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IT-Strategie
Verlässliche Daten
sind für Unternehmen unverzichtbar. Sowohl in operativen Prozessen als auch in der Unternehmenssteuerung stellen Daten das Fundament aller durch IT automatisierten Prozesse dar. Das Würzburger Business Application Research Center (BARC) hat 149 Unternehmen aus Deutschland und Frankreich befragt, inwieweit die Anwender der Qualität der Daten in ihrem Unternehmen vertrauen. Demnach erkennen die meisten Unternehmen die Wichtigkeit der Datenqualität. Dennoch besteht in vielen Bereichen des Datenqualitätsmanagements ein Nachholbedarf.
Mehr als die Hälfte der Endanwender (52 Prozent) in Deutschland betrachten die Datenqualität als sehr kritisches Anliegen, während dies in Frankreich lediglich bei knapp einem Drittel der Fall ist. Ein Fünftel der deutschen und 28 Prozent der französischen Befragten gibt an, sehr hohes Vertrauen in ihre Unternehmensdaten zu haben. Die große Mehrheit (80 Prozent in Deutschland und 72 Prozent in Frankreich) hat hingegen überhaupt kein Vertrauen in diese Daten.
„Ohne Vertrauen in die Daten wird letztendlich jedes IT-System in Frage gestellt“, warnt BARC-Analystin Melanie Mack. „Gerade für Business-Intelligence-Applikationen werden oftmals Schattensysteme in Microsoft Excel und Microsoft Access aufgebaut. Anwender führen dann manuelle Datenkorrekturen durch, und dies kann zu Lasten der Effizienz und Akzeptanz des Systems gehen.“
Die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Fachbereichen und IT haben die Unternehmen inzwischen erkannt: Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass Fachbereich und IT gemeinsam für Datenqualität verantwortlich sind. Ein Übergreifendes Datenqualitätsmanagement ist allerdings noch eher selten: Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) verwaltet die Daten auf der Anwendungsebene oder innerhalb einzelner Geschäftsbereiche.
Der Management-Ansatz für die Datenpflege spielt hinsichtlich des Vertrauens in die Daten eine große Rolle: Wird das Datenqualitätsmanagement auf strategischer Ebene realisiert, haben 52 Prozent der deutschen und französischen Unternehmen nach eigener Aussage ein hohes Vertrauen. Um mindestens die Hälfte geringer ist dieser Anteil, wenn die Umsetzung auf Fachbereichsebene (24 Prozent) oder auf Anwendungsebene (17 Prozent) erfolgt. In Unternehmen ohne Datenqualitätsmanagement haben nur zehn Prozent der Anwender ein hohes Vertrauen in ihre Daten.
Als negative Auswirkungen schlechter Datenqualität berichten 79 Prozent der deutschen und 46 Prozent der französischen Befragten von sinkender Mitarbeiterzufriedenheit und jeweils 61 Prozent von steigenden Kosten. 47 Prozent der deutschen und 59 Prozent der französischen Befragten beklagen eine sinkende Kundenzufriedenheit, 15 Prozent der deutschen und 42 Prozent der französischen Befragten rückläufige Umsätze.
Wo es keine Initiativen zur Verbesserung der Datenqualität gibt, ist eine schnelle Lösung dieser Probleme in weiter Ferne. Wie die BARC-Studie zeigt, hat allerdings ein Fünftel der Befragten bereits ein derartiges Projekt umgesetzt und drei Fünftel arbeiten gerade an der Umsetzung oder befinden sich im Planungsprozess.
Der Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich ergibt ein ähnliches Bild. Unterschiede finden sich lediglich im Anteil der Unternehmen, die derzeit ein Projekt umsetzen (21 Prozent in Deutschland und 16 Prozent in Frankreich) und im Anteil der Unternehmen, die langfristig eine Umsetzung planen (19 Prozent in Deutschland und 23 Prozent in Frankreich). BARC-Analystin Mack sieht dies als Indikator für die Reife des Marktes in beiden Ländern.
Der Hauptgrund für Investitionen in die Datenqualität ist sowohl in Deutschland (74 Prozent) als auch in Frankreich (73 Prozent) das Bemühen der Unternehmen, ihre organisatorische Effizienz zu erhöhen. Hierbei werden Strukturen errichtet, welche die Zielerreichung des einzelnen Mitarbeiters fördern. In Deutschland folgen auf den nächs-ten Plätzen Kosten (50 Prozent), Risikominimierung (46 Prozent) und Compliance (36 Prozent). In Frankreich sind die nächstgenannten Investitionstreiber Risikominimierung (62 Prozent), Compliance (37 Prozent) und Master Data Management (37 Prozent).
Werkzeuge für die Datenpflege sind inzwischen in Unternehmen weit verbreitet: Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt für die Datenpflege ein Integrationswerkzeug (ETL/Extraktion-Transformation-Laden, EII/Enterprise Information Integration, EAI/Enterprise Application Integration). Knapp die Hälfte (47 Prozent) verwendet ein oder mehrere Datenqualitätstools, beispielsweise Profiling, Cleansing, Quality Reporting, Data Monitoring, Data Enrichment oder Identity Resolution).
Für die Administration der Daten nutzen 57 Prozent der Befragten Datenintegrationswerkzeuge. Darüber hinaus kommen operative Systeme zum Einsatz (Unternehmensweite Standardsoftware/ERP: 56 Prozent, Kundenbeziehungsmanagement/CRM: 51 Prozent). Mit großem Abstand folgen Datenqualitätstools (23 Prozent) und Master Data Management (19 Prozent).
Die Umfrageergebnisse schließen sich nahtlos an die Erkenntnisse des BI Survey 9 an, einer Umfrage zum Einsatz von Business-Intelligence-Software mit rund 3000 Teilnehmern. Schlechte Datenqualität wurde dort als das häufigste Problem in Business-Intelligence-Projekten genannt (18 Prozent), gefolgt von schlechter Abfragegeschwindigkeit und Unternehmenspolitik (jeweils 16 Prozent). Diese drei Probleme finden sich seit 2001 unter den Top-3 Nennungen im BI Survey. jf
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