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Von Axel Oppermann
Der IBM kommt bei ihrem Angebot zugute, dass bereits seit einiger Zeit an der Integration interner und externer Kollaboration gearbeitet wird. Mit dem Rebranding des Angebots als „SmartCloud für Social Business“ wird das gesamte Angebot in einen übergeordneten Kontext gestellt. IT-Verantwortliche können zwischen einer mandantenfähigen sowie einer dedizierten Version und global verteilten Rechenzentren wählen. Der wesentliche Teil der Funktionalität kann durch die meisten mobilen Geräte und Plattformen, einschließlich Apple iOS, Google Android und BlackBerry, abgerufen werden.
Teamarbeit in der Cloud
Nun hat IBM eine „neue“ Social Business Software vorgestellt, die es Unternehmen ermöglichen soll „einfach“ und „sicher“ in der Cloud zusammenzuarbeiten - und dies auch über mobile Endgeräte. Die neuen IBM SmartCloud Services umfassen neben neuen Social Networking Features auch IBM SmartCloud Docs. Dabei handelt es sich um eine Cloud-basierte Bürosoftware-Suite, mit der verschiedene Nutzer Texte, Tabellen und Präsentationen gleichzeitig im Browser bearbeiten können. Die Anwender (Autoren) können ihre Dokumente in der IBM SmartCloud speichern und simultan bearbeiten.
Ferner hat der IT-Konzern sein Aushängeschild IBM Connections aufgewertet. Es werden neue Funktionen in der Cloud bereitgestellt. Im Blickpunkt steht hierbei Social Networking zwischen Mitarbeitern, Partnern und Lieferanten sowie der Austausch von Daten in Echtzeit. Neue Community Blogs, Wikis, Blogs für den Ideenaustausch und File Viewer sollen die Interaktion innerhalb von Gruppen verbessern.Das User Interface der Cloud-Variante entspricht nun auch der „On-Premise“-Variante von IBM Connections.
Exkurs: IBM Connections 4
IBM Connections ist eine umfängliche Plattform für Team Collaboration, Vernetzung und Wissensaustausch. Anfang September 2012 schickte IBM Connections in der neuen Version 4.0 ins Rennen um die Gunst der Nutzer.
Die neue Produktgeneration kommt mit zahlreichen „smarten“ und pragmatischen erneuerten sowie erweiterten Funktionen daher. Dabei dreht sich in der neuen Version vieles um den „Activity Stream“. Ein Activity Stream (Aktivitäten-Strom) ist eine Funktion Sozialer Software (bzw. Sozialer Netzwerke), die eine Syndizierung von Aktivitäten, auch über verschiedene Plattformen hinaus, ermöglicht.
Im Activity Stream von Connections 4 werden nicht nur interne Nachrichten des Anwenders wie E-Mails, öffentliche Nachrichten (Status Updates) oder die Kommunikation eines Projektes zusammengefasst, sondern es lassen sich vielmehr Informationen auch aus externen Systemen wie SAP, Portalen und Plattformen wie Xing oder Youtube oder Nachrichten anzeigen.
Dem Anwender wird dabei die Möglichkeit geboten, direkt aus dem Activity Stream heraus Aktionen wie Workflows zu starten. IBM umschreibt dies als Embedded Experiences. Hierdurch lassen sich Routineaufgaben vereinfacht umsetzen. Aber auch die Such-, Erfahrungs- und Vertrauensqualität in eine Lösung, in vorhandene Daten oder die eigene Arbeitsleistung kann durch solch integrierte – beziehungsweise eingebundene – Informationsströme deutlich gesteigert werden.
Auch wenn IBM nicht müde wird, immer öfter zu postulieren, dass das Zeitalter der E-Mail hinter uns liegt, haben die Konzernstrategen erkannt, dass eine Integration von Social Business in bestehende E-Mail-Systeme unabdingbar ist. Mit IBM Connections Mail wird die Anbindung externer Mailserver wie beispielsweise IBM Lotus Notes oder Microsoft Exchange ermöglicht. Hierdurch kann der Zugriff auf E-Mails und Kalender erfolgen, ohne in ein externes Programm wechseln zu müssen. Neue E-Mails oder Termine werden gut sichtbar in der Connections Navigation angezeigt. Hierdurch werden nach und nach andere PIM-Front-Ends (Personal Information Manager) obsolet beziehungsgweise verlieren an Bedeutung.
Neben der Vernetzung und Darstellung von Nachrichten oder Aktivitäten legt IBM in seinen Social-Business-für-Kollaborations-Lösungen besonderen Wert auf ein geschmeidiges Arbeiten mit Inhalten (Content-Management) und analytische Fähigkeiten. Die jahrelange Erfahrung - und die Rolle als Pionier - in diesem Themenfeld hat IBM gelehrt, dass Social Business erst durch den Dreiklang von Content, Analytics und sozialer Vernetzung einen umfassenden Mehrwert für das „soziale Wir“ (= arbeiten im Team) und dem „sozialen Ich“ (= die persönliche Organisation in einer dynamischen Umwelt) liefern kann.
IBM hat sich in den letzten Jahren umfassende Kompetenzen im Bereich Analysen und Auswertungen erarbeitet – respektive erkauft. Namentlich genannt seien an dieser Stelle beispielsweise Cognos sowie SPSS: In Connections bietet die Funktion „Metrics“ detaillierte Analysen und Auswertungen über die Verwendung der IBM-Connections-Anwendungen im Unternehmen. Metrics wird durch die analytischen Fähigkeiten des IBM Cognos Business Intelligence-Server, der Teil der Connections-Installation ist, unterstützt. Aber auch weitere Such- und Analysefunktionen tragen dazu bei, dass beispielsweise Kompetenzen oder Inhalte schnell sowie qualitativ hochwertig bereitgestellt werden können.
Auch das, für Wissensarbeiter, so wichtige Thema Erarbeitung und Bereitstellung von Inhalten (Content) geht IBM grundsätzlich auch durchdacht an. So wurde erkannt, dass beim Arbeiten mit Dokumenten zusätzliche (Meta-) Informationen entstehen. Dies können zum Beispiel Kommentare sein. Während bei Lösungen wie beispielsweise MS SharePoint von Microsoft diese Meta-Informationen jedoch nicht mit dem Dokument verbunden werden, so dass sie nach dem Download oder Versenden der Dokumente nicht (mehr) zur Verfügung stehen, verbindet Connections hingegen das jeweilige Dokument mit den entstandenen Kommentaren und Diskussionen.
Darüber hinaus ist die Verlinkung mit Blogs und Aktivitäten möglich. Des Weiteren erlaubt Connections das Tracking beim Datei-Sharing. Das heißt, es wird verfolgt und angezeigt, wie und wann eine Datei von mehreren Personen genutzt wird. Viele andere, aktuell am Markt verfügbare, Lösungen ermöglichen dies nicht.
SmartCloud für Social Business und Smarter-Planet-Initiative bieten integriertes Konzept
IBM positioniert seine Vision aber nicht nur über einzelne Produkte wie beisielsweise Connections. Vielmehr setzt der Konzern auf eine übergeordnete Strategie, welche Produkte, Lösungen und Services unterschiedlicher Disziplinen vereint. Angesprochen werden sowohl IT-Verantwortliche als auch Entscheider aus Fachabteilungen wie zum Beispiel HR (Human Resources).
Die Breite des Social-Business-Ansatzes lässt sich hier auch anhand einer der jüngsten Akquisitionen belegen. So hat IBM den US-amerikanischen Spezialisten für Personaldienstleistungen Kenexa übernommen. Durch die Kombination aus Cloud-basierten Anwendungen und Beratungsleistungen soll die Auswahl geeigneter Bewerber, beziehungsweise die Bildung der für eine Aufgabenstellung am besten geeigneten Mitarbeiterteams, unterstützt werden. Ferner kann das Personalmanagement und die Unternehmensführung aus den gewonnenen Erkenntnissen über die Mitarbeiter und deren Kompetenzen die am besten geeigneten Teams zusammenstellen.
Aber dies ist nur die jüngste Ausprägung – die Spitze des Eisbergs: Mit dem Portfolio „SmartCloud for Social Business“ können Unternehmen auf umfassende Kollaborationstools zurückgreifen, die die tägliche Arbeitswelt zwischen Mitarbeitern, Kunden sowie Partnern effizient und effektiv orchestrieren. Die Stärke der SmartCloud für Social Business liegt darin, dass sie Menschen nahtlos innerhalb und außerhalb eines Unternehmens zusammenarbeiten lässt.
IBM wird hier der Überzeugung gerecht, dass ein Mensch – oder Unternehmen – niemals allein agiert. Unternehmen sind abhängig von der Bereitstellung von Input und der Abnahme des Outputs. Darüber hinaus ist der eigentliche Prozess auch meist zahllosen Einflüssen ausgesetzt, die über die Schwankungen von Input und Output hinausgehen.
Im Kern deckt IBM mit SmartCloud für Social Business drei wichtige Geschäftsanforderungen von Unternehmen und Anwendern ab. Dies sind Zusammenarbeit (Collaboration), Messaging, und Webkonferenzen. Hierbei zielt der Konzern sowohl auf die „klassischen“, „alten“ beziehungsweise bestehenden Lotus-Notes-Anwender als auch auf neue Zielgruppen. Auch wenn IBM seinem Konzept treu bleibt, immer wieder die Namen von Produkten während des Lebenszyklus zu verändern und so zu Intransparenz beizutragen, werden Anwender mit bestehenden Lotus- / Domino-Strukturen nicht im Regen stehen gelassen. Vielmehr wird die Möglichkeit geboten, bestehende Lösungen zu entwickeln. Diese Entwicklung ist sowohl in lokalen Infrastrukturen oder Cloud-Szenarien möglich.
IBM adressiert aber nicht nur die klassische Lotus-Klientel, sondern spricht gezielt Anwenderunternehmen an, die auf die Lösungen und Plattformen anderer Anbieter setzen. Es wurde erkannt, dass viele andere IT-Anbieter den immer wichtiger werdenden „Social Layer“ noch nicht anbieten können. Und eben dieser Layer ermöglicht es Unternehmen, umfassende Social-Business-Modelle im Unternehmen einzuführen.
Die breit angelegte Strategie von IBM setzt auf Offenheit, Interoperabilität und intelligente Vernetzung. Es wurde erkannt, dass „vernetzt sein" allein nicht genügt. Zwar sind Verbindungen interner und externer Gemeinschaften (Communities) wichtig, jedoch bedarf es der intelligenten und bedarfsgerechten Umsetzung. Eine Bereitstellung losgelöst vom (mobilen) Zugriffsgerät, den Informationsquellen oder den eingesetzten Plattformen ist das Ziel.
Was bleibt?
Die „Meins- ist deins-Ökonomie“ gedeiht – sowohl im privaten Umfeld als auch im Arbeitsalltag. Inhalte und Wissen in einem Unternehmen werden immer häufiger zum Allgemeingut. Datensilos, wie sie durch klassische Fileserver oder Team-Laufwerke in der Vergangenheit geprägt wurden, gelten als überholt und nicht mehr tragbar.
Der zunehmende Einsatz von mobilen Geräten, eine Vernetzung von Menschen und Unternehmen sowie der Motivationsfaktor der Mitbestimmung und persönlichen Entfaltung bedingen hier neue Denkmuster.
In der IT-Industrie im Allgemeinen und bei Software-Anbietern im Besonderen vollzieht sich gegenwärtig ein fundamentaler und fulminanter Wandel.
Die breite Masse der Lenker und Denker in den großen – aber auch kleinen – IT-Unternehmen haben erkannt, dass es an der Zeit ist, umzudenken. Sie trimmen ihre Produkte, Lösungen und Services zunehmend auf sich entwickelnde Rahmenparameter, die durch den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel bedingt werden.
Zahlreiche etablierte Anbieter, von Microsoft, über IBM, SAP bis hin zu Novell oder Cisco, tummeln sich im Bereich des Social Business. Aber auch viele relativ junge und innovative Unternehmen wie Jive, Socialtext oder Tibco bieten für einzelne Ausprägungen relevante Lösungen. Jedoch sind die Lizenz- und / oder Servicebedingungen nicht zwingend ausgereift – beziehungsweise Enterprise-ready. Einige Anbieter wie IBM oder innovative Neugründungen haben diesen Trend – namentlich „Social Business“ – früh erkannt und bereits im Jahr 2007 umfassende Lösungen präsentiert. Andere Anbieter, wie Microsoft, sind den eingetretenen Pfaden erst spät entwichen und werden erst in nächster Zukunft relevante Services und Lösungen umfassend anbieten können.
Die Social Business Software und -Dienstleistungen von IBM sind eine durchdachte Kombination von Social-Networking-Funktionen mit Analysekomponenten, die es Unternehmen erlaubt, Informationen zu erfassen und Dialoge von Mitarbeitern und Kunden interaktiv zu unterstützen. Der zeitliche Vorsprung von IBM gegenüber anderen Marktteilnehmern spiegelt sich auch darin wieder, wie Probleme und Aufgaben gelöst werden. Die Ansätze und Lösungen wirken oftmals ausgereifter.
Fazit und Empfehlungen
Immer mehr Anbieter bauen ihr Portfolio an Social-Business-Funktionen im Bereich Collaboration und Communication aus. Gleichzeitig tauchen permanent zahlreiche neue Anbieter auf. Microsoft bringt mit MS SharePoint 2013 und Yammer eine eigene Vision auf den Markt. Novell – auch ein weiterer unterschätzter Anbieter – kommt demnächst auch mit neuen oder überarbeiteten Produkten auf den Markt. Aber auch – und insbesondere – sind die kleinen Anbieter, die „Schnellboote“, die oftmals durch die Fachabteilungen (LOBs) beschafft werden, auf dem Vormarsch.
Kurzum: Die Auswahlmöglichkeiten werden größer, das Angebot wird reifer und der Druck auf IT-Verantwortliche steigt. Wollen sie in diesem Themenfeld nicht durch die Fachverantwortlichen in den LOBs in die Enge gedrückt werden, gilt es, sich einen umfassenden Marktüberblick zu verschaffen. Axel Oppermann/hei
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