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Vergleichstest fordert ERP-Hersteller

Vier ERP-Hersteller traten in der dritten Zwischenrunde zum öffentlichen Systemtest an. IT -Entscheider überzeugte der Vergleich aufgrund des streng abgesteckten Fahrplans. Der Branchenprimus erfüllte die gestellten Aufgaben am besten – beim User-Rating schnitten andere besser ab.

Donnerstag 02. Juli 2009
Die Grafiken stehen unten auf dieser Seite zum Download zur Verfügung.

Vom Wareneingang über die Bestellung zu den Stücklisten, dann zur Fertigung mit einem Abstecher in die Personalabteilung – eine Tour, die im echten Unternehmen Stunden dauern würde, führten vier ERP-Anbieter am 23. und 24. Juni in Dortmund im Minutentakt vor. Beim Enterprise-Resource-Planning (ERP)- Systemtest hatten die Veranstalter, die GPS mbH aus Ulm und die MQ Result Consulting AG, alles haarklein vorgegeben.

Anspruchsvoller Test-Parcours

Entsprechend anspruchsvoll war der Parcours durch das fiktive Musterunternehmen. Da musste der Lieferant in den USA und der Kunde in der Schweiz eingebunden werden, es galt Fertigungsaufträge in Teil-Aufträge zu zerlegen und Versandgüter auf mehrere Lkws mit jeweils korrekten Frachtpapieren zu verteilen. Und zu guter Letzt musste alles richtig verbucht werden, getreu dem von Matthias Wetzler von der GPS Gesellschaft zur Prüfung von Software eingebrachten Leitsatz: „Ein Geschäftsprozess ist erst abgeschlossen, wenn sein Wert verbucht ist.“

Sportlicher Zeitrahmen

Bei den Präsentationen ging es dementsprechend Schlag auf Schlag: Neun detailreiche Szenen von Customer Relationship Management (CRM) über Einkauf und Konstruktion bis hin zu Reklamation und Auswertung waren zu absolvieren – und das alles in einem sportlichen Zeitrahmen. So war es kein Wunder, dass trotz der trockenen Materie die Zuschauer das Geschehen gespannt verfolgten. Viele machten sich eifrig Notizen, während vorne die Präsentatoren beim Parforceritt durch Eingabemasken und Abfragetabellen schwitzten. „Durch den streng abgesteckten Fahrplan wird ein echter Vergleich möglich“, berichtet IT-Entscheider Frank Lüddecke. Der Leiter Zentral-IT der SIAG Schaaf Industrie AG sucht ein ERP-System, das es mit dem starken Wachstum des Windenergie-Zulieferers aufnehmen kann. Ob er sein bestehendes Sytem ablösen wird, weiß der Dernbacher noch nicht, aber: „Es steht auf dem Prüfstand.“ Elke Warmsbach dagegen will in der Bonner GINO GmbH zum ersten Mal ERP einführen. „Bisher haben wir Insellösungen und arbeiten viel mit Office“, erklärt die Prokuristin der Elektrotechnischen Fabrik. Für sie ist die Veranstaltung Teil des ERP-Auswahlprozesses für das 170-Mann-Unternehmen. 

IT-Entscheider bewerten mit

Die Veranstaltung war der dritte Teil einer Reihe mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten. Während in den zurückliegenden Teilen die Multisite-Fähigkeiten und die Eignung für den Maschinen- und Anlagenbau auf der Tagesordnung standen, wurden diesmal unterschiedliche Architekturen getestet. Offiziell in die Bewertung fließen auch die Eindrücke der Teilnehmer ein. Die Praktiker aus den Unternehmen konnten für jede einzelne Teilaufgabe bewerten, wie gut die jeweilige Lösung ihn absolviert hat. Zusammen mit den Bewertungen der Veranstalter ergebe sich so ein realistisches Bild. Wie komplex und manchmal auch widersprüchlich das Thema ERP sein kann, zeigt die Einschätzung eines Teilnehmers: „Persönlich hat mir AvERP am besten gefallen, für unser Unternehmen wäre ams.erp gut geeignet, aber letztendlich führen wir SAP ein, weil nur dieses ERP-System in einem Unternehmen unserer Größe alle Anforderungen erfüllt.“ Seine Firma hat 6000 Mitarbeiter. Achim Wagenknecht /hei



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