Fachkräftemangel behindert die IT-Wirtschaft - is report

Fachkräftemangel behindert die IT-Wirtschaft

In der Digitalisierung werden qualifizierte IT-Fachkräfte wichtiger. Da der Personalmangel das Wachstum behindert, will die SAP-Anwendervereinigung DSAG mehr Interesse für IT wecken und bietet sich als Plattform für Spezialisten und Unternehmen an.

Rund 486.000 Stellen für Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker (MINT) waren bundesweit bis Ende April 2018 unbesetzt. Das sind 13,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere in der IT ist die Arbeitskräftelücke stark gewachsen. Das zeigt der MINT-Frühjahrsreport den das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) gemeinsam mit anderen Bundesvereinigungen erstellt hat. In den vergangenen vier Jahren hat sich der Bedarf dort mehr als verdoppelt. Die Lücke zwischen Jobangeboten und passenden Experten bremst den technologischen Fortschritt – insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen von Industrie 4.0. Im Kampf um qualifizierte Mitarbeiter und insbesondere Nachwuchskräfte fordert die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) mehr Anstrengungen.

„Unternehmen müssen das Interesse der kommenden IT-Spezialisten für die Arbeit mit Software-Lösungen wecken“, fordert DSAG-Technologievorstand Ralf Peters. „Die DSAG könne als Plattform dienen, auf der angehende IT-Spezialisten und interessierte Unternehmen zusammenfinden.“ Foto: DSAG

„Unternehmen müssen das Interesse der kommenden IT-Spezialisten für die Arbeit mit Software-Lösungen wecken“, erläutert DSAG-Technologievorstand Ralf Peters. „Bezogen auf die Arbeit mit SAP sollte in den Köpfen ankommen, dass diese Software nicht mehr die in sich geschlossene ABAP-Welt mehr darstellt, in der sich die Unternehmen ihren IT-Nachwuchs herangezogen haben.“ Seit sich SAP die Java-Welt und das Cloud-Computing erschlossen hat, sei der Konkurrenzkampf mit den großen und innovativen App-Entwicklern eröffnet. Auch SAP sei in die App-Entwicklung eingestiegen. Weg von den klassischen, meist langwierigen Entwicklungszyklen einer Lösung, und hin zur agilen Entwicklung mit kurzen Schritten und schnell realisierbaren Erfolgen. Allerdings würden nur die wenigsten der kommenden IT-Spezialisten diese Facette kennen.

Generell beklagt Peters ein deutliches Informationsdefizit. Mehr Präsenz der Unternehmen und Software-Anbieter in den Ausbildungsangeboten von Universitäten, Fachhochschulen, allgemeinbildenden Schulen und sonstigen spezialisierten Bildungsstätten könnte helfen. Diese Institutionen seien prädestiniert, dem IT-Nachwuchs das notwendige Rüstzeug mit auf den Berufsweg zu geben. „Die Vermittlung vom Wissen um die neuesten Technologien und dem Umgang mit ihnen sollte unbedingt in die Lehrpläne aufgenommen werden“, fordert Peters. „Darüber hinaus muss der Weg, an Informationen über neue Entwicklungen und die damit verbundenen beruflichen Möglichkeiten zu kommen, muss besser ausgeschildert werden. Die DSAG könne als Plattform dienen, auf der angehende IT-Spezialisten und interessierte Unternehmen zusammenfinden.“ Jürgen Frisch

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