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Infrastruktur-Trends erleichtern die strategische Ausrichtung

Ausgabe 06/2011

Plattformstrategien für Business Applications: Infrastruktur-Trends erleichtern die strategische Ausrichtung

Marktforscher blicken in die Zukunft: Auf Basis von Studien und Anwenderprojekten zeichnet die Experton Group Infrastruktur-Trends für IT-Abteilungen. Im Fokus liegt dabei Cloud Computing.

Experton-Group-Analyst Wolfgang Schwab legt dar, auf welche Trends sich IT-Abteilungen, Anwender und Anbieter in den kommenden Jahren einstellen sollten:

Heute und Morgen 2011 – 2013

Optimierte hybride Infrastruktur

  • Organisationen mit einem hohen Reifegrad setzen eine Infrastruktur ein, die sich aus externen, internen, Cloud- und Server-basierten Komponenten zusammensetzt.
  • Führende Unternehmen virtualisieren ihre Rechenzentrumsinfrastruktur zu 90 Prozent.
  • Wie viele und welche dieser verschiedenen Komponenten implementiert werden, steht in direktem Zusammenhang mit den technischen Möglichkeiten und Anforderungen im Hinblick auf Compliance, und Betriebswirtschaft.
  • Ein zentralisiertes Management der Infrastruktur bleibt auch in Zukunft erfolgsentscheidend und wirkt sich zudem signifikant auf die Effizienz aus.

Private, Public, Community und Hybrid Clouds

  • Während die Betriebsform Software as a Service (SaaS) bereits ausgereift ist, nimmt der Reifegrad der Konzepte Platform as a Service (PaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS) zwar zu, aber die Möglichkeiten erfüllen nicht die von der Marketing-Hysterie geschürten Erwartungen.
  • Viele Unternehmen sind zwar fasziniert von den Potenzialen des Cloud Computing, doch nun zeigt sich, wie die Realität im Hinblick auf Kosten, Wertschöpfung und gebotene Möglichkeiten wirklich aussieht.
  • Die Volatilität des Cloud-Computing-Marktes nimmt weiter zu. Neue Anbieter drängen in den Markt, erreichen eine gewissen Größe und fusionieren dann miteinander.
  • Durch die Marktkonsolidierung und hohen Wettbewerbsdruck entstehen schließlich große Anbieter.
  • Großunternehmen steigen auf private Clouds um. Hybride Clouds dagegen werden durch Schnittstelleneinschränkungen, Datenschutz- und Sicherheitsbedenken ausgebremst. Außerdem fehlt es hier an Fähigkeiten für das ganzheitliche Management.


Storage-Bedarfe und Effizienz

  • Durch die steigende Nachfrage nach kollaborativen Plattformen steigt der Speicherbedarf vor allem nach unstrukturierter Storage.
  • Die Wachstumsraten im Storage-Markt dürften auch in Zukunft zweistellige Zunahmen verzeichnen.
  • Auf allen Unternehmensebenen wird mehr Informationsmanagement nachgefragt. Die Hersteller stehen unter Druck, die dafür nötigen Datenindexierungs- und Datenkategorisierungsfunktionalitäten als Standard-Features anzubieten.
  • Auch die Nutzung von Deduplizierungsfunktionalität wird als Standard in Storage-Angebote aufgenommen.
  • Analytik-Funktionen, insbesondere Prognosen und Analysen von großen Datenmengen, lassen den Speicherbedarf in die Höhe gehen.
  • Angebote wie Speichervirtualisierung und Thin Provisioning gewinnen an Marktdynamik.

Die Bedeutung der bisherigen Betriebssysteme sinkt

  • Durch Browser-basierte Applikationen verliert das Betriebssystem auf den Endgeräten an Bedeutung.
  • Server-basierte Betriebssysteme legen an Bedeutung zu, da ein Großteil der Funktionalitäten vom Server bezogen wird.
  • Durch Virtualisierung wird die Hardware vom Betriebssystem abgekoppelt.
  • Der Applikations-Stack wird zunehmend wichtiger.
  • Es werden noch mehr Serverbetriebssysteme vom Markt genommen.
  • Microsoft Windows und Red Hat Enterprise Linux werden als wichtigste Betriebssysteme für den x86-Markt überleben und auf ATOM- und ARM-Umgebungen portiert, wo sie auch serverseitig eine marktbeherrschende Rolle einnehmen werden.
  • Novell Suse Linux wird unter neuer Leitung hart um sein Überleben kämpfen müssen.


Hardware und Software für Nischenmärkte

  • Mit der Standardisierung der Kernapplikationen halten die Anbieter nach neuen Möglichkeiten der Wettbewerbsdifferenzierung Ausschau. Damit gewinnen die Nischenmärkte an Bedeutung.
  • Umgekehrt finden Nischenlösungen mit zunehmender Akzeptanz des Cloud-Computing-Liefermodells ihren Weg in die Cloud.
  • Sowohl Anwender als auch Anbieter verstehen immer besser, wie sich durch die Auswahl und Hosting von Applikationen auf Basis von Serverklassen Kosten, die Performance und Dienstgüte optimieren lassen.

Empfehlungen für heute und morgen

Für Anwender

  • Um eine höchstmögliche Wertschöpfung zu gewährleisten, müssen alle Processing-/Delivery-Alternativen auf den Prüfstand gestellt werden:
  • Eignung der Applikation für den jeweiligen Einsatzzweck
  • Intern (onsite) versus extern (off-premises) betriebene Systeme
  • Public versus Private Cloud
  • Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Anbieter/Partner über finanzielle Stabilität verfügen, damit die langfristige Zukunftsfähigkeit gewährleistet ist.
  • Unternehmensanforderungen und Delivery-Fähigkeiten müssen besser aufeinander abgestimmt werden.

Für Anbieter

  • Es müssen echte Cloud-Angebote entwickelt und gepflegt werden.
  • Anbieter müssen nutzungsbasierte Abrechnungsmodelle entwickeln, die sowohl für Cloud- als auch für traditionelle IT-Systeme passen.


Der Autor: Wolfgang Schwab, Senior Advisor und Program Manager Efficient Infrastructure bei der Experton Group.