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IT-Strategie
Vielerorts beschäftigt sich ausschließlich die IT-Abteilung mit der Einführung von Cloud Computing. Reicht das aus?
Nein. Cloud Computing ist nicht nur eine Sache der IT, und deshalb müssen mehrere Abteilungen übergreifend zusammenarbeiten. Auch Experten aus den Business Units sowie aus Rechtsabteilung, Einkauf, Compliance, Datenschutz oder Informationssicherheit sollten eng eingebunden werden. Bislang ist das noch zu selten der Fall. Laut Umfrage von PwC unter Cloud-Providern verfolgen drei Viertel der potenziellen Nutzer keine eigene Cloud-Strategie. Obwohl mittlerweile viele Unternehmen das Experimentierstadium überwunden haben. Eine klare Strategie ist aber notwendig, damit Cloud Computing zum Erfolg führt und tatsächlich hilft, die geplanten Ziele wie Kostenreduktion, Business Agilität sowie verbesserte Time-to-Market zu erreichen. Einen wesentlichen Bestandteil bildet die Zusammenarbeit zwischen Business Units, unterstützenden Einheiten sowie der IT. Der IT-Abteilung kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Sie steht in einer Beratungs- und Integrationsfunktion für das gesamte Unternehmen.
Brauchen Unternehmen einen zentralen Koordinator für Cloud-Computing-Projekte?
Ja. Weil Cloud Computing viele bereichsübergreifende Aspekte berührt, sollte eine Instanz die Arbeiten zentral koordinieren – möglichst auf Top-Entscheider-Ebene. Oft betreiben Nutzer Flickwerk. Sie initiieren unterschiedliche Cloud-Projekte an verschiedenen Stellen einer Organisation, die nicht zusammenhängen oder gar Doppelaufwände verursachen. Dies steht dann dem eigentlichen Nutzen von Cloud Computing entgegen, weil Leistungen unkoordiniert bezogen und Compliance oder Datenschutz nicht angemessen berücksichtigt werden. Für den eigentlichen Betrieb nach der Einführung sollten Ansprechpartner seitens der IT mit Schnittstellenverantwortlichen aus den Business Units eng zusammenarbeiten, um den Bedarf der einzelnen Fachabteilungen mit der IT zu identifizieren. Zudem ist es unverzichtbar, dass sich die IT mit wichtigen Unterstützungsfunktionen wie Rechtsabteilung, Einkauf, IT-Sicherheit oder Corporate Compliance über laufendes und geplantes Cloud Computing abstimmt.
Wie erkennen potenzielle Nutzer ihren Cloud-Bedarf?
Zunächst sollte geklärt werden, welche Ziele das Unternehmen mit Cloud Computing verfolgte. Dann ist zu entscheiden, welche Daten und Prozesse in die Cloud verlagert werden sollen und können. Hilfreich hierbei kann die Analyse des IT-Servicekatalogs sein, der sämtliche IT-Services enthält. Anschließend muss die Auswahl und Steuerung der Anbieter sowie das Einhalten der Datenschutz- und Compliance-Vorgaben in Angriff genommen werden. Danach sollte eine Wirtschaftlichkeitsrechnung folgen, die Kosten und Nutzen beziffert. PwC hat für Nutzer und Anbieter ein Reifegradmodell zur Positionsbestimmung entwickelt, das aufzeigt, welche Aufgaben noch zu erledigen sind, um Cloud Computing Gewinn bringend zu nutzen – mit Blick auf alle wichtigen Aspekte der Business Units und Unterstützungsbereiche. Die Positionsbestimmung, die wir unter Zuhilfenahme eines Reifegradmodells gemeinsam mit dem Kunden erarbeiten, heißt „Readiness4Cloud“.
In welchen Bereichen kommt Cloud Computing in der Praxis zum Einsatz?
Wir beobachten, dass Unternehmen mit Cloud Computing bislang hauptsächlich Unterstützungsprozesse wie Einkauf, Personal, IT und Rechnungswesen abbilden. Reine branchenspezifische Lösungen zur Unterstützung der wertschöpfenden Prozesse kommen bisher selten zur Anwendung.
Wie finden Unternehmen einen passenden Anbieter sowie passende Services?
Das ist keine einfache Aufgabe, denn es existieren zahlreiche Provider, die unzählige Definitionen von Cloud Computing verfolgen. Die Services am Markt lassen sich daher nur schwer vergleichen. PwC ermittelt mit den potenziellen Nutzern zunächst ihre Anforderungen. Anschließend selektieren wir gemeinsam eine Reihe von geeigneten Anbietern und unterstützen die Unternehmen bei den Verhandlungen mit Providern. jf