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Die Funktion Self Service Business Intelligence war bereits beim Microsoft SQL Server 2008 R2 eine der beliebtesten Neuerungen. „Bei den Anwendern ist Self Service BI sehr gut angekommen“, berichtet Sinja Haagen, Product Marketing Managerin SQL Server bei Microsoft Deutschland. „In vielen Unternehmen erstellen Mitarbeiter Reports mit MS Excel und legen diese auf ihren Clients ab. Für die IT-Abteilung ist nicht transparent, wo diese Reports liegen, und sie kann diese daher nicht managen.“
Microsoft löst diese Versionsproblematik über den MS Sharepoint Server, der als Datendrehscheibe dient: „Wenn Mitarbeiter dort ihre Reports ab legen, haben Kollegen stets Zugriff auf die aktuellste Version, und die IT-Abteilung kann die Daten und Reports verwalten und mit Zugriffsrechten versehen.“
Im Funktionsverbund mit MS Excel und MS Sharepoint
Der BI-Stack des MS SQL Server präsentiert sich nicht als isoliertes Business-Intelligence-Tool, sondern zusammen mit MS Sharepoint und MS Office als umfassende BI-Plattform. Stark nachgefragt ist laut Haagen Power Pivot, ein Add-In für MS Excel, durch welches MS Excel große Datenvolumina aus unterschiedlichen Quellen analysierren kann. Das Self Service Reporting dient zur Beantwortung kurzfristiger Fragestellungen.
In der der Version 2012, die voraussichtlich im April erscheint, wird der der BI-Stack des MS SQL Server in mehreren Funktionsblöcken angereichert: Ein Beispiel hierfür ist das Browser-basierte Tool Power View, das laut Haagen interaktive Analysen vereinfacht. Um in MS Excel Korrelationen zu erkennen, mussten Mitarbeiter bisher die Daten manuell verknüpfen.
Mit dem neuen Datenmodell Tabular Modes der Analysis Services können nun Korrelationen flexibel genutzt werden: „Wenn ich beispielsweise ein Säulendiagramm habe, was mir Umsätze von verschiedenen Produkttypen anzeigt, und ich sehe in einer zweiten Grafik die Umsatzentwicklung über mehrere Quartale als Liniendiagramm, kann ich in eine Säule reinklicken, und die Grafik der Umsatzentwicklung zeigt automatisch wie ein interaktiver Filter die darin enthaltenen Umsätze an.“
Darüber hinaus bietet Power View erweiterte Möglichkeiten der Datenvisualisierung, beispielsweise ein sogenanntes Bubble Chart. Hiermit lassen sich zum Beispiel verschiedene Produkte über eine Zeitachse mit beweglichen Blasen anzeigen. „So lassen sich Ausreißer und Entwicklungen im Zeitverlauf schnell erkennen und darstellen“, berichtet Haagen.
Power View integriert auch Daten aus dem Azure Marktplatz. So können Unternehmen ihre Analysen beispielsweise mit demographischen Basisdaten anreichern. „Technisch gehört Power View zu den MS SQL Reporting Services“, erklärt Haagen. „Von der Bedienung her ist es der nächste Level von Self Service BI im Browser.“
In-Memory-Technologie beschleunigt das Abfragetempo
Auf eine Steigerung der Abfragegeschwindigkeit zielt das Projekt Apollo. Hierbei handelt es sich um Column Store Indizes, eine In-Memory-Variante spaltenbasierter Indizes. Diese beschleunigen Abfragen aus einem relationalen Data Warehouse erheblich. Bei der Analyse sehr großer Datenmengen wurde bisher häufig der Zugriff auf den Storage zum Flaschenhals. Column Store Indices können laut Haagen die Abfrageperformance bis zum Faktor zehn beschleunigen und reduzieren gleichzeitig die I/O-Last (Input/Output) für den Server.
Auch die Analysis Services wurden im MS SQL Server 2012 ausgebaut. Sie stellen eine Engine dar, in der Mitarbeiter eine multidimensionale Struktur, genannt Cube, aufbauen und dort die für die Analyse nötigen sachlichen Kennzahlen und Dimensionen hinterlegen.
Bisher erforderten die Analysis Services ein grundlegendes Verständnis für die Modellierung von multidimensionalen Datenbanken. Der Tabular Mode erweitert die Möglichkeiten der Analysis Services und soll für Anwender, die von MS Excel eine tabellenorientierte Datensicht gewohnt sind, eine Erleichterung darstellen. Im neuen BI Semantic Model hat Microsoft das klassische Unified Dimensional Model sowie den Tabular Mode konzeptionell zusammengeführt.
Die Kombination all dieser Elemente vereinfacht laut Haagen die Arbeit: „Fachanwender können im Self Service BI Daten aus verschiedenen Quellen zusammen ziehen, Korrelationen erkennen und anschließend diese Daten durch Analysen auswerten“, erläutert Haagen. „Die Ergebnisse lassen sich über MS Sharepoint publizieren und im nächsten Schritt als zentrale Power-Pivot-Anwendung hosten.“
Data Quality Services
Eines der größten Probleme in vielen BI-Projekten stellt die Datenqualität dar. Der MS SQL Server 2012 bietet mit den Data Quality Services ein Feature zur Bereinigung und zum Matching beispielsweise von Kundendaten in einem CRM-System. Zudem lassen sich im System Regeln hinterlegen, wie konkret Adressen angelegt werden müssen.
Bereits seit der Version 2008 R2 verfügt der MS SQL Server über eine Komponente namens Master Data Management, die es ermöglicht, Daten beispielsweise aus Warenwirtschafts- und ERP-Modulen (Enterprise Resource Planning) systemübergreifend zu bereinigen. „Mit den Master Data Services lassen sich Daten vor dem Import in ein Data Warehouse harmonisieren“, erklärt Haagen. „Möglich ist beispielsweise ein Web-basiertes Excel-Frontend für den Data Stewart, der sich um die Datenqualität kümmert.“
Cloud Computing bekommt künftig eine große Bedeutung. Über den MS SQL Server Azure will Microsoft nach und nach alle BI-Funktionen in der Cloud verfügbar machen.
Microsoft lässt sich Mehrwerte des SQL Servers 2012 bezahlen
Für die signifikant erweiterte Datenbank nimmt Microsoft aber auch deutlich mehr Geld wie Axel Oppermann, Senior Analyst der Experton Group, berichtet: "Bedingt durch den Erfolg der SQL Server in den letzten Jahren und den – verglichen mit anderen Anbietern – niedrigen Preispunkt, erlaubt sich Microsoft einen massiven Preisaufschlag. Die Preise für Core- versus CPU-Lizenzierung steigen bei sechs Cores (entspricht 5-6er Inkrement) um circa 50 Prozent. Bei zusätzlichen Cores gibt es weitere Steigerungen." jf
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