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Business-Intelligence-Strategie fehlt oft noch

Das IT-Beratungshaus Cirquent und Professor Arnold Picot von der LMU haben eine Studie zum Einsatz von Business Intelligence (BI) durchgeführt. Als Management-Tool steht BI ganz oben auf der Liste - in der Praxis gibt es aber noch Defizite.

Freitag 18. Juni 2010
Die Grafik steht am Textende zur Großansicht bereit.

Business Intelligence-Anwendungen sind ein wesentlicher Faktor für leistungsfähiges Reporting und damit fester Bestandteil der IT-Unterstützung der Unternehmenssteuerung. Bei den meisten der von Cirquent und Professor Arnold Picot von der Ludwig-Maximilians-Universität München im Rahmen der Studie „BI Challenge“ befragen 150 Unternehmensvertreter würden die fachlichen Basisanforderungen an das Reporting auch erfüllt.

Keine Single Source of Truth

Die Berichtssysteme seien aber noch weit von einer „Single Source of Truth“ entfernt, wodurch die Aussagekraft von Berichten sowie deren effiziente Bereitstellung beeinträchtigt würde. Die oftmals heterogene BI-Landschaft führe häufig zu Mängeln in Bezug auf Konsistenz, Datenqualität sowie Effizienz in der Bereitstellung der Berichte. Die fehlende Qualität der bereitgestellten Berichte resultiere häufig in einem erheblichen Aufwand für Nachbearbeitung, Ergänzung und Korrektur der Berichte – oftmals in Excel.
Finde hier keine systematische Rückkopplung der Nachbesserungen mit BI- und Quellsystemen statt, bestehe die Gefahr, dass die existierenden Defizite weiter bestehen bleiben. Eine einheitliche und verbindliche Interpretation der Daten im Sinne einer „Single Source of Truth“ könne so nicht gewährleistet werden. Darüber hinaus belege die Studie, dass aufwendige Korrekturzyklen eine effiziente Berichterstattung erheblich beeinträchtigen. 

Dilemma für IT-Entscheider
Wie es in der Studie heißt, erkennen die Befragten die genannten Mängel durchaus, zögern aber, sie entschlossen mit neuen BI-Konzepten anzugehen. Hier spricht die Studie von einem Dilemma, vor dem viele stehen: Sollen sie sich eher auf die Konsolidierung einer heterogenen Landschaft von BI-Werkzeugen konzentrieren oder ohne Verzögerung neue Verfahren einführen, um dem aktuellen Bedarf zu genügen? Um diese Frage zu beantworten, schlägt die Studie vor, die betreffende BI-Lösung grundlegend darauf zu überprüfen, welchen Reifegrad sie fachlich, technisch und organisatorisch erreicht hat. Auf dieser Basis ließen sich dann gezielt Maßnahmen planen, um die Lösung auf einen insgesamt hohen Stand zu bringen.

Closed Loop BI stößt noch auf Skepsis
Für viele der Befragten sei das effiziente Bereitstellen von BI-Berichten die zentrale Aufgabe. Zukunftsweisende Modelle wie etwa Closed Loop BI stoßen laut der Studie dagegen auf Skepsis, obwohl erkannt werde, dass der Bedarf an weitergehenden Analyse- und Reportingfunktionen wachse. An Entwicklungen wie Real Time Reporting seien die teilnehmenden Unternehmen durchaus interessiert. Sie hätten allerdings erkennen lassen, dass bislang keine großflächige Nutzung geplant sei.


BI-Auslagerung wird kritisch gesehen

Einer irgendwie gearteten Auslagerung von BI-Systemen und -Prozessen stünden die von dem IT-Beratungshaus Cirquent Befragten kritisch gegenüber. Die Mehrzahl habe dies mit dem Risiko, Unternehmensdaten in fremde Hände zu geben, begründet.
Insgesamt zeige die Studie, dass die Datenqualität in den teilnehmenden Unternehmen hinter den Anforderungen an ein leistungsfähiges Berichtswesen zurückbleibe. Auch der Ausbau der Analysefunktionalität, etwa in Bezug auf Szenariotechniken, stünde in den kommenden Jahren auf der Agenda. hei

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