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Die IDS Scheer AG, nach eigenen Angaben auf dem Weg zum Weltmarktführer für Business Process Management (BPM), will nach Restrukturierung und Refokussierung auf das Thema BPM im vergangenen Jahr in der Zukunft wieder wachsen. Dazu denkt das Saarbrücker Unternehmen, das 2008 einen Umsatz von 400 Millionen Euro erzielte und im TecDAX notiert ist, nach den Worten des Vorstandsvorsitzende Peter Gérard auch über den Kauf von Unternehmen mit interessanten Technologien nach. „Wir wollen keinen Wettbewerber kaufen, keine ERP-Technologie und keine Anbieter von Content Management“, sagte Gérard vor Journalisten auf der Kundenveranstaltung „ProcessWorld on Tour“ in München. „Wir überprüfen den Markt. Ich habe einige Ideen im Kopf“, so Gerárd weiter und verwies auf die 120 Millionen Euro vorhandenen liquiden Mittel. In Frage kämen Unternehmen, die eine überlegene Technologie besitzen, die zur Produktsuite ARIS passe.
Etwas umständlich beschreibt der Vorstandsvorsitzende das Geschäftsmodell von IDS Scheer nach der erfolgten Restrukturierung: „Wir sind kein Produktunternehmen. Wir sind kein Beratungsunternehmen. Und wir sind auch nichts dazwischen. Der Kern des Unternehmens ist das Produkt ARIS. Die Hülle (shell) ist das Consulting.“ Vom Marktpotenzial für BPM-Software ist Gerárd gerade vor dem Hintergrund der Finanz- und Bankenkrise, überzeugt: „Ich verstehe gar nicht, wie ein Unternehmen ohne Einsatz von BPM und einer entsprechender Software-Lösungen gesetzes- und vorschriftenkonform (compliant) handeln kann.“ Er wünsche sich, dass die BPM-Suite von IDS Scheer, ARIS, auf jedem Desktop-PC in Unternehmen vorhanden sei.
Stefan Trägler, Leiter Organisation bei der Landesbank Berlin, berichtete auf der „ProcessWorld on Tour“, dass mit ARIS alle rund 4000 Geschäftsprozesse der Universalbank mit einer Bilanzsumme von 145 Milliarden Euro und 6000 Mitarbeitern dokumentiert sind. Eine Analyse im Vorjahr habe ergeben, dass zwischen Januar und November 2008 weit über die Hälfte dieser Prozesse aufgrund neuer Vorschriften und Vorgaben der Aufsichtsbehörden und des Gesetzgebers geändert werden mussten. Für Trägler besteht der Hauptnutzen aus der Anwendung von ARIS nicht etwa in der möglichen und realisierten Effizienzsteigerung bei Geschäftsprozessen sondern darin, dass die Landesbank Berlin gesetzes- und vorschriftenkonform handelt. Die Geschäftsprozessdokumentation, die im Intranet verfügbar ist und auf die 35000 Mal im Monat zugegriffen wird, ist auch die Basis für ein neues IT-System, das bis 2012 eingeführt werden soll. Um den Mitarbeitern die Anwendung von ARIS zu erleichtern, kommt bei der Landesbank Berlin mit ARIS Light ein bankinterne Anpassung zum Einsatz. dk