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Schnelleres und genaueres Berichtswesen sehen die Anwender laut der BARC-Studie „The BI Survey 10“ als höchsten Nutzen von Business-Intelligence-Applikationen. Die Folgeplätze belegen bessere Geschäftsentscheidungen sowie eine verbesserte Datenqualität.
Für die Studie „The BI-Survey 10“ hat das Business Application Research Center (BARC) weltweit fast 3000 Business-Intelligence-Anwender aus über 80 Ländern zu ihrer Erfahrung mit 60 Softwareprodukten befragt. Für die vergleichende Beurteilung des Geschäftsnutzens berechneten die Analysten aus insgesamt zehn Nutzenkategorien den Business Benefit Index (BBI). Der gewichtete BBI dient im Survey zum Vergleich von Fragestellungen über den erzielten Nutzen. Erstes Ergebnis: Weiche Faktore, wie beispielsweise schnelleres und genaueres Berichtswesen sowie bessere Entscheidungen, erreichen die Projekte nach Angaben der Teilnehmer öfter als harte Faktoren, wie Einsparungen bei Kosten und Personal.

Analyse-Software führt das Nutzen-Ranking an
Bei der Frage nach dem höchsten Nutzen erzielen in der Auswertung nach Vergleichsgruppen Analyse-Software sowie Lösungen für Corporate Performance Management besonders gute Resultate. Gründe hierfür können in der meist relativ kleinen Größe der Hersteller in diesen Vergleichsgruppen liegen: Werkzeuge kleinerer Anbieter stehen bereits seit Jahren in der Anwenderbeurteilung an der Spitze.
In der Anbietergruppe der sogenannten IT Giants schneidet Microsoft am besten ab. Bei den sogenannten BI Giants sind die Spitzenreiter die Reporting und Analysis Services des MS SQL Server gefolgt von MicroStrategy und QlikTech. Die Vergleichsgruppe der Analysespezialisten führen Evidanza, Dimensional Insight und Panorama an. Innerhalb der Gruppe Corporate Performance Management erzielten die Reporting und Analysis Services des MS SQL Server, BOARD und Jedox Bestplatzierungen.
59 Prozent aller Käufer von BI-Software geben an, vor dem Kauf eine umfassende vergleichende Software-Auswahl durchgeführt zu haben. Das sind zehn Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Die Korrelation zwischen fundiertem Auswahlprozess und erfolgreichem späteren Einsatz ist prägnant, weil die gut informierten Käufer signifikant mehr Geschäftsvorteile erzielen als Unternehmen, die nur eine oder gar keine Produktevaluation durchgeführt haben.

Bei den Problemen dominiert die Unternehmenspolitik
Bei der Frage nach den Problemen beim Einsatz der BI-Software führt mit 20 Prozent der Nennungen die Unternehmenspolitik das Ranking an. Es folgen der Vorjahresspitzenreiter Datenqualität mit 16 Prozent sowie administrative Probleme mit 15 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich eine Verbesserung: Ein Drittel der Anwender meldet keinerlei Probleme bei der Installation und beim Einsatz von Business-Intelligence-Software. Das sind drei Prozent mehr als im BI Survey 9.
Eine Möglichkeit, einer unklaren Unternehmenspolitik und administrativen Problemen zu begegnen, ist die Schaffung einer dezidierten Organisationseinheit für Business Intelligence, oftmals Business Intelligence Competence Center (BICC) genannt. Hier kooperieren Vertreter von Business und IT im Unternehmen. Ungefähr die Hälfte der Befragten hat ein BICC im Einsatz. Weitere zwölf Prozent planen die Einführung. Projekte, die in Unternehmen mit vorhandenem oder geplantem BICC durchgeführt werden, erzielen bessere Ergebnisse als die Projekte ohne BICC.
Vordefinierte Applikationen führen in der Beliebtheit
Bei der Frage nach den Trends erscheint der Markt für vordefinierte Applikationen am reifsten: 54 Prozent der befragten Unternehmen setzen diese Technologie bereits ein. Es folgen standardisierte Chart-Formate (42 Prozent), Analysen in Echtzeit (40 Prozent) und prediktive Analysen (36 Prozent). 64 Prozent planen, in den kommenden zwölf Monaten in vordefinierte Applikationen zu inves-tieren, 59 Prozent wollen standardisierte Chart-Formate und 56 Prozent besonders komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge besser vorhersagen können. Die Teilnehmer wurden befragt, ob sie eine Technologie bereits im Einsatz haben, ob Pläne existieren, diese innerhalb der nächsten zwölf Monate einzusetzen, oder ob kein Einsatz geplant ist. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass Teilnehmer häufig zu optimistisch sind, was die Einführung neuer Technologien betrifft.
Mobiler Datenzugriff ist bislang noch Zukunftsmusik
Mit mobilen Endgeräten greifen bislang lediglich acht Prozent der Unternehmen, die BI-Software im Einsatz haben, auf ihre Reports zu. Weil derzeit viel über Mobile BI geredet wird, überrascht die geringe Verbreitung. Zwei Faktoren könnten die niedrige Zahl begründen, wie BARC-Analyst und Studienautor Barney Finucane erklärt: „Hauptnutzer von BI-Software sind oft Büro-gebundene Mitarbeiter, zum Beispiel Business Analysten und Berichtsersteller. Die vielleicht wichtigste Zielgruppe, nämlich das High Level Management, setzt die neue Technologie offenbar noch nicht in großem Umfang ein.“
22 Prozent der Befragten geben allerdings an, dass ihr Unternehmen Mobile BI in den nächsten zwölf Monaten einführen will. Weitere 27 Prozent planen einen künftigen Einsatz. Diese Werte deuten auf eine stärkere Verbreitung von Mobile BI in naher Zukunft hin.
Überdurchschnittlich gut verbreitet sind Collaboration mit 23 Prozent und Web 2.0 mit 15 Prozent aller Nennungen. Web 2.0 und Collaboration beinhalten alle Funktionen, mit denen ein Team zusammenarbeitet und Informationen aus Wikis, Blogs und sozialen Netzen nutzt. Social Media Analysis ist momentan ein Hype-Thema im Bereich der Analysen. Es liegen enorme Mengen unstrukturierte Daten aus sozialen Netzen vor. Allerdings nutzen momentan erst drei Prozent der Befragten entsprechende Analysen.
Die Gründe, warum Unternehmen zu bestimmten Lösungen greifen, variieren stark. So war beispielsweise für die Käufer von IBM TM1 und QlikTech die herausragende Performance das Schlüsselkriterium. Für Anwender der Microsoft Reporting Services and Analysis Services war es das Bundling, also die Paketierung in ein größeres Software-Angebot. QlikTech, Arcplan, Jedox, und MicroStrategy überzeugten durch ein besonders gutes Abschneiden im Proof of Concept. Kunden mit großen Nutzerzahlen entschieden sich überproportional häufig für Information Builders.
Die Autorin: Melanie Mack, Head of Market Research bei BARC