Sie sind hier:
Startseite
Kundenmanagement (CRM)
Den Status Quo
in deutschen Unternehmen hat die Experton Group untersucht. Eine wichtige Erkenntnis: Konflikte sind programmiert, sollten Unternehmen in Zukunft den Einsatz von Unified Communications im größeren Stil planen. „Denn das ,immer und überall erreichbar sein‘ macht an Unternehmensgrenzen keinen Halt, sondern wirkt sich auf die Privatsphäre aus", begründet Wolfram Funk, Senior Advisor des Marktforschungsunternehmens Experton Group, mögliche negative Auswirkungen. Die Life-Work-Balance sei in Gefahr. „Management und Mitarbeiter müssen sich aufeinander zu bewegen und auch der Betriebsrat ist entsprechend rechtzeitig über etwaige Vorhaben zu informieren. Gemeinsam müssen sie verträgliche Richtlinien für die Nutzung von UC verabschieden", ergänzt Funk.
Die Experton Group hat im Herbst dieses Jahres insgesamt 321 deutsche Unternehmen über ihren Status in Sachen einheitliche Kommunikation befragt. Noch dominiert zwar das Festnetztelefon und auch E-Mail-Systeme werden weitgehend Stand-alone betrieben. Erst vier Prozent der Befragten haben eine vollständig integrierte UC-Lösung im Einsatz, bei der alle Kommunikationsmittel in einem Tool genutzt werden. Aber ein Drittel der Probanden betreibt mittlerweile teilintegrierte Lösungen. Das Gros der Befragten (63 Prozent) verwendet vollständig voneinander isolierte Kommunikationsmittel. Wegen dieser geringen Marktdurchdringung schätzt die Experton Group das Umsatzpotenzial für Produkte und Services für Unified Communications in Deutschland im Jahre 2010 auf etwa 1,3 Milliarden Euro, was einer jährlichen Steigerung von 2007 bis 2010 um 46 Prozent entsprechen würde. Der Anteil der Dienstleistungen am Marktvolumen soll dann bei knapp 60 Prozent liegen.

„Die treibenden Kräfte hinter den UC-Vorhaben sind mehrheitlich Geschäftsleitung und IT-Verantwortliche", sagt Fionn Schreiner, Junior Advisor bei Experton, mit Verweis auf die Ergebnisse der Studie. Primäres Ziel, das Unternehmen mit einer einheitlichen Kommunikation verfolgen, seien beschleunigte Geschäftsprozesse und der Wunsch, Durchlaufzeiten zu verkürzen. Überdies soll die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten verbessert werden sowie Reaktionszeiten verkürzt und die Erreichbarkeit von Mitarbeitern erhöht werden.
Hinderlich bei der Einführung nannten die Befragten die hohe technische Komplexität bei der Implementierung. Negativ wirke sich auch die häufig geringe Akzeptanz von UC durch die Mitarbeitenden aus. „In diesem Punkt scheinen die Projekte häufig zu scheitern und dadurch nicht den erwarteten Nutzen zu bringen", führt Analyst Funk aus. Trotz aller Hürden und Akzeptanzschwächen sind nur knapp sechs Prozent der Auffassung, dass sich die Einführung nicht gelohnt habe. Sieben von zehn Befragten verbuchten einen finanziellen und nicht-finanziellen Nutzen. Jeder fünfte bemerkte Verbesserungen bei weichen Faktoren wie bessere Erreichbarkeit, rund fünf Prozent erzielten finanzielle Verbesserungen.
„Alles in allem sind die Anwender, die UC vollständig oder teilweise umgesetzt haben, sehr zufrieden, wobei ihnen klar sein sollte, dass der Nutzen größer wird, je mehr Mitarbeiter mitmachen und je mehr verschiedene Kommunikationsmittel integriert sind", führt Funk aus. Interessant ist allerdings, dass für die 63 Prozent der Befragten, die kein UC machen, fehlender bzw. nicht erkennbarer Nutzen der Hinderungsgrund ist. „Es gibt noch reichlich Erklärungsbedarf sowie die Notwendigkeit konkreter Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, damit Unternehmen von dem Konzept überzeugt werden", erläutert Experton-Analyst Fionn Schreiner. Bernd Seidel