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IT-Strategie
Die Entscheidung
für eine Geschäftsanwendung bedingt häufig auch weitere hinsichtlich Software-Architektur, Infrastruktur und Integration. Die Analysten Frank Niemann und Christian Hestermann zeigen die Trends auf und geben strategische Entscheidungstipps.
„Bei der Auswahl einer Business-Anwendung ist die Eignung der Lösung für das jeweilige Unternehmen entscheidend. Eignung steht in diesem Fall für den funktionalen Umfang, aber auch für den erforderlichen Aufwand für die Implementierung und den Betrieb der Anwendung sowie deren Komplexität. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen sind mit komplizierten Software-Architekturen überfordert, erst recht, wenn diese hohe Anforderungen an die Hardware stellen und intensiver Betreuung bedürfen. Firmen sind gut beraten, neben den Funktionen und Oberflächen auch die Software-Architektur einer Business-Software zu begutachten.
Eine pauschale Aussage, ob beispielsweise die Architektur .NET von Microsoft oder Java die bessere Wahl ist, lässt sich nicht treffen. Auf der Microsoft-Technik aufsetzende Applikationen lassen sich tendenziell leichter mit anderen Microsoft-Produkten, etwa mit SharePoint, integrieren. Eine Kopplung mit Microsoft-Office-Programmen wie Outlook und Excel bieten heute aber die allermeisten Systeme.
In puncto Architektur ist zudem wichtig, wie gut diese die Anpassungen der Software sowie die Integration mit bereits bestehenden Geschäftsanwendungen im Unternehmen unterstützt. Gerade die IT-Integration kann im Projekt zu erheblichem Aufwand führen. Integration bezieht mobile Endgeräte und das Internet (etwa für Webshops) mit ein.
Zur Architektur zählt aber auch, wie viele unterschiedliche Datenbanken und Server die Lösung benötigt. Manche Business-Anwendungen verfügen über integrierte Module für alle Kernaufgaben wie beispielsweise Finanzbuchhaltung, Kundenverwaltung und Logistik, die eine gemeinsame Datenbank verwenden. Andere Lösungen stützen sich hier mitunter auf verschiedene Bausteine mit jeweils eigener Datenbank, zum Teil stammen diese Komponenten auch von Drittherstellern. Dies muss kein grundsätzlicher Nachteil sein, kann aber bei der Einführung sowie bei Release-Wechseln einen höheren Aufwand verursachen. Hier kommt es darauf an, wie eng das Drittsystem in die Lösung eingebettet wurde, und zwar in Bezug auf Datenhaltung, Ablaufsteuerung, aber auch die Auswertung von Geschäftsdaten."
„Trotz seiner langen Geschichte steht der Markt für Geschäftsanwendungen vor der nächsten Runderneuerung. Die Rezession haben die meisten Anbietern (bisher) ohne spektakuläre Zusammenbrüche oder Übernahmen überstanden und viele rüsten sich für die Applikationen der Zukunft. Dabei vollzieht sich eine Umwandlung der einst monolithischen Systeme aus einem Guss hin zu flexibleren, Service-orientierten Architekturen (SOA), die eines Tages die Anpassung über explizite Prozessmodelle erlauben werden. Obwohl sie nicht so schnell wie erwartet den Weg in die betriebliche Praxis gefunden haben, ist die Entwicklung unumkehrbar. Analyse- und Prognoseverfahren werden nicht mehr punktuell eingesetzt, sondern erlauben flächendeckend eine Optimierung aller Geschäftsbereiche anhand eines konsolidierten Systems von Mess- und Stellwerten (KPIs). Mobiler Zugriff wird selbstverständlich, und die Generation iPhone wird nur Systeme mit sehr benutzerfreundlichen Oberflächen akzeptieren. Während die Konsolidierung der Anbieter von bewährten Kernfunktionen weitergeht, wird ein Ökosystem von kleineren, agilen Partnern rund um die Kernsysteme Anwender mit immer spezifischeren, ausdifferenzierten Individuallösungen in Randbereichen versorgen.
Um sich in all den schönen neuen Möglichkeiten zurechtzufinden, werden die Anwender ihre eigenen „Roadmaps" erstellen oder zumindest gründlich überarbeiten müssen. Abhängig von ihrem individuellen Modernisierungsbedarf werden sie entscheiden müssen, welche Geschäftsbereiche sie mit durchgängigen, vorgefertigten Lösungen bedienen wollen und wo sie individuellere, innovativere Lösungen brauchen werden. Der richtige Mix der verschiedenen Quellen (Massenhersteller, Lösungspartner oder auch Open Source), der Betriebsmodelle (im Haus, beim Partner, beim Hersteller oder anonym in einer „Wolke) und die Inanspruchnahme weiterer Angebote etwa im Bereich Wartung und Pflege der Lösungen sichert die Passgenauigkeit und die beste Unterstützung für sich permanent wandelnde Geschäftsanforderungen bei gleichzeitig möglichst niedrigen Kosten." hei