führen künftig den Wandel von ‚digitalem Tun‘ zu ‚digitalem Sein‘ an“, erläutert Phil Dunmore, Head of Consulting bei Cognizant UK, das zentrale Ergebnis der StudieBeing Digital: How and Why CIOs in Europe Are Reinventing Themselves for a New Age. „Nur so kann das Unternehmen neue Geschäftsmodelle verwirklichen, seine betriebliche Agilität erhöhen, innovative Produkte und Services entwickeln und seinen Kunden ein persönlicheres, verbindlicheres Erlebnis bieten.“ Echte IT-Führungspersönlichkeiten sind nach Einschätzung von Cognizant gut aufgestellt, die CEOs der Zukunft zu werden. Sie würden weit über ihre Rolle als einfache ‚Hauptverantwortliche für schnelle Problemlösungen‘ hinaus wachsen. „Die Zeit ist reif für CIOs, den Sprung zu wagen und sich voll und ganz einer neuen Denkweise zu verschreiben“, macht Dunmore den IT-Leitern Mut.

Die Umfrage für die Studie hat Cognizant im März dieses Jahres durchgeführt. Bei den 289 Teilnehmern handelt es sich um CIOs sowie Personen mit vergleichbaren Führungsrollen im Bereich IT, die für Unternehmen aus der Finanz- und Versicherungsbranche, Produktion und Einzelhandel in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden tätig sind.

Digitale Strategen und Transformations-Leader

Das digitale Erlebnis reicht laut Studie weit über den Berührungspunkt mit dem Kunden hinaus und drückt sich im gesamten Auftreten und Handeln des Unternehmens aus, vom Alltagsgeschäft bis zur Unternehmenskultur. Die Rolle des CIO werde damit künftig wichtiger. Europäische CIOs sind laut Umfrage für diese Herausforderung gerüstet. Allerdings sind gegenwärtig nur etwa ein Drittel der Befragten maßgeblich an der digitalen Transformation ihres Unternehmens beteiligt. Wie die Studie fordert, müssen CIOs als digitale Strategen und Führungspersönlichkeiten agieren, um ihrer Rolle mehr Gewicht zu verleihen. 73 Prozent der befragten CIOs vertreten die Meinung, dass sie eine strategische Rolle beim digitalen Wandel übernehmen sollten; 74 Prozent sehen ihre Aufgabe darin, bei der Transformation zu führen. Zwei Drittel der Befragten waren sich ihrer zentralen Rolle bei der digitalen Transformation bewusst und stimmten der Aussage zu, dass der digitale Erfolg ihres Unternehmens davon abhängt, dass sie die immensen Potenziale des Wandels aktiv in greifbare Unternehmensergebnisse übersetzen.

Technologien der nächsten Generation verstehen und nutzen

Mit den technischen Ansätzen und IT-Infrastrukturen von gestern ließen sich die Anforderungen des digitalen Zeitalters nicht bewältigen. CIOs benötigten heutzutage eine IT-Strategie der neuen Generation: weg vom monolithischen Ansatz mit einem einzigen, großen System und hin zu agilen, adaptiven Lösungen aus modularen Komponenten, die durch offene Programmierschnittstellen Plug & Play unterstützen. Der IT-Ansatz der Zukunft umfasse leicht zu implementierende Microservices, as-a-Service-Anwendungen sowie die aktuellsten Technologien in den Bereichen Social, Mobile, Analytics, Cloud-Computing, Internet der Dinge, Bots und Maschinenlernen. Leader der digitalen Transformation müssen laut Cognizant in der Lage sein müssen, das Potenzial dieser Technologien voll auszuschöpfen, um so die Automatisierung, den Kundenkontakt, die Prognosen und die Geschäftsführung in ihren Unternehmen zu optimieren.

Unternehmensweite Partnerschaften und Zusammenarbeit

Um in ihrer Führungsrolle bei der digitalen Transformation anerkannt zu werden, sollten CIOs tragfähige Partnerschaften innerhalb des Unternehmens pflegen und sich als Berater und wichtiger Influencer beziehungsweise als „Kompetenz- und Exzellenzzentrale“ in sämtlichen digitalen Fragen positionieren. Knapp drei Viertel der Befragten nenne die Zusammenarbeit mit der Führungsriege als wichtigen Erfolgsfaktor für die digitale Zukunft des Unternehmens. Darüber hinaus müssten CIOs in weiteren Bereichen unternehmensinterne Partnerschaften aufbauen. So sollten sie unmittelbar an wichtigen digitalen Projekten beteiligt und darin eingebunden sein, um bei der Entwicklung und Vermarktung eine zentrale Rolle zu übernehmen. Dabei arbeiteten sie idealerweise mit verschiedenen Teams und Abteilungen im Unternehmen zusammen. Generell müsse der CIO die Kernprozesse und die Kultur des Unternehmens verändern, um die überholten und langwierigen IT-Investitionsprozesse durch einen agileren Ansatz zu ersetzen. 

Entwicklung digitaler Talente als zentrale Anforderung

Digitale Talente müsse der CIOs rekrutieren, fördern, weiterbilden und als Mitarbeiter ans Unternehmen binden. Der Schwerpunkt liegt dabei nicht nur auf technischen Fähigkeiten, sondern auch auf Kreativität, sozialer und unternehmerischer Kompetenz. Für mehr als zwei Drittel der Befragten hängt der Erfolg der digitalen Transformation entscheidend davon ab, dass der CIO eng mit der Personalabteilung zusammenarbeitet, um Kandidaten mit den nötigen Fähigkeiten für das Unternehmen zu gewinnen. „CIOs müssen sich darauf konzentrieren, ausgewogene Teams zu bilden.“, erläutert Dunmore. „So sollten zu den Entwicklungsteams beispielsweise Mitarbeiter mit herausragenden Fähigkeiten im Design Thinking gehören und solche, die Spezialisten für technologische Architekturen sind. Jürgen Frisch

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