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IT-Strategie
Datenqualität
kann in Unternehmen nur dann erfolgreich gelebt werden, wenn die Prozesse einheitlich, zentral und transparent gesteuert sind. Trotzdem leisten sich viele Firmen den Luxus, ihre Kundeninformationen in den verschiedenen Geschäftsbereichen gleich mehrfach vorzuhalten, ohne sich um ein koordiniertes Datenqualitätsmanagement zu kümmern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung des international tätigen Datenqualitätsspezialisten Omikron Data Quality GmbH in mehr als 300 Betrieben.
Nur in jedem fünften Unternehmen ist es laut Studie üblich, Kundendaten unternehmensweit zur Verfügung zu stellen. Stattdessen besitzen in 52 Prozent der Betriebe die Geschäfts- beziehungsweise Vertriebsbereiche eine alleinige Hoheit über diese Daten und gewähren anderen Organisationseinheiten keinen Blick darauf. Ohne klare Regelung, ob alle relevanten Unternehmensbereiche entweder grundsätzlich oder abteilungsweise Zugriff auf die jeweiligen Kundeninformationen haben, arbeiten 27 Prozent der befragten Unternehmen. Sie handhaben die Nutzung der Dateien mit den Kundendaten unterschiedlich.
Zu den logischen Konsequenzen der in jedem zweiten Unternehmen vorhandenen Separierung gehört es, dass mehrere Datenbanken nebeneinander bestehen. In der Mehrheit sind es mindestens zwei bis drei Kundendateien, die von verschiedenen Geschäftsbereichen aufgebaut wurden und gepflegt werden. In jedem siebten Fall sind es zwischen fünf und zehn, manche der befragten Unternehmen verfügen sogar über noch mehr solcher Datenquellen für den Vertrieb und das Marketing. Dadurch liegen zwangsläufig viele Kundeninformationen gleich mehrfach vor, ohne dass Klarheit darüber besteht, in welcher Datenbank die Daten aktuell sind.
Diese weit verbreitete interne Abgrenzung bei den Kundendaten passt laut Omikron-Research-Geschäftsführer Carsten Kraus keinesfalls mehr in die heutige Zeit. „Damit werden die Gesamtkosten für das Management der Daten künstlich in die Höhe getrieben. Gleichzeitig entstehen kaum zu kontrollierende Qualitätsprobleme.“ Eine derartige Abgrenzung erzeuge einen erheblichen Mehraufwand in der Datenpflege. Außerdem sei ohne eine gesamtheitliche Verantwortung nie klar, wer mit Daten von hoher oder geringer Güte arbeite.
Die Unternehmen sind sich der Problematik durchaus bewusst. Immerhin nennen sie die Aspekte ‚höhere Kosten’ und ‚uneinheitliche Datenqualität’ am häufigsten bei der Frage nach den negativen Konsequenzen der Datenautonomie. Aber auch unklare Verfahren zur Reduzierung der Fehlerquote beklagt die Mehrheit der Unternehmen mit einer restriktiven Politik zur dezentralen Datenhaltung. Außerdem lassen sich nach Meinung von 46 Prozent der Befragten keine gemeinsamen Tools zur automatisierten Pflege einsetzen. Als zusätzliche Auswirkungen dieser Separierung nennt die Hälfte der Befragten, dass sich das Unternehmen in der Nutzung der Vermarktungspotenziale unnötige Fesseln anlegt und dass Isolierungstendenzen der Geschäftsbereiche verstärkt werden.
„Vielfach wird außer Acht gelassen, dass Kundendaten sehr dynamisch sind und sich permanent ändern“, gibt Kraus zu bedenken. „Werden alle Änderungen zentral zusammengeführt, verbessert sich die Aktualität deutlich.“ Der Omikron-Research-Geschäftsführer rät den Unternehmen, im Interesse der Datenqualität erstens eine Konsolidierung der gesamten Kundendaten vorzunehmen und zweitens Abläufe zu entwickeln, welche ein einheitlich hohes Qualitäts-
niveau über alle Datenbanken hinweg gewährleisten. „Kunden- und Materialstammdaten haben nach eigenem Bekenntnis fast aller Befragten einen enorm hohen Wert. Trotzdem wird oft wenig dafür getan, diese Werte auch ausreichend zu schützen und nutzbar zu machen.“ jf