IT-Security: Fachkräftemangel bremst Digitalisierung - is report

IT-Security: Fachkräftemangel bremst Digitalisierung

Die Digitalisierung vieler Unternehmen läuft auf Hochtouren. Allerdings könnte der zunehmende Fachkräftemangel im IT-Security Bereich die Entwicklung deutlich verlangsamen. Neue Wege im Recruiting helfen aus der Sackgasse.  

Der Markt für IT-Fachkräfte war immer schon von Engpässen geprägt. Mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Konzept von Industrie 4.0 gibt es aber eine Fachgruppe, die besonders intensiv gesucht wird: Die Spezialisten für IT-Sicherheit. Das überrascht wenig, denn mit der zunehmenden Vernetzung erhalten viele Themen plötzlich einen sicherheitsrelevanten Aspekt.

Bisher arbeiteten industrielle Kontroll- und Produktionssysteme ohne Internetanbindung und wurden damit als sicher eingeschätzt. Verschiedene Vorfälle haben aber gezeigt, dass das ein Trugschluss ist. So reicht beispielsweise ein infizierter USB-Stick aus, um kritische Infrastrukturen zu gefährden. Durch das Konzept von Industrie 4.0 werden immer mehr Produktionsanlagen mit Büronetzwerken, sowie mit Netzwerken außerhalb des Unternehmens verbunden. Mit jedem Vernetzungspunkt steigt auch das Risiko für Angriffe aus dem Internet. Die IT-Sicherheit wird somit zum Schlüsselfaktor für alle Branchen.

Bewerbermarkt für IT-Sicherheitsexperten

Die Digitalisierung kann nur dann erfolgreich sein, wenn die neue Technologie auch das Vertrauen der Bevölkerung gewinnt. Diese Erkenntnis hat sich mittlerweile bei den meisten Unternehmen durchgesetzt und die Personalabteilungen suchen intensiv nach passenden Mitarbeitern. Die Suche könnte sich allerdings schwierig gestalten: Das Angebot an Fach- und Führungskräften im IT-Sicherheitsbereich kann mit der Nachfrage nicht annähernd Schritt halten. Eine aktuelle Studie des internationalen Jobportals Indeed belegt, dass in Deutschland auf drei ausgeschriebene Stellen für IT-Sicherheitsexperten nur ein Bewerber kommt.

Innovatives Recruiting gefragt Für eine erfolgreiche Stellenbesetzung sind neue Wege im Recruiting gefragt. Die Direktansprache von Kandidaten ist eine Möglichkeit. Viele potentielle neue IT-Security Mitarbeiter sind in einem festen Job und denken nicht über einen möglichen Wechsel nach. Diese Leute kann man also nicht über ein Inserat erreichen, wohl aber mit einem konkreten Angebot, das man ihnen persönlich vorstellt. Bei dieser Recruiting-Methode sollte man sich vorher genau über die rechtlichen Rahmenbedingungen informieren, um keine Abmahnung zu riskieren. In dem Zusammenhang ist ein gewisses Fingerspitzenfühl gefragt, um die Wechselwilligkeit eines Kandidaten schnell richtig einschätzen zu können. Für viele Unternehmen lohnt sich zudem ein Blick ins Ausland, um eine offene Position im IT-Security Bereich zu besetzen. Zwar gibt es weltweit ein Defizit an IT-Fachkräften, doch gerade im hochtechnisierten Deutschland ist die Nachfrage besonders groß. Soziale Netzwerke erleichtern die Kontaktaufnahme mit Kandidaten aus dem Ausland. Unternehmen sollten in den Netzwerken ein aussagekräftiges Profil in englischer Sprache hinterlegen. Beiträge aus dem Corporate Blog des Unternehmens lockern die Darstellung auf und sorgen für eine höhere Reichweite der Unternehmensseite.

Einige Universitäten in Deutschland bieten Studiengänge mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit an, wie beispielsweise die Ruhr Universität in Bochum oder die TU Darmstadt. Auch wenn es den Studienabgängern noch an relevanter Berufserfahrung fehlt, empfiehlt es sich möglichst früh den Kontakt zu potentiellen Kandidaten zu suchen. Gelegenheit dafür bieten unter anderem Hochschulmessen und Angebote wie Praktika oder Abschlussarbeiten im Unternehmen.

Fort- und Weiterbildung sind Pflicht

Neue Risiken und Bedrohungen durch Cyberangriffe entstehen fast täglich. Weil Internetkriminalität in den meisten Fällen sehr lukrativ ist, entwickeln Angreifer ständig neue und bessere Methoden. Wollen Unternehmen erfolgreich dagegen ankommen, müssen sie sich intensiv um die Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter bemühen. Neue Fortbildungsmethoden kommen den agilen Arbeitsformen von Industrie 4.0 dabei entgegen und ermöglichen die Weiterbildung online.

Die Zeit drängt Nachdem die Digitalisierung in jeder Branche an Fahrt gewinnt, wird auch der Wettbewerb um die besten Talente im IT-Security Bereich zunehmend größer. Die gute Nachricht dabei ist, dass auch kleinere und mittelständische Unternehmen bei den gegehrten Fachkräften als potentieller Arbeitgeber punkten können. Gerade Kandidaten, die nicht aktiv auf der Jobsuche sind, lassen sich mit einer überzeugenden Unternehmensvision und einer ansprechenden Perspektive im neuen Job gewinnen.

 

StR

Quelle: 3C ist eine der führenden Personalberatungen für IT-Security Fach- und Führungskräfte

 

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