SAP Anwendervereinigung fordert höhere Standardisierung

SAP-Anwendervereinigung fordert höhere Standardisierung

Mehr Standards sowie eine geringere Anzahl unterschiedlicher Technologien sollen den Betrieb und die Weiterentwicklung von SAP-Systemen vereinfachen. Die SAP-Anwendervereinigung DSAG wünscht sich daür Unterstützung aus Walldorf.

SAP-Anwender stehen laut Einschätzung der Anwendervereinigung DSAG aktuell vor der Herausforderung, die Details und Strukturen einer Vielzahl von SAP-Produkten technologisch und organisatorisch einzuordnen. Dabei wünschen sie sich mehr Unterstützung durch den Hersteller ihrer unternehmensweiten Standardsoftware, und zwar durch Standards und eine Reduzierung der verwendeten Technologien.

Standardisierte Schraube als Vorbild

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„Je weniger technologische Komponenten es gibt, desto einfacher wird es, stabile Prozesse zu gewährleisten, und die entsprechenden Lösungen zu warten“, begründet DSAG-Technologievorstand Hans-Achim Quitmann seine Forderung nach einer verstärkten Standardisierung und nach einer Reduzierung der in SAP-Applikationen verwendeten Technologien. (Quelle: DSAG)

Im SAP-Produktportfolio sei heute praktisch jede verfügbare Technologie in irgendeiner Form vertreten. Die Walldorfer hätten sich zwar die Vereinfachnung auf die Fahnen geschrieben, aber nach wie vor mache die Komplexität eine Implementierung dieser Produkte sehr aufwändig. Hans-Achim Quitmann, DSAG-Vorstand für den Bereich Technologie, fordert auf den DSAG-Technologietagen in Mannheim eine höhere Standardisierung, damit die einzelnen Komponenten besser untereinander kommunizieren: „Es ist wie mit einer Schraube. Ist sie standardisiert, lässt sie sich ohne Anpassungsaufwand schnell und einfach in genormte Bauteile eindrehen. Das erwarten wir im übertragenen Sinn auch von SAP-Lösungen.“

Neben der stärkeren Standardisierung soll laut Quitmann die Zahl der in einem System verwendeten Komponenten zurückgehen: „Je weniger technologische Komponenten es gibt, desto einfacher wird es, stabile Prozesse zu gewährleisten und die entsprechenden Lösungen zu warten.“ Beim kürzlich vorgestellten neue Flaggschiffprodukt S/4HANA hat sich die SAP eine derartige Vereinfachung auf die Fahnen geschrieben. „Das Zusammenführen von bisher getrennten Modulen bei S/4HANA ist ein Schritt in die richtige Richtung, der aber alleine nicht ausreicht“, argumentiert Quitmann. So sei beispielsweise bei den User Interfaces eine Reduktion der heute vorhandenen Technologien notwendig. „Ein möglicher Standard, der auf unterschiedlichen Betriebssystemplattformen verfügbar ist und der den Zugriff auf Applikation erlaubt, ist der  Zugriff über den  Internet-Browser.“

Hybrid-Szenarien und Business Cases

S/4HANA als Nachfolger der SAP Business Suite eignet sich laut dem DSAG-Vorstandsvorsitzenden Marco Lenck Stand heute nicht für jedes Unternehmen, sondern nur für solche, die gerade ihre Geschäftsprozesse überarbeiten. In Memory als neue Technologie wird sich laut Quitmann nicht als Big Bang durchsetzen, sondern die Unternehmen dürften eher Schritt für Schritt darin investieren. Quitman hält daher hybride Szenarien für nötig, in denen die neue und die alte Technologie parallel existieren. Um die Unternehmen beim Umstieg auf die In-Memory-Technologie zu unterstützen, fordert die DSAG darüber hinaus valide Business Cases. Bereits im vergangenen Jahr hatte Lenck in einem Interview mit dem is report beklagt, dass für das damalige SAP ERP on HANA nicht genügend passende Business Cases verfügbar sind.

Die Standardisierung soll sich laut Quitmann nicht auf SAP-Produkte beschränken, sondern auch Facetten wie etwa das Internet of Things erfassen. Damit die Unternehmen sich auf die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft vorbereiten können, sei die SAP aufgerufen, sie mit einem bedarfsgerechten Portfolio zu unterstützen. Derzeit müssten die Anwender mit großem Aufwand und hohen Kosten die technologischen Komponenten verschiedener Hersteller miteinander verknüpfen. Das gelte es zu vereinfachen: „Es ist mir ein großes Anliegen, mit der SAP dahingehend ins Gespräch zu kommen, wie sich die einzelnen Lösungen in einer grundlegenden Strategie wieder bündeln lassen.“ jf

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