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Microsoft konkretisiert Software-plus-Services

Microsoft zündet Cloud-Rakete

Deutsche IT-Entscheider interessieren sich zunehmend für Software-as-a-Service-Lösungen. Microsoft bietet ihnen mit seinem Software-plus-Services-Ansatz Freiheit bei der Wahl des gewünschten Lizenzmodells.

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mit seinem Partner Salesforce.com Bürosoftware und Anwendungen für Customer Relationship Management (CRM) schon seit Längerem erfolgreich zur Miete über das Internet, also als Cloud-Computing bezeichnete On-Demand-Lösungen.

Software-plus-Services bietet Kunden Wahlfreiheit

Auch Microsoft-Chef Steve Ballmer hat die Vorteile dieser Angebotsform erkannt und bietet Produkte wie die Bürosoftware Office, Kollaborationslösungen wie das E-Mail-System Outlook oder betriebswirtschaftliche Standardsoftware wie Dynamics CRM ebenfalls auf diesem Weg an – allerdings nicht nur. Das Software-plus-Services-Konzept von Microsoft sieht vor, Anwendungen sowohl als Lizenz zum Kauf als auch als Mietlösung über das Internet anzubieten. „Kunden können wählen und kombinieren“, beschreibt Lynn-Kristin Thorenz, Consultant bei Pierre Audoin Consultants (PAC), die Vorteile des Microsoft-Modells gegenüber reinen Software-as-a-Service(SaaS)-Angeboten. Nicht jeder Kunde möchte seine gesamten Daten in der „Cloud“ abspeichern und von dort abrufen. Zudem sei es bei SaaS-Lösungen nur begrenzt möglich, die Software-Anwendungen an die unternehmenseigenen Geschäftsabläufe anzupassen. „Gerade der gehobene Mittelstand in Deutschland sieht in seinen spezifischen Prozessen aber seinen Wettbewerbsvorteil und will diese deshalb auch softwareseitig unterstützt haben“, erläutert die PAC-Analystin.

Dennoch wächst die Nachfrage an Software-as-a-Service-Angeboten – auch in Deutschland. Laut PAC betrug das SaaS-Marktvolumen hierzulande im Jahr 2008 rund 350 Millionen Euro. Für die nächsten drei Jahre prognostiziert das Marktforschungs- und Beratungshaus ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 20 Prozent. 2011 würden Unternehmen in Deutschland somit bereits 600 Millionen Euro in SaaS-Anwendungen investieren.

iQ4bis-Geschäftsführer Michael Hochgesang zeigte in Texas Business-Intelligence-Lösungen auf Microsoft-Basis.

Microsoft gibt Preise für neue Online-Dienste bekannt

Davon will auch Microsoft profitieren. Im Rahmen seiner weltweiten Partnerkonferenz in Houston (Texas) hat der Softwarekonzern den Start von zwei neuen Online-Suiten unter dem Namen Microsoft Online Services bekannt gegeben. Bei diesen Diensten handelt es sich um eine Reihe von Unternehmensanwendungen, die von Microsoft gehostet werden und Kunden auf Mietbasis zur Verfügung stehen.

Die Microsoft Online Business Productivity Suite besteht dabei aus Microsoft Exchange Online, SharePoint Online, Communications Online sowie Office LiveMeeting. Im Mittelpunkt der Microsoft Online Deskless Suite stehen die beiden neuen Tools – Exchange Online Deskless und SharePoint Online Deskless.

Microsoft Online Deskless ist eine Suite von Anwendungen für Mitarbeiter, die typischerweise nur einen kleinen Anteil ihrer täglichen Arbeitszeit am PC verbringen, jedoch auf eine kontinuierliche Kommunikation mit Kollegen und Partnern angewiesen sind. Exchange Online Deskless biete dem Nutzer Zugriff auf E-Mail-Funktionen, Kalender, weltweite Adresslisten, Anti-Virus- und Anti-Spam-Filter sowie eine Integration in Microsoft Outlook oder Outlook Web Access Light. SharePoint Online Deskless gebe Mitarbeitern Zugriff auf das SharePoint Portal ihres Unternehmens sowie auf Team-Seiten und Suchfunktionen. Lizenzen für eine „Deskless“-Suite sind in den USA zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von drei US-Dollar pro Monat und Nutzer erhältlich.

Neue Online-Suite unterstützt Information Worker

Unter dem Namen Microsoft Online Business Productivity Suite bietet Microsoft eine Zusammenstellung von Online-Anwendungen, die sich an Information Worker wendet, also an Mitarbeiter, für die der Computer zum täglichen Arbeitsmittel gehört.

Microsoft Exchange Online ist ein Messaging-Dienst, der auf dem Microsoft Exchange Server 2007 basiert. Er zentralisiere die unternehmensweite Kommunikationsinfrastruktur. Anstelle vieler redundanter Datenzentren, die in großen Unternehmen den E-Mail- und Kommunikationsverkehr steuern, übernehme mit Exchange Online ein einziger Dienst diese Aufgabe.

Microsoft Office SharePoint Online stellt dem Anwender eine virtuelle Umgebung für die unternehmensweite Zusammenarbeit bereit. Mitarbeiter haben den Angaben zufolge hier die Möglichkeit, sich mit Teammitgliedern weltweit auszutauschen, Ressourcen einzusehen und Informationen zu suchen, aufzubereiten beziehungsweise zu verwalten. Die Suite wird in den USA künftig zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 15 US-Dollar pro Monat und Nutzer als Gesamtpaket angeboten. 

Deutschland-Start ist erst für Mitte 2009 avisiert

Microsoft stellt die Online-Services als Suiten oder jeweils als Einzelanwendungen zur Verfügung. Als Produktbundle sind die beiden Online-Dienste aber laut Robert Helgerth, Direktor Mittelstand und Partner bei Microsoft Deutschland, 40 bis 50 Prozent günstiger. Die beiden Online-Suiten sind ab sofort für Kunden in Nordamerika verfügbar. Der Marktstart in Deutschland ist für die erste Jahreshälfte 2009 geplant.

Der seit Kurzem auch auf dem deutschen Markt agierende norwegische ERP-Hersteller Mamut hat in Houston ebenfalls den Ausbau seines Software-plus-Services-Angebotes bekannt gegeben. Basierend auf der Mamut Business Platform will das Softwarehaus Microsoft Online Services als zusätzlichen Bestandteil der kaufmännischen Software Mamut One anbieten. „Microsoft Online Services werden unsere Strategie festigen, Lösungen anzubieten, die das Beste aus Business-Software-Anwendungen und Web-Services kombinieren“, erklärt Eilert Hanoa, Chief Executive Officer (CEO) von Mamut.

Das Ziel von Mamut One sei, den Einsatz und die Verwaltung von Software und Services für kleine und mittelständische Unternehmen durch verbesserte Funktionalität und Zugangsmöglichkeiten zu vereinfachen. Mamut One sei eine integrierte Single-Sign-On-Lösung. „Zusammen mit Mamut bieten wir unseren Kunden Auswahlmöglichkeit und Flexibilität an, die eine Schlüsselrolle sowohl in den Microsoft Online Services als auch in der Software-plus-Services-Vision haben“, erläutert Allison L. Watson, Corporate Vice President Worldwide Partner Group bei Microsoft. „Unternehmen können dadurch Software entweder als Service beziehen oder von hauseigenen Servern. Eine Kombination aus beiden ist auch möglich – je nachdem, welche spezifischen Anforderungen ein Unternehmen hat.“

Business Intelligence verzahnt mit Microsoft Dynamics

Neben den neuen Online-Diensten hat Microsoft in Houston bekannt gegeben, dass zum ersten Mal auch eine Web-Edition für die Datenbank MS SQL Server ab der Version 2008 verfügbar sein soll. Ab August steht das für November 2008 avisierte neue Datenbank-Release auf der Preisliste für Microsoft-Partner. „Im Gegensatz zu Oracle erhöhen wir die Preise nicht“, hebt Bob Kelly, Corporate Vice President Server and Tools bei Microsoft, in Houston hervor.

Das dürfte auch die zahlreichen Microsoft-Partner freuen, die auf Basis des SQL Server beispielsweise Business-Intelligence-Lösungen entwickeln wie iQ4bis (siehe auch is report 7+8/2008 ab Seite 12). Der Business-Intelligence-Spezialist iQ4bis hat mit dem Komplettpaket DynamicsExtra eine Produktsuite speziell für Unternehmen präsentiert, die bereits Microsoft Dynamics AX oder NAV einsetzen. Die Produktsuite DynamicsExtra setzt sich aus iQ4bis Data Server, der die Daten holt, in das Data Warehouse schreibt und den Cube aufbaut, sowie dem Analyse-Werkzeug iQ4bis Analysis zusammen. DynamicsExtra bietet iQ4bis zum Festpreis an. hei