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IT-Strategie
SaaS-Lösungen
im Bereich von Business Software finden sich derzeit bei circa elf Prozent der Unternehmen. Dies ergab eine Umfrage des auf die Software-Auswahl spezialisierten Beratungshauses Trovarit in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen. Aus Sicht der Teilnehmer sprechen vor allem die Unterstützung verteilter Unternehmensstrukturen wie viele Standorte, Home Offices, Mobiler Außendienst, Flexibilität im Hinblick auf Nutzungsumfang (und auch -dauer), die Übernahme des Betriebsrisikos durch den Dienstleister sowie hohe Kostentransparenz für den Einsatz von ERP-Lösungen nach dem SaaS-Ansatz. Entsprechende Aussagen fanden jeweils bei über 50 Prozent der Studienteilnehmer starke beziehungsweise uneingeschränkte Zustimmung.
Jedoch eignen sich aus der Sicht der Studienteilnehmer vor allem Anwendungsgebiete mit hoch formalisierten oder relativ einfachen Aufläufen. Zwischen 40 und 50 Prozent der Befragten sind gemäß der Studie der Ansicht, dass der SaaS-Ansatz besonders für Business Software aus Anwendungsgebieten wie dem Personalwesen beziehungsweise der Entgeltabrechnung (circa 48 Prozent), dem Customer Relationship Management (circa 41 Prozent) und der Finanzbuchhaltung/dem Rechnungswesen (circa 40 Prozent) geeignet ist. Rund 35 Prozent der Teilnehmer sehen dies auch für das Projektmanagement sowie für das Dokumentenmanagement. Deutlich weniger unter den Befragten (15 Prozent bis 25 Prozent) halten den SaaS-Ansatz in Anwendungsgebieten der inner- und überbetrieblichen Logistik (Supply Chain Management, Warenwirtschaft und PPS) für besonders geeignet. Dienstleister sind gemäß der Studie dem SaaS-Ansatz gegenüber insgesamt deutlich aufgeschlossener als Handel und Industrie. Dabei reagiert laut Trovarit die Industrie im Hinblick auf einige Gegenargumente wie die begrenzte Flexibilität der Software sowie zum Teil auch fehlende (Spezial-)Funktionen besonders sensibel.
Im Allgemeinen unstrittig sei aber, dass mittels des SaaS-Ansatzes ERP-Anwendungen flächendeckend und zu transparenten Kosten bereitgestellt werden können. Ebenso billige die Teilnehmerschaft an der Studie dem SaaS-Ansatz Flexibilität im Hinblick auf Nutzungsumfang beziehungsweise -dauer zu, so dass im Bedarfsfall Kostenstrukturen angepasst werden können. Schließlich sehen die Teilnehmer laut Trovarit Potential zur Entlastung der IT durch ein reduziertes Betriebsrisiko, geringeren Personalaufwand und einfachere Updates beziehungsweise Release-Wechsel. Allerdings sei man sich auch weitgehend einig darüber, dass die Einbindung von ERP-as-a-Service in die bestehende Softwarelandschaft eines Unternehmens eine erhebliche Herausforderung darstellt. Im Hinblick auf die Anschaffungs-, Implementierungs- und Betriebskosten beziehen die Teilnehmer der Studie überraschend wenig Position: Weder verbinden sie mit ERP-as-a-Service in besonders hohem Maße kurze Einführungszeiten und niedrige Anschaffungs- beziehungsweise Einführungskosten noch befürchten sie ausufernde Integrationskosten.
Schließlich offenbart die Studie im Hinblick auf wichtige Aspekte ein erhebliches Maß an „Zerrissenheit" der Teilnehmer: Einerseits werde in der „Übernahme des Betriebsrisikos durch den Dienstleister" ein starkes Pro-Argument gesehen, andererseits fürchte man die damit verbundene „Abhängigkeit vom SaaS-Anbieter". Einerseits billige man SaaS „hohe Datensicherheit" im Sinne regelmäßiger Datensicherungen, Ausfallsicherheit und Recovery-Services zu. Andererseits fürchte man „Datensicherheit" im Sinne der Preisgabe von vertraulichen Geschäftsinformationen aufgrund der Tatsache, dass die Daten außerhalb des Unternehmens gehalten werden. Einerseits begrüße man die flexiblen Nutzungskonzepte von SaaS, während man andererseits die „mangelnde Anpassbarkeit der Software" an individuelle Gegebenheiten beziehungsweise den daraus resultierenden „Zwang zur Adaption der Geschäftsprozesse an die Software" fürchtet.
Beim Thema ERP-as-a-Service findet sich laut Trovarit auch ein Spannungsfeld wieder, das bereits vor 20 bis 25 Jahren die Diskussion im Bereich von Business Software befeuert hat: „Das Für und Wider der Standardssoftware".
Der Vorteil dieses Ansatzes liege darin, dass nicht nur der Aufwand für die (Weiter-)Entwicklung der Software auf sehr viele Schultern verteilt werden kann, sondern auch der Aufwand und das Risiko für den Betrieb. Die Voraussetzung und gleichzeitig der Preis für diese Entlastung sei laut Trovarit die Standardisierung des Services, die dazu führt, dass die Software nicht in beliebigem Umfang auf die individuellen Gegebenheiten des einzelnen Anwenders zugeschnitten werden kann. hei