Vertraute Technologie erleichtert Administration

Von Dr. Robert Schmidt, Geschäftsführer der Walther Flender Holding GmbH

Wir haben uns für den Einsatz der vollständig auf .NET basierenden ERP-Lösung APplus vor allem aus zwei Gründen entschieden, was die Technologie betrifft: Zum einen verfügen wir über umfangreiches Microsoft-Wissen in unserer IT-Abteilung, das wir nun auch im Bereich ERP voll nutzen können. Die strategische Partnerschaft zwischen Microsoft und AP garantierte uns zudem, dass wir bei eventuellen Problemen auf ein starkes und erprobtes Team zurückgreifen konnten. Unsere gesamte IT-Infrastruktur basiert auf Microsoft-Technologien. Im Backend nutzen wir Windows 2003 Server, die Client-Plattform heißt durchgängig Windows XP und auf den Arbeitsplatz- und mobilen Rechnern sind die Microsoft-Office-Produkte installiert. Für die Administratoren bedeutet APplus eine enorme Erleichterung. Sie sind nicht nur mit der zugrunde liegenden Technologie vertraut, was die täglichen Administrationsaufgaben vereinfacht. Der Nutzen erstreckt sich vielmehr auch auf individuelle Anpassungen der Lösung, die durch das Tagesgeschäft erforderlich werden. Denn AP liefert optional mit der Lösung den gesamten Quellcode aus, und mit Visual Studio .NET steht eine leistungsfähige Entwicklungsumgebung zur Verfügung, die es uns erlaubt, schnell und unbürokratisch individuelle Anpassungen vorzunehmen. Durch APplus hat sich die Leistungsfähigkeit und Produktivität unserer IT noch einmal erheblich gesteigert – ein entscheidender Vorteil gerade für ein mittelständisches Unternehmen.

Zum anderen sind die Anwender mit Microsoft-Oberflächen bestens vertraut. Da sich auch die Benutzerführung und Bedienoberflächen von APplus an die Gestaltungsprinzipien der Microsoft-Welt hält, profitierten wir von einem schnellen Eingewöhnungseffekt und spiegelbildlich dazu von einer hohen Anwenderakzeptanz. Letztere ist entscheidend für den Erfolg eines ERP-Projekts. Wenn die Anwender, die ja Tag für Tag in den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen mit der Lösung arbeiten müssen, damit nicht zufrieden sind, nützt die beste Technologie nichts.

Plattformunabhängigkeit durch Java

Von Tammo Schwebke, IT-Applications, TOM TAILOR GmbH

Bereits seit acht Jahren sind wir Kunde bei CSS und setzen seit circa zwei Jahren eGECKO bei TOM TAILOR ein. Aufgrund unserer guten Erfahrungen mit der Java-basierten, kaufmännischen Lösung arbeiten wir auch international in den Bereichen Rechnungswesen und Controlling mit eGECKO. Dabei bringt der Java-Einsatz handfeste technische Vorteile wie die Plattformunabhängigkeit. So können Anwender die Plattform des Servers und der Workstations zwischen Windows, Mac/OS, Linux und iSeries wechseln. Vor diesem Hintergrund können wir uns ganz auf unsere Zahlen konzentrieren. Der Einsatz verschiedener Lokalisierungen zur Optimierung des internen und externen Berichtswesens ermöglicht eine vereinfachte weltweite Konzernkonsolidierung. Durch das Konzept der zentralen Stammdatenverwaltung kann der Konzernkontenrahmen für unternehmensübergreifende Auswertungen und Analysen genutzt werden. Zudem optimieren anwendungsübergreifendes Buchen und individuelles Aufbereiten des Datenmaterials per Knopfdruck den Arbeitsprozess deutlich, da nun keine internen Schnittstellen mehr nötig sind. Fehler und Arbeitszeit haben wir damit wesentlich reduziert.

Durch die Möglichkeit erweiterte Funktionalitäten über Patches im laufenden Betrieb einzuspielen, hat sich die Update-Fähigkeit deutlich verbessert. Und auch die einfache Einrichtung der Clients ist ein echter Pluspunkt. So musste die Software auf den Clients nicht installiert werden, denn bei der Java-basierten Lösung genügt es, dass die Clients zum Beispiel über das Network File System unter Linux bzw. UNIX Zugriff auf die Installation haben. Kurz und gut: eGECKO bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, deren Nutzung bei TOM TAILOR stetig ausgebaut wird, denn die integrierte Gesamtlösung besticht durch sehr viel Komfort bei maximaler Flexibilität.

Pro und Contra zu Java und .NET

IT-Entscheider haben die Qual der Wahl: J2EE-Architektur oder Microsoft .NET?

ERP-Wahl beeinflusst die Plattformstrategie

IT-Entscheider haben meist die Wahl zwischen ERP-Systemen, die auf einer J2EE-Architektur basieren oder auf dem Microsoft Framework .NET aufsetzen. Beide Möglichkeiten haben nicht nur Vorteile.

ERP-Architekten

bauen meist auf .NET oder J2EE. Die Java-Plattform, Enterprise Edition, abgekürzt Java EE oder früher J2EE, ist die Spezifikation einer Software-Architektur für die transaktionsbasierte Ausführung von in Java programmierten Anwendungen. Größter Konkurrent ist die .NET-Plattform von Microsoft (siehe dazu auch Strategievergleich .NET verus Java von Dr. Thomas Wieland, Siemens AG, Corporate Technology, München, unter: www.cpp-entwicklung.de/downld/Strategievergleich.pdf). Beide Ansätze teilen die Welt der Anwendungen für Enterprise Resource Planning (ERP) in zwei Hälften. Die eine besteht aus Softwareherstellern, die ihre Anwendungen auf Basis von Microsoft .NET oder Teilen davon entwickeln beziehungsweise die ERP-Produktlinien Microsoft Dynamics an die Bedürfnisse verschiedener Branchen anpassen. Die andere Hälfte der ERP-Welt programmiert ihre Business Applications häufig ganz oder in Teilen in Java. ERP-Systeme, die auf Microsoft .NET setzen, laufen nur unter dem Betriebssystem Microsoft Windows. Für die Produktfamilie .NET spricht aber, dass darauf basierende ERP-Anwendungen die Vorteile der gesamten Architektur ausschöpfen können, weil alle Bestandteile wie Datenbank und Betriebssystem von einem Hersteller zu einer Plattform geformt wurden. In Java programmierte Anwendungen laufen dagegen nicht nur auf Rechnern mit Microsoft Windows, sondern auch auf Hardware mit Unix-Betriebssystemen, sind also plattformunabhängig und ermöglichen den Einsatz von Open-Source-Lösungen wie Linux als Betriebssystem oder MySQL als Datenbank. 

Für beide Lager gibt es eine ganze Reihe von Herstellern (siehe dazu die Übersichten im is report Business Guide Enterprise Resource Planning).

SoftM reanimiert den Java-Pionier Semiramis

Eine der ersten vollständig in Java programmierten ERP-Suiten zu sein, reklamiert Semiramis für sich. Die Rechte an der einst von dem österreichischen Softwarehaus C.I.S entwickelten Software kaufte Ende 2006 das Münchner Software- und Beratungshaus SoftM aus der Insolvenzmasse der Semiramis AG. Dass die Software nicht für die Zahlungsunfähigkeit verantwortlich war, zeigt die Reihe von Neukunden, die die jetzt mehrheitlich zum polnischen Softwarehaus Comarch gehörende SoftM seitdem für Semiramis gewinnen konnte. Für eine Semiramis-Branchenlösung hat sich beispielsweise die Staiger GmbH & Co. KG, Erligheim, entschieden. Der Spezialist für Magnetventile, Ventilelektronik und intelligente Pneumatik wird künftig StS.supply – Semiramis inside des Semiramis-Partners SteinhilberSchwehr einsetzen. Staiger ist ein weltweit tätiges Zulieferunternehmen für zahlreiche Branchen wie Medizintechnik, Automobilindustrie, Armaturentechnik und Automatisierungstechnik. Weitere Neukunden, die von SteinhilberSchwehr im Dezember gewonnen wurden, sind der Kosmetikhersteller Kematen Cosmetics Deutschland GmbH aus Lenzkirch bei Freiburg und Penn Elcom GmbH, Emmerich, ein Anbieter von Bauelementen, Baustoffen und Bauinstallationen sowie Eisen- und Metallprodukten.

Die Option, Semiramis als Service via Internet zu nutzen, wählte die Berghaus Fashion GmbH aus Ehrenberg. Die deutsche Zweigniederlassung des auf Damenoberbekleidung spezialisierten Textilunternehmens mit Hauptsitz in Amsterdam hat sich für die Branchenlösung ImPuls fashion XL – Semiramis inside entschieden. Bei der nächsten Kollektion im Sommer 2009 sollen die kompletten Geschäftsprozesse vom Vertrieb über Logistik, Retail/Flächenmanagement und Produktion bis zu Finanzen und Controlling von der neuen Lösung unterstützt werden.

Java-Software eignet sich für On-Demand-Betrieb

Aufgrund der Architektur sei laut Hersteller CSS auch eGECKO für alle denkbaren Installationsmodelle konzipiert und somit auch für den On-Demand-Betrieb geeignet. Die in Java entwickelte, integrierte Gesamtlösung für das Controlling, Rechnungswesen und die Personalwirtschaft bietet das Unternehmen zusammen mit IBM daher seit kurzem auch zur Miete über das Internet an. Zu mieten ist die Business-Software ab 98 Euro pro Anwender und Monat. CSS bietet die Anwendung auch als Kombination aus Inhouse- und On-Demand-Lösung an. Unternehmen könnten so Spezialanwendungen wie eine Controllinglösung im Inhouse-Betrieb und Standardanwendungen über die On-Demand-Lösung realisieren.

oxaion und IBM schnüren ein Linux-Bundle

Auf der diesjährigen CeBIT zeigte auch das Ettlinger-Softwarehaus oxaion seine neue, Java-basierte ERP-Software oxaion open. Mit IBM schnürte der ERP-Hersteller auch ein Mittelstandspaket aus Hardware, Software und Datenbank. Präsentiert wird oxaion open im Bundle mit dem IBM Server Power Systems, mit dem quelloffenen Linux als Betriebssystem, der Datenbank IBM DB2 sowie einem Linux-Client von SUSE. „Wir zeigen damit, dass oxaion open tatsächlich offen und für jede Infrastruktur geeignet ist", erklärt Uwe Kutschenreiter, Vorstandsvorsitzender bei oxaion.

SAP NetWeaver ist auch mit Microsoft .NET kompatibel

Auch der ERP-Marktführer SAP hat sich der Java 2 Enterprise Edition (J2EE) verschrieben und seine Infrastrukturplattform SAP NetWeaver daran angepasst. SAP schuf so eine Architektur, in der sowohl die in der eigenen Sprache ABAP implementierten Funktionen als auch neue, in Java entwickelte Komponenten laufen können. Aber SAP NetWeaver sei auch mit Microsoft .NET, der Entwicklungsplattform von Microsoft, kompatibel und erweiterbar. So sei Microsoft Windows die einzige Plattform, die sämtliche SAP-Lösungen unterstützt.

Sage bedient beide Welten

Dass ein ERP-Hersteller sowohl ERP-Produktlinien auf Microsoft-Basis als auch auf Open-Source-Technologie anbietet, bildet eher die Ausnahme. Sage Deutschland ist sowohl ein sogenannter Independent Software Vendor (ISV) von Microsoft als auch ein Softwarehaus, das Java-basierte ERP-Systeme anbietet. Die Sage Office Line Evolution stattete das Softwarehaus beispielweise mit der .NET-Technologie von Microsoft aus. Im gehobenen Mittelstand verfolgt Sage dagegen eine andere Strategie. Bäurer Open Access (BOA) bildet die Basis für die ERP-Produktlinien Bäurer Industry und Bäurer Trade. Das Java-Framework ermöglicht den Einsatz der ERP-Suiten auf Windows und Linux.

Mit ERP X3 hat Sage im vergangenen Jahr zusätzlich eine ERP-Suite für international tätige Unternehmen des gehobenen Mittelstandes mit 150 bis 2500 Mitarbeitern auf den Markt gebracht. Die ERP-Suite läuft den Angaben zufolge unter Betriebssystemen wie Windows (2003, XP), Unix (AIX, HP) oder Linux (Red Hat). Als Datenbank unterstützte Sage ERP X3 Oracle-Produkte und den Microsoft SQL Server. Die Open-Source-Datenbank MySQL ist bis dato nicht vorgesehen.

APplus integriert Microsoft Dynamics CRM

Die AP Automation + Productivity AG setzte dagegen sehr früh ausschließlich auf die Entwicklungsplattform Microsoft .NET für ihre ERP-Suite APplus. Die internetbasierende Unternehmenslösung für mittelständische Produktions-, Service- und Handelsunternehmen sei vollständig mit aktuellsten Web-Technologien (HTML, XML, Web Services, SOAP) auf Basis von Microsoft .NET entwickelt worden. Auf dem Arbeitsplatzrechner sei so lediglich ein Browser (Internet Explorer) erforderlich. Auf dem Web-Server werden die Internet Information Services (IIS) von Windows 2003/2008 genutzt. Die Geschäftslogik wurde den Angabe zufolge in Web Services umgesetzt und werde vom Applikationsserver bereitgestellt. Die Datenhaltungsebene bilden Microsoft SQL Server, Active Directory von Windows 2003/2008 und SharePoint Services beziehungsweise der Microsoft Office SharePoint Server.

Der mittelständische ERP-Anbieter AP Automation + Productivity AG hat auch Microsoft Dynamics CRM in seine ERP-Lösung APplus integriert. Das Modul APplus/MS CRM ist das Ergebnis einer strategischen Zusammenarbeit mit Microsoft. Anwender der ERP-Software von AP haben so die Möglichkeit, Aufgaben des Kundenmanagements über die CRM-Software von Microsoft zu bearbeiten. Die Anbindung von Microsoft Dynamics CRM an das ERP-System sei über Web Services realisiert worden. „Die Zusammenarbeit von AP und Microsoft verdeutlicht, dass Lösungen für eine übergreifende Prozessunterstützung auf Basis einer gemeinsamen Technologieplattform ein großes Potenzial besitzen", erklärt Robert Helgerth, Direktor Mittelstand & Partner und Mitglied der Geschäftsführung der Microsoft GmbH.

eEvolution portiert ERP-Suite auf Microsoft .NET

Die nGroup portierte 2006 ihre ERP-Suite eEvolution auf die .NET-Plattform. Wesentlicher Vorteil dieser Lösung sei die vollständige Anpassbarkeit der Software an Kundenwünsche verbunden mit einer größtmöglichen Releasefähigkeit. Ferner könne eEvolution als zentrale Plattform für unternehmenssteuernde Anwendungen verwendet werden. Eine enge Kopplung mit Microsoft Office 2003/2007, eine Datenzuführung zu mobilen Endgeräten und verbesserte Integrationsmöglichkeiten von Fremdanwendungen und Web-Plattformen werde ermöglicht. Auf dieser Technologie seien Standardlösungen wie Microsoft Exchange oder die Kundenmanagementlösung Microsoft Dynamics CRM, das Shopsystem eEvolution Online Sales und die mobile Vertriebslösung eEvolution Mobile Sales integriert. Alle Systeme seien so eng miteinander gekoppelt, dass individuelle Schnittstellen entfallen könnten und ein prozessübergreifendes Gesamtsystem genutzt werden könne. Zur CeBIT 2009 präsentierte das Softwarehaus nGroup die Version 7.0 seiner Unternehmenslösung eEvolution für Produktion, Handel und Service im Mittelstand. Unter anderem sei das Erscheinungsbild an die Optik von Microsoft Windows Vista und Microsoft Office 2007 angepasst worden.

Microsoft Dynamics hat 3-Tier-Architektur

Neben den Microsoft-Partnern, die als unabhängige Softwarehäuser ihre ERP-Suiten auf Basis von .NET entwickeln, hat auch der Softwarekonzern selbst seine ERP-Produktlinien Dynamics auf die eigene Entwicklungsplattform portiert. Da Microsoft Dynamics NAV 2009 auf dem Microsoft Framework .NET basiert, sei es möglich, .NET-Anwendungen schnell zu entwickeln und zu integrieren. Firmen, die beispielsweise Call-Center-Funktionen für Telemarketing in ihrem Betrieb einführen möchten, können eine Web-Service-Applikation nutzen, um Kunden Zugriff auf die in Microsoft Dynamics NAV 2009 gespeicherten Daten zu gestatten. Dies kann beispielsweise im Kundenmanagement für den Aufbau von Kundenportalen genutzt werden. Der Unternehmenssoftware für kleine und mittlere Unternehmen liegt seit der Version 2009 auch eine 3-Tier-Architektur (Unterteilung in Datenbank-, Server- und Client-Ebene) zugrunde. Die Client-Ebene beinhaltet den rollenbasierten Client. Die Service-Tier-Ebene beinhaltet die Businesslogik, die als konfigurierbare Web Services zur Verfügung gestellt werden könne. Die Datenbankebene basiert auf dem Microsoft SQL Server. Die in Microsoft Dynamics NAV zugrunde liegende 3-Schichten-Architektur biete Anwendern eine Infrastruktur, um bei fortlaufendem Betrieb der Geschäftsprozesse ihrer Kunden Anpassungen an der Lösung vorzunehmen sowie neue Funktionalitäten oder neue Benutzer hinzuzufügen. hei