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Ab April wird das Datenbank-System Microsoft SQL Server 2012 den SQL Server 2008 R2 ablösen. Der MS SQL Server 2012 soll gegenüber der aktuellen Version (2008 R2) ein signifikant verbessertes und erweitertes Produkt werden. Mit einer Volumenlizenz können Anwenderunternehmen zwar auf frühere SQL Server- Versionen downgraden, aber diese Versionen erben dann die Produktbenutzungsrechte und Lizenzierungsregeln von MS SQL Server 2012.
Drei zentrale Editionen
Auch daher ist es essenziell, die Unterschiede zwischen 2008 R2 und 2012 zu betrachten. Grundlage hierfür ist die Interpretation und Bewertung von „Licensing“-Informationen aus dem Hause Microsoft durch Analysten der Experton Group. Microsoft wird mit der Produktgeneration 2012 des SQL Servers drei zentrale Editionen anbieten. Dies sind namentlich Standard, Enterprise und BI (Business Intelligence).
Zwei Lizenzoptionen
Der SQL Server 2012 wird in zwei Lizenzoptionen angeboten:
• Bezogen auf Rechenleistung (Corebased)
• Bezogen auf Anwender beziehungsweise Geräte (Server+ CAL)
Bisherige Prozessorlizenzierung wird ersetzt
Mit dieser Form der Lizenzierung geht Microsoft beim SQL Server einen neuen Weg. Die bisherige Prozessorlizenzierung wird durch eine Core- Lizenzierung pro Prozessor ersetzt. Hierbei gilt zu beachten, dass ein Minimum von vier Cores pro Prozessor zu lizenzieren ist – dies in zwei Core-Inkrementen (also in schrittweiser Erhöhung à zwei Cores). Ferner wird auch die Lizenzierung von virtuellen SQL-Servern neu und deutlich anders geregelt.
Bislang verfügte der SQL Server, in der Enterprise Edition, über sogenannte ‚Licence Mobility Rights‘, die Standard Edition nicht. In der 2012er Generation wird die ‚License Mobility‘ an die Software Assurance geknüpft. Bei der bisherigen CPU-Lizenzierung konnten Anwender wählen, ob sie die physischen CPUs pro Host oder die Quotienten aus virtuellen CPUs und Cores pro CPU, aufgerundet auf die nächste größere ganze Zahl, lizenzieren.
Beim MS SQL Server 2012 ergeben sich folgende Szenarien:
• Soll eine virtuelle SQL-Server-2012-Maschine per Core lizenziert werden, müssen alle virtuellen Cores lizenziert werden – minimal vier Cores pro virtueller CPU.
• Soll eine virtuelle SQL-Server-2012-Maschine pro CAL lizenziert werden, muss ein Server pro virtueller Maschine lizenziert werden.
License-Mobility-Rechte werden nur noch mit Software Assurance vergeben. Wird der MS SQL Server 2012 ohne Software Assurance beschafft, sind praktisch alle physischen Hosts in einem Cluster zu lizenzieren, da die theoretisch mögliche Trennung nur schwer zu realisieren ist.
• Falls, wie aktuell (= 2008 R2) bei der Data Center Edition möglich, zukünftig (=2012) eine unbegrenzte Menge von virtuellen Maschinen auf einem Cluster lizenziert werden soll, müssen nun alle Cores in diesem Cluster mit Enterprise Edition unter Software Assurance lizenziert werden
Überblick zur Core-Lizenzierung:
• Die Enterprise und Standard Edition werden pro Core lizenziert.
• Die Core-Lizenzen kommen immer im Doppelpack. Die in den Preislisten angegebenen Preise gelten jedoch pro Core, obwohl ein einzelner Core gar nicht gekauft beziehungsweise lizenziert werden kann.
• Es müssen alle Cores in einem Server lizenziert werden – egal, wie viele der MS SQL Server (tatsächlich) zur Verwendung kommen.
• Es müssen mindestens vier Cores pro Prozessor lizenziert werden. Der Preis für vier Cores lässt sich mit dem eines Prozessors der 2008 R2 Version vergleichen.
Überblick zur Server-/CAL-Lizenzierung:
• Diese Form der Lizenzierung ist nur für Standard und Business Intelligence Server verfügbar – nicht mehr für Enterprise Server.
• Um einen MS SQL Server 2012 zu lizenzieren, muss die eingesetzte CAL auch in der Version 2012 vorhanden sein. Eine CAL-Version 2012 kann auch für die Zugriffe auf ältere Server-Generationen genutzt werden. Ab April 2012 können nur noch 2012er CAL-Versionen erworben werden.
• CALs gibt es nach wie vor wahlweise pro Gerät oder pro Benutzer.
Microsoft SQL 2012 wird teurer
Ziel der neuen MS-SQL-Generation ist es, die Anforderungen bei laufenden Mission-Critical-Anwendungen besser zu bedienen und durch verbesserte Verfügbarkeit und Skalierbarkeit eine Alternative zu den Platzhirschen, wie den Datenbanklösungen aus dem Hause Oracle, zu werden. Ferner sollen zahlreiche neue Funktionalitäten den Nutzen im Unternehmen steigern.
Bedingt durch den Erfolg der SQL Server in den letzten Jahren und den – verglichen mit anderen Anbietern – niedrigen Preispunkt, erlaubt sich Microsoft einen massiven Preisaufschlag. Die Preise für Core- versus CPU-Lizenzierung steigen bei sechs Cores (entspricht 5-6er Inkrement) um circa 50 Prozent. Bei zusätzlichen Cores gibt es weitere Steigerungen.
Die Experton Group empfiehlt allen Microsoft-SQL-Nutzern, sich zeitnah mit den geänderten Lizenzbestimmungen zu befassen und die Auswirkungen auf das eigene Unternehmen zu prüfen. Hierzu gilt es insbesondere die individuelle Vertragssituation sowie die eigenen Bedarfe gegen die neuen Lizenzbestimmungen und eine mögliche Roadmap von Microsoft zu spiegeln.
Axel Oppermann, Senior Analyst der Experton Group /jf
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