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IT-Strategie
Wie jede „neue" Sourcing-Variante ist auch das Software-as-a-Service-Modell mit einer Reihe spezifischer Vor- und Nachteile verbunden. Bei der Beurteilung, ob sich der Einstieg für Anwender zum jetzigen Zeitpunkt lohnt, sollten daher neben den konkreten, internen IT-Anforderungen die folgenden Aspekte in ihrer Bedeutung und Auswirkung gegenüber dem traditionellen Software-Delivery-Modell abgewogen werden.
Mögliche Vorteile für Anwender
• Fokussierung auf unternehmerische Kernkompetenzen
• Liquidität, Cashflow
• Flexible Anbieterwahl bei zunehmender Standardisierung
• Skalierbarkeit bei sprungfixen Kosten
• Risikotransfer zum Dienstleister
• Kurze Kündigungsfristen für Kunden
Mögliche Nachteile für Anwender
• Abhängigkeit vom Dienstleister
• Verfügbare Bandbreiten, Beitragsanpassungen Verbindungsentgelte
• Standardisierung statt Innovation
• Netz- und Datensicherheit kritisch
• Interne Organisationsänderungen, interne Verrechnung
• Kurze Kündigungsfristen für Dienstleister
Quelle: Experton Group 2008

Business Applications als Software-as-a-Service bieten hohe Skalierbarkeit ohne sprungfixe Kosten.
Verdreifachen
werden sich weltweit die Ausgaben für Cloud Services in den nächsten fünf Jahren und nach IDC-Prognosen im Jahr 2012 ein Volumen von rund 42 Milliarden US-Dollar erreichen. Allerdings kursieren für den Begriff des Cloud Computing eine ganze Reihe verschiedenster Definitionen und Abgrenzungen.
Welche Definition letztendlich Cloud Computing am besten und umfassendsten beschreibt, wird sich noch herauskristallisieren müssen. Subsumiert werden aber unter diesem Begriff schon heute auch Geschäftsanwendungen oder Business Applications, die als Software-as-a-Service (SaaS) zur Miete über das Internet angeboten werden – so genannte On-Demand-Lösungen.
Immer mehr Unternehmen nutzen Software-as-a-Service-Lösungen, wie die steigenden Kundenzahlen bei entsprechenden Anbietern zeigen. Das Marktforschungs- und Analysehaus Experton Group sagt, warum: „SaaS ist in letzter Zeit aus zwei Gründen in Mode gekommen. Zum einen wird es als Möglichkeit betrachtet, die IT-Umgebung schnell hoch zu skalieren oder Kapazität bei hoher Auslastung On-Demand zur Verfügung zu stellen. Zum anderen ist SaaS für kleinere Unternehmen eine Möglichkeit, bei fehlenden passenden IT-Ressourcen IT-Personal zu verstärken und Automatisierungsmöglichkeiten auszubauen beziehungsweise überhaupt solche Möglichkeiten zu haben. Zu den bereits nachgewiesenen Vorteilen von SaaS zählen die niedrigeren Kosten im Vorfeld, eine bessere Skalierbarkeit und automatische Upgrades. Aber es gibt auch Nachteile: Die Flexibilität und die Möglichkeit kundenspezifischer Anpassungen sind weniger gut ausgeprägt. Angesichts des sich ändernden wirtschaftlichen Klimas sehen immer mehr IT-Abteilungen in SaaS aber auch eine Möglichkeit, trotz sinkender IT-Budgets weiterhin die gewohnten Leistungen anbieten zu können."
Dass eine wachsende Zahl von Anbietern ihre Business-Applikationen auch als SaaS anbietet, wundert daher nicht. Beispielsweise verzeichnet der Softwarehersteller Oracle nach eigenen Angaben eine steigende Nachfrage nach Oracle CRM On Demand in der Region Europe Middle East and Africa (EMEA). Zu den Unternehmen, die Oracles On-Demand-Lösung einsetzen oder den Einsatzbereich erweitern, gehören laut dem Softwarekonzern unter anderem: Siemens, Interseroh, Radware, InFact Group, Steelcase, Netstore, Kodak GCG, B&B Hotels. „Oracle CRM On Demand wird sich zu einer geschäftskritischen Anwendung unseres Unternehmens entwickeln", erklärt Dr. Torsten Becker, Corporate Program Director CRM der Siemens AG, und ergänzt: „Indem wir die bisherige SAP-Lösung ersetzt haben, geben wir unseren Vertriebsteams einen deutlichen Vorteil in Bezug auf das Wissen über die Kunden und deren Sichtbarkeit – und das auf einem kosteneffizienten und flexiblen Weg."
Laut Oracle ermöglicht es CRM On Demand Unternehmen, ihre kundenseitigen Prozesse zu verändern, zu analysieren und zu beobachten und gleichzeitig ihre Arbeitsabläufe der Kundendatenverwaltung zu vereinfachen. Die Softwarelösung biete integrierte Analysefunktionen und ein Data Warehouse.
Die neue Version 16 von Oracle CRM On Demand erlaube es Unternehmen, Benutzeroberflächen, Geschäftsprozesse und Datenmodelle ihren Bedürfnissen anzupassen, und enthalte neue Funktionen zur Verwaltung von Partnerbeziehungen. In der Version 16 seien auch die Reporting- und Forecast-Funktionen erweitert worden. Sie unterstützen den Angaben zufolge jetzt auch Vorhersagen für einzelne Geschäftsbereiche, Quartalsberichte für Unternehmen, deren Finanzquartale nicht am ersten des Monats beginnen, sowie Unternehmen, deren Finanzquartale 13 Wochen umfassen.
Aber auch die SAP ist längst im On-Demand-Geschäft tätig. Kürzlich präsentierte beispielsweise Business Objects, ein Unternehmen der SAP, die neue Version ihrer Business-Intelligence-On-Demand-Software. Business Objects BI OnDemand sei ein Programmpaket, das Business-Intelligence-Funktionen einschließlich der Datensammlung und -speicherung im Data Warehouse auf Abruf bereitstellt.
Die neue Version der On-Demand-Lösung biete Erweiterungen, die Kunden unterstützen, ein Data Warehouse als Online-Service umzusetzen, um Anwendern jeweils aktuelle Berichte und Analysen zur Verfügung zu stellen. Mit der Softwarelösung könnten Berichte und Dashboards mit einer Kombination aus On-Premise- und On-Demand-Daten unternehmensweit zur Verfügung gestellt werden. Dabei würden Daten sowohl aus SAP-Systemen als auch aus Fremdanwendungen berücksichtigt.
Mit der Suchfunktion von Business Objects könnten Anwender über die Suchwort-Eingabe die erforderlichen Daten für einen bestimmten Bericht finden und im Data Warehouse bereitstellen. Die Suchfunktion ermögliche die Auswertung von On-Premise- und On-Demand-Datenquellen, um diese Aktivitäten in Berichten lückenlos darzustellen. „Die neuen Funktionen bieten uns die erforderliche Geschwindigkeit und Flexibilität, um dynamische Berichte aus den jeweils aktuellsten Informationen zusammenzustellen", erläutert Michael Leinweber, Head of Digital for Americas bei Schroder Investment Management North America, und ergänzt: „Mit der On-Demand-Business-Intelligence-Software von Business Objects können wir unsere verschiedenen Daten in der Cloud konsolidieren und stellen sicher, dass unsere Anwender Zugriff auf die Daten haben, die sie brauchen, um bessere Entscheidungen zu treffen."
Der neue Business Intelligence On-Demand Accelerator für die On-Demand-Kundenmanagement-Software Salesforce CRM biete die Möglichkeit, ein Data Warehouse für Salesforce-Daten in der Cloud aufzubauen und diese dann mit Daten aus anderen Datenquellen zu kombinieren. So seien Kunden in der Lage, große Datenmengen zu konsolidieren und sie innerhalb weniger Tage für die Erstellung von Geschäftsberichten, Ad-hoc-Berichten sowie Dashboards aufzubereiten.
Auch Salesforce.com selbst erweitert beständig sein Angebot. So wurde die Partnerschaft mit dem Suchmaschinenspezialisten Google um Force.com for Google Apps Engine erweitert. Das neue Set von Werkzeugen und Services bringe die Cloud-Computing-Plattformen beider Unternehmen zusammen und erlaube Entwicklern die Schaffung neuer Web- und Geschäftsanwendungen. „Das Zusammenführen von Google App Engine und Force.com fördert die Entstehung neuer Web-Applikationen und wird weiter demonstrieren, wie das Web als Plattform funktioniert", erklärt Tom Stocky, Director of Product Management bei Google.
Mit App Engine bringt Google eine Entwickler-Community und Libraries in die Allianz ein. Der Hauptfokus liegt dabei auf der Erstellung interaktiver Webanwendungen für private Anwender. Die Salesforce-Plattform Force.com hingegen bietet eine Entwicklungsumgebung für Geschäftsanwendungen. Konsumenten-orientierte Webanwendungen, die auf App Engine aufbauen, könnten so auf Unternehmensdaten in Force.com zugreifen. Durch die Integration beider Plattformen könnten Anwender ihre Applikation auf einem der beiden Systeme laufen lassen und doch die Funktionen beider Welten nutzen. Entwickler könnten die Applikationen so gestalten, dass sie beide Cloud-Computing-Plattformen und ihre Features umfassen.
Informatica, Anbieter von Software und Dienstleistungen für die unternehmensweite Datenintegration, bietet beispielsweise Informatica On-Demand (IOD) als Datensynchronisierungsdienst für salesforce.com an. Der neue Service automatisiere alle Arbeitsschritte, mit denen lokale (On-Premise) Daten aktuell und konsistent zu den Daten innerhalb von Salesforce CRM und der Force.com-Plattform gehalten werden können. Unternehmen könnten mit diesem Service alle Informationen in Salesforce CRM synchronisieren, darunter Kunden-, Produkt- und Vertriebsdaten. „Unsere mandantenfähigen SaaS-Angebote werden mittlerweile von Unternehmen jeder Größe eingesetzt, von kleinen und mittelständischen Firmen bis hin zu den größten Konzernen der Welt", berichtet Ron Papas, General Manager Informatica On-Demand.
Während Salesforce.com seine CRM-Software ausschließlich als On-Demand-Lösung über das Internet anbietet, fährt Konkurrent Microsoft bis dato zweigleisig. Der Softwarekonzern bietet seine als CRM Live präsentierte und jetzt als CRM Online vermarktete On-Demand-Lösung für das Kundenmanagement derzeit nur in den USA und Kanada an. Das wird sich ändern. „Wir werden CRM Online definitiv international anbieten", bestätigte Kirill Tatarinov, Corporate Vice President, Microsoft Business Solutions, eine Anfrage des is report. Europa und speziell auch Deutschland sollen dann dabei sein. Wer nicht so lange warten will, kann Dynamics CRM aber bereits bei einer Reihe von Microsoft-Partnern über das Internet mieten.
Der Hamburger Microsoft Dynamics-Partner Qurius startete kürzlich mit CRMonline sein erstes Software-as-a-Service-Angebot. Die CRM-Software biete als Mietsoftware-Variante von Microsoft Dynamics CRM 4.0 sämtliche Funktionen für das Customer Relationship Management. In dem Portal Qurius online könnten Kunden ihre Softwarenutzung per Mausklick einrichten oder verändern. Für einen festen monatlichen Betrag pro Anwender werde die komplette Software-Suite dann über das Internet bereitgestellt und abgerechnet. Je nach Anforderungen des Kunden könne dieser den Standard übernehmen oder auch Anpassungen von Qurius durchführen lassen, zum Beispiel für das Customizing der Funktionalitäten oder das kundenindividuelle Berichtswesen. Qurius plant nach eigenen Angaben, das SaaS-Angebot auszubauen und für CRM auch verschiedene Branchenlösungen bereitzustellen, darunter die Lösungen für Theater, Opernhäuser und Konzertveranstalter sowie für Private-Equity-Unternehmen oder Finanzdienstleister.
Kleinen Unternehmen bietet die CAS Software AG ihre CRM-Software CAS PIA als SaaS-Lösung an. Mit einem monatlichen Preis von 19,90 Euro eigne sich die Kontaktmanagementlösung für Unternehmen mit bis zu 20 PC-Arbeitsplätzen und ermögliche die zentrale Verwaltung von Kontakten, Interessenten- und Kundeninformationen über das Internet.
Die Java-basierte Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Software Semiramis von SoftM als Service via Internet nutzt die Berghaus Fashion GmbH aus Ehrenberg. Die deutsche Zweigniederlassung des auf Damenoberbekleidung spezialisierten Textilunternehmens mit Hauptsitz in Amsterdam hat sich für die Branchenlösung ImPuls fashion XL – Semiramis inside entschieden. Bei der nächsten Kollektion im Sommer 2009 sollen die kompletten Geschäftsprozesse vom Vertrieb über Logistik, Retail/Flächenmanagement und Produktion bis zu Finanzen und Controlling von der neuen Lösung unterstützt werden.
Neben Software für Berichte und Analysen sowie das Management von Kundenkontakten spielt auch Dokumentenmanagement-Sofware eine wichtige Rolle bei Geschäftsanwendungen. Auch hier gibt es bereits Anbieter, die ihre Lösungen als Software-as-a-Service anbieten. So ist beispielsweise das Dokumentenmanagement-System DocuWare auch als SaaS-Lösung verfügbar. „SaaS wird sich neben existierenden Modellen zunehmend etablieren", zeigt sich Jürgen Biffar, Vorstand der DocuWare AG, überzeugt. Kunden haben die Wahl zwischen zwei Varianten. Sie können ihre Dokumente zum Backup und zur Langzeitarchivierung ins Rechenzentrum exportieren oder alternativ ihr DMS-Projekt komplett auslagern. Der Zugriff auf die elektronischen Archive erfolgt via Web.
Mit DocuWare SaaS erhalten Unternehmen die Möglichkeit, IT-Lösungen rund um das Dokumentenmanagement zu mieten und fixe Kosten dadurch in variable umzuwandeln. Sie können sich auf ihre Kernkompetenzen wie Verkauf und Beratung konzentrieren, anstatt sich mit Backup und Langzeitarchivierung, mit Infrastruktur-Aufgaben zur Bereitstellung der Software sowie mit strengen Richtlinien und Compliance-Anforderungen beschäftigen zu müssen. Investitionen in Hard- und Software entfallen laut DocuWare je nach Variante ganz oder teilweise.
Vor allem für Bestandskunden von DocuWare sei die Option interessant, ihre On-Premise-Lösung um eine SaaS-Komponente zu ergänzen. Sie könnten mit ihrem zentralen Dokumenten-Pool inhouse wie gewohnt arbeiten und beispielsweise zum Backup und zur Langzeitarchivierung ein oder mehrere Archive als gehostete DocuWare-Lösung nutzen. Zu im Kundensystem festgelegten Zeiten werden den Angaben zufolge die Inhouse-Daten synchronisiert.
Unveränderliche Geschäftsdokumente seien so sicher außerhalb der eigenen Räumlichkeiten archiviert und über den DocuWare Web Client jederzeit von jedem Ort aus im Zugriff. Alle Aufgaben rund ums Backup und um die Langzeitarchivierung sowie die Migration auf neue Speichermedien übernehme das Rechenzentrum. Auf Wunsch werde zusätzlich auch ein selbsttragendes, systemunabhängiges Archiv inklusive Datenbank, Volltext, Recherchemodul und Dokumente auf einer USB-Festplatte ausgeliefert. Darauf könne zu jeder Zeit an jedem Ort ohne Einsatz eines DocuWare-Clients zugegriffen werden.
Beim komplett ausgelagerten DMS-Projekt sei der Lösungsumfang vergleichbar mit dem eines gekauften Systems. Die Server-Komponenten laufen laut Hersteller im DocuWare-Rechenzentrum auf einem dem Kunden fest zugeordneten Server, die Client-Software wird im Unternehmen installiert. Datenbank und Speichersystem würden ebenfalls beim Provider genutzt.
Bei dieser Variante seien Anwender von den Infrastruktur-Aufgaben vollständig entlastet und würden ihre laufenden Kosten sehr genau kennen. DocuWare SaaS bietet der Dokumentenmanagement-Spezialist ab zehn Anwender an. Wie alle DocuWare-Lösungen wird es ab April 2009 ausschließlich indirekt über autorisierte DocuWare-Partner (ADP) vertrieben. hei