
Sie sind hier:
Startseite
Enterprise Resource Planning (ERP)
Unternehmensweite
Standardsoftware (ERP) wickelt Geschäftsprozesse vom Einkauf über den Vertrieb bis hin zum Service ab. Für die länderübergreifende Steuerung dieser Abläufe muss ERP-Software mehrsprachig sein, mehrere Währungen unterstützen sowie landes- und regionsspezifische Funktionen abbilden. Der Informationsfluss zwischen den Niederlassungen läuft idealerweise über ein abgesichertes Virtual Private Network. Die folgenden vier Anwenderberichte zeigen, wie Unternehmen ihre Tochtergesellschaften weltweit steuern.
Die Lisega GmbH ist ein Spezialist für Rohrhalterungssysteme sowie ein Komponentenlieferant für den Großanlagenbau. Abnehmer sind unter anderem chemische Betriebe und thermische Kraftwerke. Bereits 1992 wurde im Vertrieb, Einkauf und Wareneingang Abas ERP eingeführt. 1995 folgten Fertigung und Rohmaterialverwaltung, 1996 die Zeitwirtschaft und 1998 wurde das Werkstattsteuerungssystem Fast/pro an Abas ERP angebunden.
Wegen der Auslandsstandorte muss die ERP-Software mehrsprachig sein. Das Unternehmen nutzt Englisch für Niederlassungen in den USA, in Großbritannien und in China sowie Französisch für den Standort in Frankreich. „Dank der Mehrsprachigkeit können wir Systemanpassungen sofort in allen Niederlassungen umsetzen“, berichtet Udo Böttcher, IT-Leiter bei Lisega. „Dies verkürzt die Einführungszeiten neuer Module oder Versionen.“
Die Grundlage bei der Auftragsbearbeitung bildet die Lager- und Fertigungsorganisation, die durch eine bedarfsorientierte Steuerung kurzfristige Verfügbarkeiten sichert. Dabei werden die weltweiten Niederlassungen in die Disposition einbezogen. „Über eine enge Zusammenarbeit mit der Arbeitsvorbereitung und der Fertigung erreichen wir eine hohe Termintreue“, erläutert Böttcher. Ein Kundenauftrag könne aus einer Vielzahl einzelner Fertigungsaufträge bestehen. Die Einbindung des Versandbereiches in Abas ERP sichere die Vollständigkeit der Lieferungen, da die Software die Fertigungsaufträge den Kundenaufträgen zuordnet.
Die Kommunikation der Standorte untereinander erfolgt mittels Datenfernübertragung. Wenn beispielsweise ein Auftrag in den USA oder in Frankreich in Abas ERP erfasst und nach Deutschland übertragen wird, kann er hierzulande am Bildschirm über einen Makrogenerator komplett in Deutsch angezeigt und weiterverarbeitet werden. „Wir arbeiten stets daran, Verwaltungsvorgänge im Unternehmen zu minimieren“, berichtet Böttcher. „Die Abas-Software unterstützt uns dabei, weil sie sich anpassen lässt und wir die Betriebsabläufe nicht an einem starren IT-System ausrichten müssen.“
Als Weltmarktführer für Bandwebmaschinen unterhält die 1887 gegründete Jakob Müller AG mit Stammsitz im Schweizerischen Frick Tochtergesellschaften in Italien, Indien, Hongkong, China, Japan, USA, Mexiko und Brasilien. Die Niederlassungen stellen selbstständig eine Vielzahl unterschiedlicher Bandwebmaschinen her und beschäftigen zusammen rund 1000 Mitarbeiter. Die mit dieser Entwicklung einhergehende DV-Strategie beschreibt IT-Manager Adrian Brogle mit den Schlagworten Zentralisierung und Standardisierung.
Diese Strategie setzen die Schweizer mit der betriebswirtschaftlichen Software Oxaion um. Diese Lösung verfügt über eine Dreischicht-Architektur auf Basis von Web-Technologie. Dadurch kann Jakob Müller die Software komplett am Stammsitz in Frick betreiben und dort die Daten aller Mandanten zentral vorhalten und pflegen. Ein Web-Server in jeder Niederlassung stellt die Verbindung zwischen der Verarbeitungslogik auf dem zentralen Server und den Endanwendern vor Ort her, die über Client-Software auf ihren Rechnern mit Oxaion arbeiten. Die Datenübertragung erfolgt über ein abgesichertes Virtual Private Network. „So vermeiden wir einen Wildwuchs unterschiedlicher Systeme, die nur schwer oder gar nicht miteinander kommunizieren können“, erklärt Brogle.
Da alle Niederlassungen mit derselben ERP-Software arbeiten, lassen sich die Geschäftsabläufe sämtlicher Tochterunternehmen einheitlich abbilden: „Was für unser Produktionsunternehmen in der Schweiz gut ist, passt auch für unseren Fertigungsstandort in Indien“, erläutert Brogle. Die Organisationsstruktur ist auf dem zentralen Server in Frick nachgebildet. Jede Auslandstochter wird hier in Form eines Mandanten mit separaten Daten geführt. Damit sei gewährleistet, dass jede Niederlassung nur mit ihren Daten arbeitet. Standardisiert hat der Sondermaschinenbauer auch den Informationsfluss zwischen den einzelnen Niederlassungen. Dieser läuft über so genannte Intercompany-Prozesse, die den Datenaustausch entlang der standortübergreifenden Abläufe automatisieren.
Der Autoteilegroßhändler Stahlgruber beliefert über seine mehr als 90 Verkaufshäuser in Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowenien, Kroatien und Italien vornehmlich Pkw-Händler und freie Kfz-Werkstätten. IT-Lösungen für das Bestellwesen, die Disposition und die Auftragsverwaltung sind für das Unternehmen Kernanwendungen, die 240 000 Artikel des Lieferprogramms verwalten und die Kommissionierung von täglich über 50 000 Positionen steuern. Mit der auf Microsoft Dynamics AX basierenden Branchenlösung Würth Phönix Trade Plus führt Stahlgruber gerade eine einheitliche betriebswirtschaftliche Standardsoftware für alle europäischen Tochtergesellschaften ein.
Der Händler für Autoersatzteile unterstützt damit die internationale Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten. Mehrwährungs- und Mehrsprachenfähigkeit sowie die Abdeckung von landes- und regionsspezifischen Funktionen in den Softwaresystemen gelten dabei als notwendige Voraussetzungen. Die Großhandelslösung optimiert die branchenspezifischen Betriebsprozesse. Ausschlaggebend für die Wahl war neben dem breiten funktionalen Abdeckungsgrad die internationale Eignung der Software.
„Je näher eine ERP-Lösung am Standard bleiben kann, desto kleiner fallen die langfristigen Unterhaltskosten in Bezug auf Versionswechsel und Migrationen aus“, argumentieren Hubert Kofler, CEO von Würth Phoenix, und Stahlgruber-CEO Bernhard Strauch. „Würth Phönix Trade Plus erwies sich als idealer Kandidat.“ Das Projekt wird Ende 2011 bei der Tochtergesellschaft Autocora OS in Tschechien in Live-Betrieb gehen.
Die Infirmarius GmbH, Hersteller naturheilkundlicher Präparate, hat seit rund sieben Monaten Sage ERP X3 im Einsatz. Das Unternehmen hatte sich im Rahmen der Konsolidierung seiner IT-Landschaft für ein einheitliches IT-System entschieden. Projektziel war die Schaffung einer durchgängig IT-gestützten Produktions- und Finanzkette, um die Produktionsstandorte in Metz und Göppingen durch einen einheitlichen Zugriff auf den Warenbestand und die Finanzkennzahlen optimal zu steuern. Weniger Medienbrüche und ein schnellerer Zugriff auf Kapazitäten verbessern die Auslastung der Produktionsstätten.
Infirmarius setzt die Module Finanzen, Produktion, Ein- und Verkauf, Kundenbeziehungsmanagement sowie Warenbestand ein. Weil Disposition und Materialplanung automatisiert ablaufen, steigt die Auslastung der Produktionsstätten. Einige Zusatzstoffe werden in Frankreich hergestellt und in Deutschland weiterverarbeitet. Sage ERP X3 erlaubt den deutschen Mitarbeitern einen Zugriff auf den Lagerbestand der Filialen in Frankreich und lässt sie dort die benötigten Materialien abrufen.
Auch die Branchenspezialitäten bei der Produktion von Arzneimitteln deckt die ERP-Lösung ab. Über eindeutige Chargennummern lassen sich alle Inhaltsstoffe eines Produktes bis auf die einzelne Lieferantencharge zurückverfolgen. „Mit Sage ERP X3 optimieren wir Beschaffung, Produktion und Vertrieb“, erklärt Thomas Schneider, Geschäftsführer der Infirmarius GmbH. „Das System erstellt auf der Basis von Vergangenheits- und Erfahrungswerten Prognosen über künftige Verkaufszahlen einzelner Produkte. So können wir unsere gesamte Produktionskette planen und auf saisonale Schwankungen reagieren.“ jf