ERP-Hersteller lässt Implementierungs- und Betriebskosten vergleichen

Geringere Aufwände für Implementierung, Anpassung und Betrieb: So will der Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Anbieter Abas im Vergleich zu konkurrierenden Lösungen punkten. Eine Techconsult-Studie soll das belegen.

„Die Marketingaussagen hinsichtlich Flexibilität und Release-Fähigkeit sind bei den meisten Herstellern betriebswirtschaftlicher Software gleich“, berichtet Abas-Vorstand Mario Raatz. „Wir wissen, dass bei unserer Software Aufwand und Kosten für das Implementieren, den Betrieb und die Wartung geringer ausfallen. Um das zu belegen, haben wir eine Marktstudie bei Techconsult in Auftrag gegeben.“

„Wie unsere Studie zeigt, kommen Unternehmen ab 50 Mitarbeitern beim Betrieb ihrer ERP-Lösung mit Abas kostengünstiger weg als bei Mitbewerbern“, berichtet Techconsult-Analyst Max Schulze. © Techconsult

Techconsult-Analyst Max Schulze. © Techconsult

Die Techconsult-Studie, bei der IT-Leiter und IT-Verantwortliche von 70 Unternehmen aus der Fertigungsindustrie mit einer Betriebsgröße zwischen 50 und 499 Mitarbeiter befragt wurden, vergleicht Kosten und Aufwände bei der Einführung und im Betrieb von betriebswirtschaftlicher Software. „Die ermittelten Informationen beziehen sich auf den innerhalb von Implementierungen, Anpassungen und strukturellen Änderungen entstehenden Aufwand und die damit verbundenen Kosten“, berichtet Techconsult-Analyst Max Schulze. „Die Studienergebnisse zeigen, das Unternehmen ab 50 Mitarbeitern beim Betrieb ihrer ERP-Lösung mit Abas kostengünstiger wegkommen als bei Mitbewerbern.“

Ein Referenzmaßstab von Techconsult für den Betrieb einer Lösung ist die Anzahl in Anspruch genommener Leistungstage externer IT-Dienstleister für die Administration. Bei Abas sind dies laut Studie 3,6 Tage pro Jahr. An der oberen Spitze steht SAP mit 11,8 Tagen pro Jahr, bei Microsoft Dynamics fallen 5,1 Tage jährlich an. Der Durchschnitt aller betriebswirtschaftlichen Lösungen liege bei 6,4 Tagen pro Jahr. „Aus der niedrigen Zahl der Tage externer Dienstleister schließen wir, dass Abas-Anwender ihre Lösung zum größten Teil selbst administrieren“, erläutert Schulze. Trotzdem kommen sie laut Studie mit vergleichsweise wenig IT-Personal aus: drei interne und einen externen IT-Mitarbeiter beschäftigen Abas-Anwender im Schnitt.

Customizing treibt Kosten für Implementierung und Updates hoch

„Updates betriebswirtschaftlicher Software verursachen Aufwand und Kosten“, berichtet Trovarit-Vorstand Karsten Sontow. „Wer sie allerdings auf die lange Bank schiebt, der riskiert, dass seine Lösung veraltet.“ © Trovarit

„Updates betriebswirtschaftlicher Software verursachen Aufwand und Kosten“, berichtet Trovarit-Vorstand Karsten Sontow. „Wer sie allerdings auf die lange Bank schiebt, der riskiert, dass seine Lösung veraltet.“ © Trovarit

Das Optimieren der Geschäftsprozesse stellt Karsten Sontow, Geschäftsführer des Aachener IT-Beratungshauses Trovarit, als das oberste Ziel der Unternehmen für betriebswirtschaftliche Lösungen dar. „Um bestehende Geschäftsabläufe möglichst gut abzubilden, passen viele Unternehmen die in der Software vordefinierten Prozesse an“, berichtet Sontow aus seiner Beratungspraxis. Dabei stellten sich allerdings zweierlei Probleme ein: änderten sich die Geschäftsabläufe, müssten die Anpassungen nachgeführt werden. Gleiches gelte, wenn der Software-Hersteller eine neue Version seiner Lösung anbiete. Die manuellen Anpassungen ließen sich dann häufig nur in einem geringem Umfang automatisiert übernehmen. „Versionswechsel tun den Unternehmen weh, und sie sind umso aufwändiger, je mehr die Software angepasst wurde“, erläutert Sontow. „Viele Unternehmen schieben daher die Versionswechsel hinaus. Das wiederum führt dazu, dass die eingesetzte Lösung veraltet.“ Obwohl Versionswechsel beim Betrieb einer Lösung einen erheblichen Kostenblock darstellen, haben laut Sontow die wenigsten Unternehmen dieses Thema bei der eauf der Liste ihrer Vergleichskriterien: „Beim Neukauf werden oftmals nur ausschließlich die Funktionen der Lösungen bewertet.“

Abas-Kunden passen ihre Lösung häufiger an

Abas positioniert sich beim Thema Software-Aktualisierung als kostengünstiger Anbieter: „Ein Update ist in durchschnittlich drei bis vier Tagen erledigt, und zwar inklusive der Übernahme sämtlicher Anpassungen“, erklärt Abas-Vorstand Raatz. Die vergleichsweise einfachen Upgrades hätten einen technische Hintergrund: Abas ERP stütze sich auf eine selbstentwickelte objektorientierte Datenbank, die Anwendungsschicht und die Präsentationsoberfläche, welche die Workflows beinhalte. Kundenspezifische Modifikationen verwalte Abas ERP getrennt von den Standardfunktionen in den sogenannten individuellen Oberflächen.

Änderungen in den Betriebsabläufen bilden Abas-Kunden laut der bei Techconsult beauftragten Studie häufiger als Anwender von konkurrierenden Produkten in ihrer betriebswirtschaftlichen Software ab. So haben demnach 86 Prozent der Abas-Anwender in ihrer Lösung die Geschäftsprozesse geändert. Die Anpassungen betreffen laut Studie die Gründung neuer Standorte (45 Prozent), das Abbilden des Wachstums (40 Prozent), regulatorische Standards (40 Prozent), Veränderungen der Geschäftsprozesse (34 Prozent) und Änderungen im Geschäftsmodell (21 Prozent).

Bei der Anzahl der mit der ERP-Lösung unterstützten Standorte zeigt die Techconsult-Studie Nachholbedarf für Abas auf: Implementierungen von Abas ERP unterstützen durchschnittlich 3,1 Standorte, bei  SAP sind es 4,6 und bei Microsoft Dynamics 4,2. Der Erfolg beim internationalen Einsatz einer ERP-Lösung beruht laut Techconsult-Analyst Schulze einerseits auf deren technischen Möglichkeiten und andererseits auf deren internationaler Vermarktung. Ersteres stelle für die Abas Business Suite keine Hürde dar, das das Produkt Unicode-fähig sei und 20 Sprachen unterstütze. In Sachen Marketing und besonders bei der Bekanntheit in der Fokusgruppe ab 250 Mitarbeitern liegen laut Techconsult allerdings SAP und Microsoft deutlich vor Abas.

Cloud und In Memory kommen nur langsam im Mittelstand an

Beim Trendthema Cloud-Lösungen reagieren Abas-Anwender vergleichsweise zurückhaltend, wie Abas-Vorstand Raatz auf Nachfrage erklärt: „Die Cloud bedingt eine hohe Standardisierung, Abas-Anwender hingegen wollen mehrheitlich so flexibel wie möglich sein. Außerdem haben unsere Mittelstandskunden bei Cloud ERP große Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit.“ Bei wettbewerbsunkritischen Lösungen wie Lohnabrechnung und Zollsoftware hingegen hätten Mittelständler keine Probleme mit Cloud-Lösungen. Auch beim Hosting individueller ERP-Systeme stellt Abas einen steigenden Bedarf fest.

Die einfachen Updates der Abas-Lösung beruhen wie oben dargestellt zu einem großen Teil auf der objektorientierten Datenbank. Abas-Anwender müssen mit dieser Datenbank leben und können daran auch selbst keine Änderungen vornehmen. Das wiederum bedeutet den Verzicht auf In-Memory-Konzepte, wie sie beispielsweise SAP, IBM und Oracle gerade massiv propagieren. Abas-Anwendern dürfte dieser Verzicht laut Raatz nicht sonderlich schwer fallen: „In-Memory-Lösungen treffen im Mittelstand nach unserer Beobachtung bislang auf wenig Nachfrage, denn sie sind von der Infrastruktur her bislang zu komplex und aufwändig.“ jf

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