Die 10 IT-Technologietrends 2014 – Warum IT-Manager darauf reagieren sollten

Die 10 Technologietrends 2014 – Warum IT-Manager darauf reagieren sollten

Für die Fachbereiche sind Technologiethemen wichtige externe Einflussfaktoren. Aber um welche Themen im Information & Communication Technology (ICT) Umfeld soll sich die IT-Manager im Jahre 2014 besonders kümmern? Luis Praxmarer, Global Research Director der Experton Group, zeigt die 10 Technologietrends 2014 auf.

Luis-Praxmarer_Global Research Director Von Luis Praxmarer

1. Mobile Workspace & Apps: Seit Jahren ist “Mobilität“ der treibende Faktor für Veränderungen im Arbeitsumfeld und für die IT-Organisation. Über mobile Arbeitsgeräte wie Laptops bis hin zu den Smartphones und Tablets, sind Themen wie Bring your own Device (BYOD) zu Schlagwörtern geworden. In 2014 ist es notwendig, nicht mehr den Arbeitsplatz sondern die Arbeitsumgebung in den Fokus zu rücken, also vom Workplace zum Workspace. Die Mobile Apps sind damit ebenfalls von extremer Bedeutung.

Die richtige Entwicklungsumgebung, die Unterstützung mehrerer Betriebssysteme, der Zugriff auf Enterprise Daten und Sicherheitsaspekte sind extrem wichtig. Ohne professionellem Mobile Device Management und Service Partnern sind diese Punkte kaum zu bewerkstelligen.

2. Cloud Computing: Jeder hat es kapiert, das Hype-Thema Cloud verschwindet nicht einfach wieder, sondern stellt die neue IT-Architektur des Jahrzehntes dar. Die IT-Organisation ist immer noch sehr skeptisch und versucht mit Hybrid Ansätzen und Sicherheitsbedenken (oft vorgeschoben, manchmal relevant) den Trend unter Kontrolle zu bekommen. Für viele Geschäftsleitungen und Geschäftsbereiche ist es aber genau das, was sie immer schon wollten – IT aus der Steckdose.

Die IT-Organisation hat jetzt die Herausforderung die Firmen IT-Infrastruktur, und hier insbesondere die Server- und Storage Welt, also IaaS, zu „Cloudifizieren“. Das heißt die Merkmale und Vorteile von Cloud Angeboten in die Unternehmenswelt zu implementieren und zu integrieren. Ähnliches gilt für die Entwicklungsumgebung.

3. Dynamic Infrastructure: Dies ist die direkte Erweiterung von Punkt 2, aber mit klarer Berücksichtigung der vorhandenen Rechenzentren und der zukünftigen Anforderungen, zum Beispiel auch durch Big Data und intelligente Produkte und Services. Ziel ist es also, für die nächstem 5/10/15 Jahre eine RZ-Strategie mit größtmöglicher Flexibilität zu erarbeiten, um auf die unterschiedlichsten Anforderungen eingehen zu können.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob und wie viele eigene Rechenzentren noch gebraucht werden? Oft wird diese Antwort „strategisch“ entschieden, sprich emotional. Aber auch das lässt sich sehr gut mit einer zukünftigen Dynamischen-Infrastruktur-Strategie vereinbaren. Hybride Cloud und zumindest ein eigenes RZ werden bis 2020 die dominierenden Lösungen sein. Auch „ungeliebte“ aber notwendige Themen wie lokale Print Server oder File Server können heute mit neuen Lösungen sehr erfolgreich eliminiert werden. Oft verschwinden dadurch hunderte von Servern und reduzieren den IT-Aufwand immens.

4. Social Business: Social Networks & Collaboration werden überall diskutiert, haben doch Google, Twitter, Facebook und Wikimedia sowie Wikileaks bewiesen, dass sie ganze Nationen verändern können. Viele Unternehmen stehen auch dem ausufernden Email Verkehr hilflos und frustriert gegenüber und suchen neue Lösungen. Ja, es gibt sogar schon Unternehmen, die sich Zero Email als Ziel gesetzt haben. Bei Social Business geht es nicht darum die gut bekannten Social Media Anwendungen (Facebook etc.) zu nutzen, aber deren Prinzipien, wie Collaborative Writing, File Sharing, Blogs, Activity Streams, Wikis und Microblogging anzuwenden. Größtes Hindernis für die Einführung ist aus Sicht der IT, dass kein Bedarf existiert. Die Fachabteilungen hingegen geben als Hauptgrund die Ablehnung durch die IT-Abteilung an.

5. Big Data: Big Data ist eine unweigerliche Entwicklung in der ICT-Branche, weil Informations- und Kommunikationstechnologien schon jetzt fast alle Lebens- und Geschäftsbereiche durchdrungen haben. Für Datenmengen, die bei großen Unternehmen künftig leicht Terabytes und Petabytes umfassen können, sind neue Verfahren, Algorithmen und Geschäftsprozesse hinsichtlich der Verwaltung, Verarbeitung, Analyse und Verteilung erforderlich. Diese schaffen wiederum einen Mehrwert aus Informationen in einer heute nicht immer vorstellbaren Art und Weise.

In vielen Bereichen überschreiten die Dateigrößen und die Anzahl an Dateien künftig die gegenwärtig vorherrschenden Datenvolumina. Big Data erweitert damit klassische Business-Analytics-Anwendungen und ist durch einen enormen Zuwachs an Datenquellen einschließlich von Film- und Ton-Dokumenten, an Datennutzern intern wie extern, an Verarbeitungs-geschwindigkeit und an Datenvolumina gekennzeichnet. Neue Datenquellen liefern strukturierte, semi-strukturierte und unstrukturierte Daten.

6. Identity Management & CyberSecurity: Durch die Internetvernetzung hat die Frage von bewusster Anonymität bzw. bewusstem Umgang mit Teilen der eigenen Identität eine neue und zuvor nie gekannte Komplexitätsstufe erreicht. Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr müssen Identitäten und Berechtigungen konsistent verwaltet werden. Identity-Management in einem Unternehmen hat vielfach Schnittstellen zum sogenannten Access Management, das beispielsweise für Portale die Zugriffsrechte verwaltet, Single Sign-On (SSO) ermöglicht oder Security Policies verwaltet.

Dies wird oft auch als Access Management bezeichnet. Durch den zunehmenden Einsatz von Cloud Lösungen und hier insbesondere SaaS Lösungen gewinnt dieses Thema an Bedeutung. Auch das Ausscheiden von Mitarbeitern und das Sperren aller Zugriffsrechte kann eine enorme Komplexität erreichen. Anforderungen an die CyberSecurity im Unternehmen sind Bestandteil des alles umfassenden Risikomanagements und beinhalten die Identifikation und Bewertung der CyberSecurity-Risiken, die Festlegung von Vorgaben und Definitionen und Durchführung von Kontrollen, Etablierung von Berichtswegen, Umsetzung von Maßnahmen zur Steuerung der Risiken sowie die Darstellung der Risikolage im Geschäftsbericht.

7. ERP, CRM, SCM Future: Hier geht es um das Backbone in den Unternehmen. Für über 90 Prozent der Unternehmen ist die Applikationswelt um das Enterprise Resource Planning (ERP) System herum, und hier in Deutschland wiederum zum größten Teil SAP, organisiert. Ob eine ERP-zentrische Applikationswelt für so manche nicht produzierenden Unternehmen die richtige Architektur ist, oder vielleicht das CRM – sprich der Kunde – im Mittelpunkt stehen sollte bleibt dahingestellt. Aber in der Zukunft wird es darum gehen ein vernetztes Chaos, und da hoffentlich ein gemanagtes Chaos, zu orchestrieren.

Die Flexibilisierung des Legacy Systems mit einem Flexible Boundary, z.B. durch Einsatz neuester S-BPM Methoden, steht bei vielen Unternehmen auf der Wunschliste. Erst dadurch wird eine schnelle und oft individuelle (z.B. landesspezifische) Prozessänderung zu wesentlich niedrigeren Kosten und zudem viel schneller ermöglicht. Das andere große Problem, das für alle Unternehmen heute schon gilt, sind die Kosten. Lagen viele Unternehmen bei den ERP Kosten bei ca. ein Prozent des Gesamtumsatzes, so ist heute die Experton Group Vorgabe unter 0,8 Prozent zu bleiben und spätestens bis 2017 unter 0,5 Prozent. Erst dadurch werden die benötigten Finanzmittel für die innovativen Projekte, und deren Management, frei. Gleiches gilt für die knappen Ressourcen an Personen mit Prozess-Know-how im Unternehmen.

8. Software as a Service: Obwohl SaaS ein Teilbereich von Cloud Computing ist, haben wir ihn als separaten Trend herausgestellt, weil im Gegensatz zu IaaS hier die Fachabteilungen wesentlich mehr treibend und involviert sind. Während bei IaaS die Geschäftsbereiche eventuell für spezifische Anwendungen, wie High Performance Computing für Rendering, Modeling, usw., großes Interesse haben und direkt einkaufen, sind es bei SaaS hunderte und tausende Applikationen die ohne großen Aufwand und Kosten von den Nutzern selbst gekauft und implementiert werden können.

9. Consumerization: Spätestens mit der Einführung des iPhone und als Apple das Wort “Computer” aus seinem Namen gestrichen hat, begann der Siegeszug von Apple über die Konsumerschiene und machte Apple zum teuersten Unternehmen der Welt. Mit Google und Microsoft sind zwei weitere Technologieunternehmen mit Fokus auf den Konsumentenmarkt auf den Rängen drei und vier. Statt tausende von Unternehmen als Kunden zu gewinnen, geht es darum Milliarden von Nutzern weltweit zu bekommen. Über die riesigen Stückzahlen dringen die mobilen Geräte und Anwendungen in die Unternehmen vor und verändern damit den ICT-Unternehmensmarkt nachhaltig. Zum einen ist es die dafür notwendige Unterstützung, die Möglichkeiten und Nutzen, aber auch die Economy of Scale.

Die sogenannten ARM-Prozessoren (Advanced RISC Machine) des Herstellers ARM Limited sind heute die dominierenden Herzstücke der Smartphones und damit auch potenziell der Tablets. Sie sind auch schon in hoch performanten massiv parallelen Server Systemen zu finden. Damit ist ein ganz neuer Wettbewerber aus dem Konsumerbereich für Intel entstanden. Zusätzlich zu diesen Effekten kommt die Erfahrung der Anwender mit den neuen Angeboten. Diese übertreffen an Komfort, Innovation, Mobilität und Multi-Media bei weitem alle Corporate IT-Angebote zu einem Bruchteil des Preises. Diese Tatsache verändert aber auch die Erwartungshaltung deutlich und dem muss sich die IT-Organisation stellen.

10. Digitalization – IT als Produkt: Die Digitalisierung unseres täglichen Lebens und der Arbeitswelt schreitet unaufhörlich voran. Zum einen hat die Mobilfunktechnik hier ganz neue Möglichkeiten geschaffen, aber auch das Internet und der globale Massenmarkt hat seines dazu beigetragen. Die Verbreitung und Durchdringung hat einen noch nie gekannten Höhepunkt erreicht, aber wird unaufhaltsam und mit zunehmender Geschwindigkeit sich fortsetzen, stehen doch die Maschine-zu-Maschine (M2M) Anwendungen erst in den Startlöchern. So können plötzlich durch die Integration von M2M, Mobilität und Internet sehr kostengünstige Anwendungen weltweit angeboten werden.

Big Data spielt hier ebenfalls eine wichtige Rolle. Damit verbinden sich mehrere Technologien und liefern uns damit ganz neue Lösungen und Konzepte. Intelligente Werkzeuge, Maschinen und selbst Dienstleistungen führen hier zur Differenzierung der Angebote und ermöglichen neue Geschäftsmodelle. Unternehmen, die das rechtzeitig erkennen, wird hierdurch zu einer langfristigen Marktführerschaft verholfen. Für Deutschland ist hier auch Industrie 4.0 von besonderem Interesse. Die begonnene Digitalisierung der Geschäftsprozesse hin zu völlig automatisierten und erfolgreichen Self-Service Angeboten erlaubt zudem die Zerstückelung der Prozesse und die individuelle Verlagerung physikalisch – oder auch über BPO – an andere Unternehmen.

Luis Praxmarer/hei

 

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