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IT-Strategie

Mit dem
„Cloud Vendor Benchmark 2010" hat die Experton Group einen dedizierten Vergleich der Cloud-Computing-Angebote im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. Dieser bewertet die wichtigsten Hersteller gemäß ihrer Cloud-Angebote aus der Perspektive deutscher IT-Manager und Anwendungsentwickler. Die Angebote werden nach der strategischen Ausrichtung der Hersteller (Roadmap), Tiefe und Breite des Portfolios, Technologie, Service-Qualität sowie Preisgestaltung und Nutzungsbedingungen untersucht. Innerhalb der Studie werden die Angebote der Hersteller nach dem jeweiligen Zielkundensegment (Kleine Unternehmen, Mittelstand, Großunternehmen und Developer), der Cloud-Typologie (Public, Private, Hybrid), dem Leistungsspektrum (IaaS, Paas, SaaS) sowie weiteren Kriterien analysiert und bewertet. Der Vergleich soll CIOs und IT-Manager konkret bei der Evaluierung und Auswahl des passenden Angebots unterstützen.
Microsoft Azure, Google AppEngine, Amazon AWS – welches ist die richtige Cloud-Plattform für mein Unternehmen? Diese Frage stellen sich viele IT-Entscheider und Anwendungsentwickler in den Unternehmen.
Aufgrund der derzeitigen Marktdynamik und einer Vielzahl von Produktankündigungen fällt es zunehmend schwer, den Überblick zu behalten. Und nicht nur diese Faktoren erschweren den Überblick, denn es ist auch nicht leicht, diese Produkt- und Service-Ankündigungen richtig einzuordnen. Es kursieren unzählige Definitionen zu diesem Thema im Markt, was zu einer Unschärfe in der Abgrenzung der Angebote führt.
Es gilt genau zu unterscheiden, bei welchen Offerings es sich tatsächlich um echte Cloud-Angebote handelt. Zum Beispiel werden auch Outsourcing-Services als Cloud Computing deklariert, um damit auf der aktuellen Cloud-Welle mit zu schwimmen. Wirkliche Cloud-Angebote, wenn man einmal von Software-as-a-Service (SaaS) absieht, sind noch eher rar.
Es gibt aber auch heute schon genügend Angebote auf dem Markt, um die unterschiedlichsten Anforderungen und Bedürfnisse von Unternehmen und Entwicklern zu erfüllen.
So teilt sich der Markt nicht nur in die Bereiche Infrastructure-as-a-Service, Software-as-a-Service und Plattform-as-a-Service. Zudem konkurrieren Hardwarehersteller, Softwarefirmen sowie Internet- und Telekommunikationsunternehmen um die Vorherrschaft in der Cloud. Hieraus das richtige Angebot und den richtigen Anbieter zu wählen ist nicht leicht, allerdings die Voraussetzung um wirkliche Benefits als Anwender aus dem Modell zu ziehen.
Für professionelle Anwender im deutschsprachigen Raum herrscht aber gemäß der Studie vielfach noch Unmut hinsichtlich der Cloud-Angebote der Hersteller. So existieren nur in wenigen Fällen die relevanten Produktinformationen in Landessprache. Auch die Nutzungsbedingungen sind auf den anglo-amerikanischen Rechtsraum ausgerichtet und Preise nur selten in Euro ausgewiesen.
Derzeit bietet Microsoft mit seiner Azure-Plattform das wohl breiteste Angebot. So können Unternehmensanwender über Azure Infrastruktur, wie CPU und Storage, aber auch Software und entsprechende Entwicklungs-Tools nutzungsabhängig beziehen und die erstellten Anwendungen auch mit der bestehenden IT-Infrastruktur verbinden. Bei der Integration der unternehmensinternen IT mit externen Cloud-Services spielt Microsoft daher eine führende Rolle, da annähernd alle Produkte wahlweise auf eigenen Infrastrukturen („Dedicated") oder in der Cloud betrieben und miteinander verbunden werden können. Der Anwender kann sich allerdings den Rechenzentrumsstandort nicht frei wählen. Somit sind in vielen Fällen wichtige Compliance-Fragen noch ungeklärt.
Demgegenüber bietet T-Systems seinen Kunden ein ländermarktspezifisches Angebot mit entsprechendem Support und Datenspeicherung am Standort Deutschland. Das Angebot an Services ist bei T-Systems allerdings bei weitem nicht so umfangreich wie bei Microsoft.
Die Auswahl des Rechenzentrumsstandortes ist auch bei Amazon mittlerweile möglich, auch wenn der Marktführer und Pionier im Bereich Infrastructure-as-a-Service sich mit seinem rein englischsprachigen Angebot noch primär an Kunden auf dem US-Markt und an Internetunternehmen richtet.
IBM geht im Bereich Infrastructure-as-a-Service einen Sonderweg, denn durch eine Partnerschaft mit Amazon werden Services unter dem Namen „AMI – Amazon Machine Images" indirekt am Markt angeboten.
Im Segment „Public Cloud" bieten nur die US-Unternehmen Amazon, Microsoft, Google und Salesforce entsprechende Services an, die Kunden ohne Zugangsbeschränkung flexibel über das Internet nutzen können. Einer der wenigen deutschen Anbieter in diesem Segment ist die Bertelsmann-Tochter Nionex, die mit klar strukturierten IaaS-Angeboten eine attraktive Alternative bietet.
Bei der Bereitstellung kundenindividuell konfigurierter „Private Clouds" zählen IBM, T-Systems, Microsoft und HP zu den eindeutig führenden Anbietern. Zwar bieten auch hier FTS, Pironet, Amazon und DTGK Lösungen an, sie liegen aber hinsichtlich Angebotsattraktivität und Wettbewerbsstärke nicht auf dem Niveau der Erstgenannten.
Die Marktwahrnehmung als Cloud-Anbieter hängt bei den untersuchten Herstellern stark von deren Cloud-Historie sowie dem aktuellen Marketing-Budget ab. So liegen Amazon, IBM und Microsoft deutlich vor kleineren Anbietern wie Pironet und Nionex. Allerdings können eine unklare Strategie sowie eine diffuse Portfoliostruktur selbst bei marktführenden Technologieanbietern, wie HP oder FTS, zu einer ausgeprägt schwachen Marktwahrnehmung als „Cloud Anbieter" führen.
Derzeit können nur wenige Hersteller „alles aus einer Hand" bieten. Steigender Wettbewerb und sich ausdifferenzierende Angebote seitens der Anbieter führen zu einem innovativen und preiseffizienten Markt.
So ist zu erwarten, dass sich das Preisniveau für einfache Infrastruktur-Services (IaaS) sowie Cloud-basierte Applikationen (SaaS) und Entwicklungswerkzeuge (PaaS) weiter absenken wird. Trotzdem müssen Anwender bei einigen der heute offerierten IaaS-Angebote noch sehr genau hinschauen, inwiefern sich hinter den Marketingversprechen die gewünschte einfache Skalierungsfähigkeit und ein nutzungsabhängiges Abrechungsmodell verbergen.