Unternehmenssoftware muss künftigen Wandel abbilden

Ausgabe 10/2011

Unternehmenssoftware muss künftigen Wandel abbilden

Monolithische IT-Systeme verursachen hohe Kosten für die Anpassung. Best-of-Breed-Anwendungen lassen oft Integrationstools vermissen. Innovative Architekturen erleichtern Anpassung und Verknüpfung.

Im Aufschwung

nach der Finanzkrise erforschen Unternehmen Möglichkeiten, mit neuen Technologien die Beziehungen zu Lieferanten, Kunden, Mitarbeitern und Regulierungsbehörden zu stärken. Geschäftsprozesse laufen dabei über traditionelle Unternehmensgrenzen hinaus, weil die Vernetzung mit externen Lieferketten und Cloud-basierten Anwendungen zunimmt.
Die strategische Neuausrichtung wirkt sich auf die unternehmensweite Standardsoftware (ERP) aus. Diese Systeme bilden das organisatorische Rückgrat vieler Unternehmen, und in der Vergangenheit wurden enorme Summen in deren Einführung und die Modifikation von Geschäftsabläufen investiert. Durch lange Implementierungszeiten und starre Architekturen gingen die erhofften Kostenvorteile jedoch oft teilweise oder ganz verloren. Bei Veränderungen fallen für jeden Anpassungsschritt neue Investitionen an.

Hohe Kosten erschweren Pflege und Modifizierung

CFO Research Services hat die Ausgaben für eine Modifizierung von ERP-Systemen in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 100 Millionen bis einer Milliarde US-Dollar unter die Lupe genommen. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Unternehmen pro Jahr durchschnittlich mehr als 1,2 Millionen US-Dollar zur Pflege, Modifizierung und Aktualisierung ihrer ERP-Systeme ausgeben. Über die Hälfte der 157 Interviewten schätzten, dass die internen Kosten für IT-Gehälter, Finanzierung, Anwenderschulungen oder Projektmanagement zwischen 100 000 und 500 000 US-Dollar liegen. Die externen Kosten für Anpassungen durch IT-Anbieter sowie für jährliche Wartungsvorgänge belaufen sich auf durchschnittlich 1,24 Millionen US-Dollar.
Innovative Systeme vermeiden die dargestellten Beschränkungen über eine Architektur, welche durchgängige Interoperabilität abbildet. So erlaubt beispielsweise die Link-Architektur von Coda Financials die Entwicklung einer einheitlichen Benutzeroberfläche. Sie wurde darauf ausgerichtet, auf Änderungen frühzeitig reagieren zu können. Der Anwender kann die Anwendung, das Regelwerk, die Stammdaten sowie die Oberfläche anpassen. Dazu gehört auch die Integration von Finanzdaten aus unterschiedlichen Quellen anhand eigener Prüfungsregeln. Dank des einheitlichen Standards funktionieren die mit Coda Link eingerichteten Schnittstellen auch nach einem Upgrade der Suite.
Integrationstechnologie alleine ist jedoch nicht alles. Die Möglichkeit, jederzeit eine einheitliche Benutzeroberfläche anzulegen, wird bei entsprechenden Projekten oft übersehen. Ohne gute Benutzerschnittstelle jedoch verstärken sich funktionale Hürden zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen und eine Vereinheitlichung kommt nur schwer zustande. Fehlender Datenaustausch über Funktionsgrenzen hinweg führt zur mangelnden Transparenz einzelner Geschäftsbereiche.
Die Table-Link-Technologie ermöglicht über Datenbanktabellen den Import großer Datenmengen. Dabei werden die Tabellen zunächst durch Endbenutzerapplikationen mit Daten gefüllt. Anschließend überträgt Coda die spezifischen Informationen in die Applikation. Dabei ist eine vollständige Prüfung vor der Übernahme in die Datenbank gewährleistet. Dieses Verfahren eignet sich beispielsweise für eine Batch-Buchung umfangreicher Finanzdokumente oder die Erhebung statistischer Daten von Kunden und Lieferanten. Mit Callable Links bietet Coda Financials außerdem Funktionen, über die Entwickler das Programm direkt ansprechen können.

Der Autor:

Michael Mors, Geschäftsführer der UNIT4 Agresso GmbH