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550 Kunden kann SAP Business ByDesign derzeit vorweisen. Bis Jahresende wollen die Walldorfer diese Zahl verdoppeln. In der neuen Version 3.0 hat das On-Demand-Produkt eine aufpolierte Benutzeroberfläche bekommen und funktional zugelegt: „Im Rahmen unserer Initiative Ideas ByDesign haben wir über 500 Anregungen von Kunden und Partnern aufgenommen“, berichtet Christian Horak, Global Head SAP Business ByDesign Solution Marketing. „Meist waren das kleine Detailänderungen, wie etwa das Splitting von Eingangsrechnungen auf mehrere interne Kostenstellen.“ Neue Versionen von SAP Business ByDesign würden alle sechs Monate ausgeliefert – darin befänden sich dann auch die auf Kundenwunsch entwickelten Erweiterungen.
200 Partner arbeiten an Branchenerweiterungen
Neben dem Feedback der Kunden sind es vor allem die derzeit weltweit etwa 250 Partner, die das On-Demand-Produkt um neue Funktionalitäten anreichern. Seit der Version 2.5 haben sie ein Software Development Kit für Branchenerweiterungen bekommen, die in einer eigenen Softwareschicht laufen. „Wir haben in diesem Kit inzwischen etwa 40 der fast 10.000 Funktionen des Produktes für Änderungen und Erweiterungen freigeschaltet“, so Horak. „Mit jedem neuen Release werden wir diese Anzahl erhöhen.“ Die Partner arbeiten derzeit vor allem an der Benutzeroberfläche und den industriespezifischen Funktionen.
Auf der Hausmesse Sapphire hatten die Walldorfer im April angekündigt, dass sie das On-Demand-Produkt auch Großkonzernen für ihre Filialen schmackhaft machen wollen. Eine Funktionserweiterung betrifft daher die bessere Integration von Tochterunternehmen: Kundenaufträge im System der Filiale werden automatisch in das zentrale SAP-System des Mutterhauses übertragen, dort bestätigt und anschließend wird im Filialsystem der Rechnungsversand angestoßen. Das Zentralsystem konsolidiert Umsätze der Tochterunternehmen und synchronisiert darüber hinaus die Stammdaten.
Eine Hürde muss SAP bei dieser Koppelung laut Horak überwinden: Konzerne haben in ihrem Mutterhaus oft eine SAP Business Suite laufen, die sie sehr stark an die eigenen Bedürfnisse angepasst haben. Die Walldorfer Entwickler müssen nun sicher stellen, dass SAP Business ByDesign mit jedem dieser Systeme stabil und performant läuft. „Bei den Tochtergesellschaften arbeiten wir mit Partnern wie Accenture zusammen, die im Großkundenmarkt etabliert sind und deshalb den Roll-Out zu Tochterunternehmen übernehmen können.“
Bei Dienstleistern trifft SAP bislang auf wenig Konkurrenz
Die zweite Branchenverbesserung betrifft den Dienstleistungsbereich, der momentan das Kernsegment für SAP Business ByDesign darstellt. Das System bildet nun die Auftragsakquise, Service Level Agreements, Projektverwaltung und die detaillierte Rechnungsstellung an mehrere Empfänger durchgängig ab, ohne dass Anwender zwischen unterschiedlichen Modulen wechseln müssen. „Die Dienstleistungsbranche eignet sich sehr gut für Software as a Service“, erklärt Frank Naujoks, Analyst beim Schweizer Consulting-Haus Intelligent Systems Solutions (I2s). „Die Unternehmen haben geographisch verteilte Arbeitsplätze, die relativ wenig Funktionalität brauchen, aber ihre Projektzeitenerfassung und Preiskalkulation direkt im System machen wollen und nicht in MS Excel. SAP ist hier vorgeprescht, und sie hat bisher auf diesem Feld wenig Konkurrenz von anderen Anbietern.“
Nachholbedarf sieht Naujoks allerdings für die Fertigungsbranche: „Hier hat SAP Business ByDesign bislang keine mit den einschlägigen On-Premise-Lösungen vergleichbare Tiefe an Funktionalitäten. Um diese Lücke zu schließen, sind die Walldorfer auf Partner angewiesen.“ Beispielsweise auf den Anbieter Alpha Business Solutions, der seit Jahren Fertigungslösungen auf Basis von Proalpha anbietet, oder auf Itelligence und Data One, die für SAP Business ByDesign eine Plantafel entwickelt haben. Branchenlösungen für die Fertigungsindustrie stellen laut Naujoks einen deutlich größeren Markt dar als Branchenlösungen für Dienstleister, allerdings herrsche hier auch mehr Konkurrenz unter den Anbietern.
Vom I-Phone über I-Pad bis Android
Bis zur Version 2.6 hat SAP Business ByDesign ausschließlich das I-Phone als mobiles Gerät unterstützt. Hinzugekommen sind seitdem I-Pad und Blackberry sowie neuerdings Windows Phone 7. SAP spart sich über die Flash-Player-Architektur Programmieraufwand, wie Horak ausführt: „Die Business Objekte sind auf jeder Mobilplattform gleich, sie werden nur je nach Gerät in unterschiedlicher Größe und Farbe gerendert. Das ist viel einfacher als früher, wo wir für jedes Gerät eine neue Anwendung programmieren mussten.“ Windows 7 unterstützt sowohl Adobe Flash als auch Microsoft Silverlight, die Apple-Geräte keine der beiden Technologien. Solange Apple von dieser Position nicht abrückt, müssen die Walldorfer einen anderen Lösungsweg entwickeln.
Im Vertrieb von Business ByDesign ist SAP derzeit bei rund der Hälfte aller Deals aktiv und wählt die Kunden selbst aus. Das langfristige Ziel besteht laut Horak darin, den größten Teil der Aufträge über Partner zu gewinnen. Einen Weg dazu stellt der momentan im Betatest laufende App-Store dar. Ähnlich wie beim Web-Store von Apple bieten SAP-Partner dort Zusatzapplikationen an, welche den Funktionsumfang und den Industriefokus des Kernprodukts erweitern. Derzeit haben Partner dort etwa 50 Anwendungen hinterlegt. Beispiele sind der Webshop Hybris, der Integrations-Hub des Anbieters Crossgate sowie Anwendungen an Logistikdienstleister wie DHL und E-Procurement-Dienstleister wie Office Depot. „Jeder Vertriebspartner, der dort eine Anwendung hinterlegt, differenziert sich vom Wettbewerb und konkurriert fortan nicht mehr ausschließlich über den Preis“, erklärt Horak.
Der App-Store spart Anwendern Eigenentwicklungen
Naujoks schätzt die Verfügbarkeit von Anwendungen im App-Store als eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg von SAP Business ByDesign: „Der Store ist notwendig, weil dem Kernprodukt Funktionen fehlen, die sich auf diesem Weg sehr schnell ergänzen lassen. Die Beispiele von Apple und Salesforce zeigen, dass Entwickler über diesen Vertriebsweg mit einem relativ geringem Aufwand und zu vergleichsweise niedrigen Preisen eine große Anzahl Kunden erreichen.“ Für die Anwender wiederum bestehe der Vorteil darin, dass sie für eine Erweiterung keinen Dienstleister beauftragen müssen, der 1000 Euro pro Tag verlangt, sondern die App für wenige Euro erwerben, samt Dokumentation und der Sicherheit, dass sie mit dem System gut läuft. jf
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