Big Data braucht Governance

Big-Data-Projekte brauchen eine stringente Governance

Governance mindert die Risiken von Big Data, weil sie organisatorische Strukturen, Standards, Richtlinien und Prozesse definiert. Das zeigt eine Umfrage des Consulters NTT Data.

Mehr als zwei Drittel der IT-Führungskräfte hat bereits Erfahrung mit Big-Data-Projekten. Gleichzeitig fürchten viele Unternehmen Datenschutzrisiken. Das zeigt eine Umfrage zum Thema Big Data unter 37 großen und mittleren Unternehmen aus dem IT- und Automobilsektor von NTT DATA in Kooperation mit dem Digital Analytics Association e.V. Big Data Governance ist demnach als strategisches Informationsmanagement notwendig, um diese Gefahren zu vermeiden.

Chancen und Risiken von Big-Data-Analysen liegen für viele Befragte nah beieinander: Rund 33 Prozent der Umfrageteilnehmer antworteten auf die Frage, was sie unter Big Data verstehen, dass sie den Begriff mit Chancen assoziieren. Andererseits haben 47 Prozent Bedenken. Trotz dieser Skepsis haben 67 Prozent der befragten Unternehmen bereits Big-Data-Projekte umgesetzt. Schwerpunkte waren dabei Marketing, Vertrieb und Produktion.

Technik, Datenschutz und Budget als Erfolgsfaktoren

Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren für Big Data-Projekte sind der Studie zufolge das Meistern technischer Herausforderungen (22 Prozent) sowie das Einhalten der Datenschutzrichtlinien (20 Prozent) und des Budgetrahmens (18 Prozent). Ein Zusammenhang besteht laut Studie zwischen den Erfolgsaussichten der Projekte und der technologischen Integration in die bestehende Business-Intelligence-Infrastruktur: Rund 83 Prozent der Firmen, die Big Data komplett integriert haben, haben auch ihre funktionalen Ziele vollständig oder sogar über das anvisierte Maß hinaus erreicht. Zu diesen Zielen zählen beispielsweise Performance, Datenschutz, Sicherheit oder Integration in bestehende Lösungen.

Auch beim Thema Budget weisen die Ergebnisse auf eine Korrelation hin: Unternehmen, die zehn bis zwanzig Prozent ihres IT-Budgets für Big Data aufwenden, erreichen ihre Ziele in höherem Maße, als diejenigen, die weniger Geld dafür reservieren. Dies zeigt, dass ein gewisses Mindestbudget notwendig ist, um ein Big Data-Projekt erfolgreich durchzuführen. Dementsprechend landen die finanziellen Mittel auf Platz drei der Erfolgsfaktoren.

Governance bringt Struktur in Big Data

Big Data Governance-Strukturen sind eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen groß angelegter Datenanalyseprojekte. Rund 67 Prozent der Unternehmen, die über solche Strukturen verfügen, erreichen die funktionalen Ziele vollständig oder sogar über das angestrebte Maß hinaus. Von den Betrieben ohne Big Data Governance erreichen lediglich 22 Prozent gleich gute Ergebnisse.

Bei der Frage nach den Aufgaben für Big Data Governance war den Befragten am wichtigsten, dass organisatorische Strukturen, Standards, Richtlinien und Prozesse (46 Prozent) definiert werden. Auf Platz zwei steht die Definition einer Big-Data-Strategie inklusive Messkriterien (32 Prozent). Die Definition und Bereitstellung von Technologien sehen die befragten IT-Verantwortlichen mit 15 Prozent der Nennungen als untergeordnete Aufgaben an, ebenso interne Big-Data-bezogene Kommunikation (7 Prozent).

„Die Studie zeigt, dass Governance für den Erfolg von Big-Data-Projekten entscheidend ist“, erläutert Rainer Mehl, Geschäftsführer und Head of Manufacturing Consulting bei NTT DATA. „Datenrechtliche und -analytische Kompetenzen sind ebenso wichtign wie die digitale Kompetenz im Management der Unternehmen. Außerdem muss die Führungsebene über Kompetenzen im Bereich digitaler Geschäftsmodelle verfügen, um die Anforderungen und Ziele von Big-Data-Lösungen richtig einschätzen zu können.“ jf

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