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Teradata stellt eine hybride Data-Warehouse-Appliance vor

Mit Solid State Disks im Data Warehouse tritt Teradata gegen SAPs In-Memory-Konzept an. Zusammen mit der Speichervirtualisierung sollen sich Kostenvorteile gegenüber teurem Hauptspeicher ergeben.

Mittwoch 13. April 2011
„Sämtliche Daten im Hauptspeicher zu lagern, ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, da RAM die teuerste Speicherart ist“, erklärt Hermann Wimmer EMEA-Chef von Teradata.

Hybride Data Warehouses sind Teradatas Konzept, die Performance großer Analyse-Systeme zu beschleunigen. Im sogenannten Multi Temperature Data Warehouse werden Daten je nach Temperatur automatisch zwischen Solid State Disks (SSD) und klassischen Festplatten hin- und hergeschoben. Daten, auf welche die Anwender besonders häufig zugreifen, gelten als heiß und wandern auf schnelle SSD, während der Rest auf Festplatten lagert (siehe Grafik).

Das Virtual Storage System von Teradata klassifiziert die Daten anhand ihrer Zugriffswerte und verschiebt die häufig benötigten Informationen auf Solid State Disks.

Heiß sind lediglich 1,5 Prozent  aller Daten

Typischerweise sind laut Teradata bei den Unternehmen lediglich 1,5 Prozent der Daten heiß, und 47 Prozent aller Anfragen greifen darauf zu. Demgegenüber stehen zwei Drittel der kalten Daten, auf die nur unregelmäßig gelesen werden. „Sämtliche Daten im Hauptspeicher zu lagern, ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, da RAM die teuerste Speicherart ist“, berichtet Teradatas EMEA-Chef Hermann Wimmer. Teradatas Strategie zielt darauf ab, stets die am häufigsten gefragten Daten auf SSD vorzuhalten, um User-Queries performant zu beantworten. Technisch übernimmt diese Aufgabe das Virtual Storage System, welches die Daten anhand ihrer Zugriffswerte klassifiziert und speichert.

Verwirklicht ist das Virtual Storage-Konzept in dem auf der Teradata Universe Konferenz vorgestellten Active Enterprise Data Warehouse 6680, das sowohl SSD als auch klassische Festplatten enthält. Die Kapazität des Systems reicht von 7 Terabyte bis 36 Petabyte. Die Grundversion enthält 18 Solid State Disks und 36 bis 46 klassische Festplatten. „Je mehr heiße Daten ein Unternehmen hat, desto größer sollte der Anteil von SSD sein“, erklärt Teradatas Chefentwickler Scott Gnau. Mit einer zunehmenden Anzahl von Solid State Disks steigt allerdings auch der Preis. Für Unternehmen, die erst einmal mit klassischer Speichertechnologie starten wollen, hat Teradata das Active Data Warehouse 6650 vorgestellt. Es enthält ausschließlich Festplatten und lässt sich später um SSD erweitern.

 

SAP-In-Memory-Applikationen laufen parallel als Data Mart

Mit dem Ansatz eines Hybrid-Data-Warehouse positioniert sich Teradata scharf gegen SAPs in-Memory-Strategie. Trotz der Unterschiede in der Speicherstrategie kooperieren beide Unternehmen, wie Gerhard Kopper, Leiter von Teradatas SAP Partnerprogramm berichtet: „Viele Großkunden arbeiten mit heterogenen IT-Landschaften, die Data Warehouses verschiedener Anbieter unterhalten. SAP BW läuft seit 2009 nativ auf der Teradata-Plattform.“ Teradatas Data Warehouse übernehme in diesem Szenario die Funktion des zentralen Backbones, der sämtliche Analysesysteme im Unternehmen miteinander integriert, die Datenkonsolidiert und für die Qualitätskontrolle sorgt. In-Memory-Applikationen, wie beispielsweise SAP Strategic Workforce Planning laufen dann als parallele Data Marts, die ihre Daten aus dem Enterprise Data Warehouse von Teradata beziehen und im RAM analysieren.

 

Bei Marketing Automation werden Teradata und SAS zu Konkurrenten

Auch im Verhältnis zu SAS Institute agiert Teradata in enger Partrnerschaft. Konkurrenzsituationen sind äußerst selten, wie Thomas Goldstein, Leiter von Teradatas Partnerprogramm mit SAS Institute, ausführt: „Unser gemeinsames Ziel ist es, Daten und Prozesse näher zueinander zu bringen.“ Die Applikationen von SAS Institute laufen dabei ebenfalls nativ auf der Teradata-Plattform und nutzen dort die Performance und die Mechanismen zur Qualitätssicherung. In-Memory-Applikationen laufen wie im SAP-Beispiel als parallele Instanzen. So hatte SAS Institute beispielsweise im vergangenen Jahr in einem Testszenario für die Risikoanalyse einer Bank 200 Blade-Server mit je zehn CPUs zusammengeschaltet und dabei die Rechenzeit von 18 Stunden auf drei Minuten verkürzt.

Konkurrenten sind SAS Institute und Teradata allerdings im Bereich Marketing Automation: Im Februar dieses Jahres hat Teradata für 525 Millionen Dollar Aprimo übernommen, einen Anbieter von Cloud-basierten Anwendungen für integriertes Marketing-Management. Unternehmen können die Aprimo-Lösungen entweder aus der Cloud nutzen oder im eigenen Rechenzentrum betreiben. SAS Institute ist auf diesem Feld mit der Lösung SAS Marketing Automation aktiv, um operative Routinen mit strategischen Entscheidungen zu verknüpfen. „Bei gemeinsamen Kunden verfolgen wir eine koordinierte Target-Strategie“, erklärt Goldstein. „Abhängig von den Lösungsanforderungen und der Positionierung der beiden Hersteller beim Kunden bieten wir jeweils die Lösung mit dem größten Kundennutzen an - egal, ob die Komponenten von uns oder SAS Institute kommen.“ Der bisherige Begriff ‚Coopetition’ scheint bei der Beschreibung einer solchen Beziehung ausgedient zu haben. Das neue Kunstwort lautet ‚Frenemies’ und bezeichnet die Kombination aus Friends und Enemies. jf


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