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Bring Your Own Device – Pro und Contra

Konzepte für die Integration von privaten Endgeräten in die Firmen-IT bieten einige Chancen. Gleichzeitig erfordern sie eine tiefgreifende Planung und umfangreiche Umstrukturierungen in der IT-Infrastruktur.

Montag 23. Januar 2012

Die fortschreitende Mobilisierung von PCs und Internet mittels Laptops, Smartphones und auf absehbare Zeit auch Tablet-PCs stellen im Unternehmensalltag keine Seltenheit mehr dar. Im Gegenteil: Heute erscheinen sie nahezu unverzichtbar. Doch nicht jedes Endgerät im Firmennetz ist vom Unternehmen bereitgestellt und von dessen IT-Abteilung abgesegnet. Die Gründe für die berufliche Nutzung von privaten Geräten sind dabei vielfältig: Sie reichen vom Wunsch nach höherer Flexibilität bis hin zur Verdrossenheit über veraltete unternehmenseigene Geräte.

Pro BYOD: Gesteigerte Produktivität und zufriedene Mitarbeiter
Markus Schrader, Kommunikationsexperte bei BCC
„Viele Menschen benutzen privat ein technisch viel besser ausgestattetes Gerät als in ihrem Job. Durch BYOD ergeben sich hier Vorteile für beide Parteien: Richtig eingesetzt steigert sich langfristig die Mitarbeiterzufriedenheit, da ein privates Gerät vollständig dessen Vorlieben und individuellen Ansprüchen entspricht. Für das Unternehmen hingegen entfallen hohe Anschaffungskosten durch das Nutzen bereits vorhandener Ressourcen.
Dass BYOD die richtige Lösung ist, belegt zum Beispiel auch eine Gartner-Studie: Von Mitarbeitern finanzierte Geräte gehen weniger häufig kaputt oder verloren. Auch an die IT-Abteilung herangetragene Beschwerden über mangelnde Performance oder veraltete Geräte nehmen ab. BYOD schafft eine höhere Zufriedenheit und Flexibilität der Mitarbeiter und damit letztlich eine verbesserte Produktivität. Und auch die IT-Abteilung ist entlastet, denn Mitarbeiter kennen ihren eigenen Rechner viel besser als fremde Firmengeräte.

Die wichtigste und entscheidende Rahmenbedingung bei BYOD ist allerdings das Definieren von klaren, verbindlichen Regeln und Absprachen: Diese müssen sämtliche Aspekte der privaten und beruflichen Nutzung abdecken - angefangen bei Datensicherheit, Versicherungsschutz, Anschaffungskosten und steuerlicher Absetzbarkeit bis hin zur Wartung. Um die IT-Abteilung zu entlasten, bedarf es bestimmter Mindestanforderungen an Hard- und Software.

In Zukunft kommen Unternehmen an der BYOD-Thematik nicht vorbei. Da gibt es keine Möglichkeit, sich der Diskussion zu entziehen. Daher sollten IT-Verantwortliche jetzt handeln und entsprechende Konzepte in den Unternehmen umsetzen.“

Contra BYOD: Hohe Datenverluste, zweifelhafte Sicherheit
Maik Schmidt, Teamleiter Technik Applikationen bei BCC
„Der rechtliche Rahmen für BYOD ist in Deutschland noch nicht abgesteckt. Gerade im Bereich Datenschutz und Sicherheit ist das Gefahrenpotenzial sehr hoch. Durch die gleichzeitige private und berufliche Nutzung können sich Sicherheitslücken in verschiedenster Form manifestieren. Und einem Mitarbeiter beizubringen, dass er bestimmte Programme und Verwendungen mit seinem – wohlgemerkt privaten – Endgerät nicht nutzen darf, halte ich für unmöglich.

Schon allein das Speichern wichtiger und sensibler Daten kann problematisch sein, denn private Endgeräte sind nicht immer in den automatischen Datenspeichervorgang des Unternehmens eingebunden. Das kann erhebliche Datenverluste bedeuten. Und wem gehören die Daten auf einem privaten Gerät? Was passiert mit den Daten, wenn der Mitarbeiter den Betrieb verlässt? Zudem besteht keine Kontrolle, inwieweit Daten vor dem Zugriff Dritter, beispielsweise durch Passwörter, geschützt sind.

Ein weiteres Problem ist die Heterogenität: Die Vielfältigkeit der heute verfügbaren Gerätehersteller und Betriebssysteme stellen für die unternehmenseigene IT-Abteilung ein kaum zu überblickendes Konglomerat an Gerätekomponenten und Softwarefunktionen dar. Auch wenn BYOD Mindeststandards vorschreibt, ist eine erhöhte Belastung der IT-Abteilung sicher. Denn wer gewährleistet, dass alle für den Geschäftsbetrieb notwendigen Programme auch einwandfrei mit privater Software interagieren?

Und genau an diesem Punkt wird es für Administratoren schwierig, nämlich wenn sie Fehler ausmerzen sollen, die unbekannte Software verursacht.
Sollte es zudem bei einem privaten Endgerät zu einem Schadensfall kommen, ist auch aus versicherungstechnischer Perspektive nicht geklärt, ob das Unternehmen die Kosten für eine Reparatur oder einen Ersatz übernehmen muss. Im schlimmsten Fall ergibt sich eine Lose-lose-Situation: Der Mitarbeiter bleibt auf seinen Kosten sitzen und das Unternehmen verliert möglicherweise wertvolle Daten.“

hei