IDC: Reifegrad der digitalen Transformation variiert - is report

IDC: Reifegrad der digitalen Transformation variiert

Deutsche Unternehmen investieren in digitale Technologien, passen ihre Prozesse an und entwickeln neue Geschäftsmodelle. Der Reifegrad der Initiativen fällt unterschiedlich aus. Das zeigt eine Studie von IDC.

Mehr als 200 Unternehmen und Organisationen in Deutschland mit mehr als 500 Mitarbeitern haben die Marktforscher von IDC im Herbst 2016 im Auftrag von Microsoft befragt. Für die die Studie IDC MaturityScape Benchmark Assessments Unternehmen zwischen Tradition und Wandel – Die digitale Transformation in Deutschland erforschten sie, wo genau Unternehmen in Deutschland bei ihrer digitalen Transformation stehen, wie weit sind sie bei der Umsetzung schon gekommen und mit welchen Hürden sie sich konfrontiert sehen.

Unternehmen überschätzen ihren Reifegrad

Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Fast zwei von drei Unternehmen in Deutschland (62 Prozent) sehen sich selbst auf Augenhöhe mit ihren Wettbewerbern und bewerten ihr eigenes Tun und Handeln positiv. „Die Ergebnisse des IDC Benchmark Assessments zeigen allerdings, dass die Unternehmen ihren Reifegrad in Summe aktuell überschätzen“, warnt Lynn-Kristin Thorenz, Associate Vice President, Research & Consulting, bei IDC. „Auch, wenn immer mehr Organisationen die Notwendigkeit der digitalen Transformation erkennen, so müssen sie jetzt handeln, um den Anschluss nicht zu verpassen.“

Jedes fünfte Unternehmen steht der Digitalisierung laut Studie als Digital Resister noch abwartend gegenüber. 64 Prozent – Digital Explorer und Digital Player – haben die Notwendigkeit zum Handeln erkannt und erste Projekte gestartet. Lediglich 16 Prozent der Unternehmen leben als Digital Transformer und Digital Disruptor die digitale Transformation und sind dadurch bereits führend im Markt.

84 Prozent stehen bei der Digitalisierung am Anfang

Während 84 Prozent der befragten Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation noch in den Startlöchern stecken und lediglich einzelne Initiativen umsetzen, sind die Digital Leader bereits dabei, digitale Technologien offensiv einzusetzen, gewinnen dadurch einen Vorsprung zum Wettbewerb und erschließen neue Märkte. „Schnelligkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor in der digitalen Welt“, heißt es in dem IDC White Paper. „Dies ist umso wichtiger, da die Unternehmen auf den oberen beiden Stufen, die Digital Transformer und Digital Disruptor, beginnen, sich vom Rest abzusetzen.“ Ein Beispiel dafür ist die Maschinenfabrik Rheinhausen: „Die Cloud wird künftig der Enabler für technologischen Fortschritt wie beispielsweise künstliche Intelligenz sein und sich zum Innovationstreiber entwickeln“, ist sich Johann Hofmann, Leiter ValueFacturing in der Maschinenfabrik Reinhausen sicher. „Eine deutsche Cloud gibt uns dabei die Chance, selbst strengen Compliance-Richtlinien zu folgen und gleichzeitig die Vorteile der Public Cloud zu nutzen.“

Der Umbau erfordert hocheffiziente IT-Systeme

Eine flexible und skalierbare Infrastruktur bildet laut IDC die Grundlage für die Verknüpfung und Automatisierung von Prozessen über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg. „Mit den häufig noch vorhandenen, gewachsenen IT-Ressourcen lässt sich die digitale Transformation der Unternehmen und Geschäftsfelder nur unbefriedigend umsetzen“, warnen die Marktforscher und raten den Unternehmen, die Modernisierung der konventionellen Systeme und Anwendungen zügig anzugehen. Hier liege großes Geschäftspotenzial brach, das mithilfe von Analytics und kognitiven Technologien erschlossen werden könne. Entscheidend dabei sei es, die für das Anwendungsszenario relevanten Daten effizient und kostengünstig zu analysieren, um geschäftsrelevante Erkenntnisse zu gewinnen.

Verantwortlichkeiten sind vielerorts unklar

Die Studie zeigt auf, dass sich zwar 84 Prozent der befragten Unternehmen mit der digitalen Transformation befassen, dass aber ausreichend konkrete und umfassende Aktivitäten bislang nicht erfolgen. In vielen Fällen seien interne Verantwortlichkeiten noch ungeklärt und die Entscheider stünden vor der Frage, wie und wo sie am besten starten sollen. „Die digitale Transformation ist auch für den deutschen Mittelstand immer mehr ein Thema“, berichtet Niko Bender, Chief Marketing Officer bei PlusServer Gmbh. „Unternehmen stellen dabei fest, dass sie ihre digitalisierten Produkte nicht ohne die Cloud bereitstellen können. Die Cloud bietet die für die Digitalisierung zwingend notwendige Flexibilität und Agilität bei der Nutzung von IT-Ressourcen. Zudem werden Plattform-as-a-Service-Funktionen für viele Firmen immer interessanter. Hier bringt die Cloud viele Lösungskomponenten von Haus aus mit, so dass nicht jedes Unternehmen das Rad neu erfinden muss.“ Jürgen Frisch

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