Hersteller- und Lösungsauswahl

Orientierung für ERP-Entscheider

IT-Entscheider können unter vielen Angeboten für das Enterprise Resource Plannig (ERP) wählen. Projektverantwortliche und IT-Analysten sagen, worauf sie dabei achten müssen, und welche Best Practices zum Erfolg führen.

Nur alle zehn Jahre

erwägen IT-Entscheider, ihre Lösung für das Enterprise Resource Plannig (ERP) zu ersetzen – im Durchschnitt. Das hat – neben den Kosten – weitere gute Gründe. ERP-Systeme und ihre Teilanwendungen wie Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft, Produktionssteuerung und -planung sowie Supply Chain Management sind die lebensnotwendigen Aggregate eines Unternehmens. Arbeiten sie nicht, ist der Fortbestand des Unternehmens gefährdet. Ein Eingriff wie ein Update auf eine neue Version oder ein Upgrade auf ein Major-Release stellt ein Unternehmen daher oft schon vor eine Herausforderung. Ein Komplettwechsel des ERP-Systems entspricht vergleichsweise dem Austausch von Getriebe, Motor und Auspuffanlage – während der Fahrt. Die Entscheidung für den Hersteller eines ERP-Systems, den dazugehörigen Implementierungspartner und auch das Betriebsmodell, also beispielsweise Software-as-a-Service (SaaS) zur Miete über das Internet oder einen Kauf der Softwarelizenz, wiegt daher schwer. Entsprechend sorgfältig sollten IT-Entscheider ihre Auswahl treffen.

Elektrogroßhändler konsolidiert ERP-Systeme

Beispielsweise hatte bei der Alexander-Bürkle-Gruppe 26 Jahre lang ein Midrange System der Firma Bull das EDV-Rückgrat des Unternehmens gebildet. Die IT-Plattform mit einem COBOL-programmierbaren Quellcode, den das Unternehmen mit vier eigenen Programmierern entwickelt hatte, lief stabil, war aber zu wenig flexibel. Zudem existierten nach dem Erwerb von drei weiteren Elektroroßhandlungen vier verschiedene ERP-Systeme innerhalb der Unternehmensgruppe, die sich nicht integrieren ließen. Die Unternehmensführung fasste daher den Beschluss, eine neue, einheitliche Unternehmenssoftware für die Alexander-Bürkle-Gruppe zu beschaffen. Gefordert war eine einheitliche Software für die Unternehmensgruppe mit umfassender Standardfunktionalität, eigenen Entwicklungsmöglichkeiten und einer Updatefähigkeit trotz umfangreicher individueller Anpassungen. Weitere geforderte Features waren die Möglichkeit der Online-Anbindung, Plattformunabhängigkeit sowie die Möglichkeit der Computer-Telefonie-Integration (CTI). Das Unternehmen entschied sich dafür, SQL-Business des ERP-Softwarehauses Nissen & Velten einzuführen. „Die Mitarbeiter von Nissen & Velten hatten schon in einer frühen Projektphase ein sehr gutes Verständnis für die Abläufe des Großhandels und haben unsere Sprache gesprochen", erklärt Frank Schoberer, als Geschäftsführer unter anderem für IT und Logistik bei Alexander Bürkle zuständig. Er ergänzt: „Zudem hat es uns sehr gut gefallen, direkt mit den Produzenten der Software zusammenzuarbeiten. Dazu kam das Vertrauen in die Geschäftsführung von Nissen & Velten und ihre Einschätzung, dass 500 Poweruser gleichzeitig auf SQL-Business handeln können."

Gefallen habe bei Alexander Bürkle aber auch die Roadmap der Produktentwicklung: Die Möglichkeit, durch eine Migration auf das webbasierte Nachfolgeprodukt eNVenta ERP eine Perspektive über die kommenden zehn Jahre hinaus zu gewinnen. Framework Studio, die eigene Entwicklungsumgebung, sei für ein Anwenderunternehmen wie Alexander Bürkle, das auch selbst programmiert, zudem ein attraktiver Punkt gewesen.

Das siebenköpfige Projektteam, das von Mitarbeitern des Softwarehauses und des Elektrogroßhändlers gebildet wurde, führte den Angaben zu Folge SQL-Business in acht Monaten ein. Während im Projektverlauf manche Herausforderungen wie die Stammdatenübernahme deutlich einfacher zu meistern gewesen sei, als ursprünglich erwartet, gab es auch unerwartete Hürden im Detail: So musste für das Kabelgeschäft eine Trommelverwaltung und eine Chargenverwaltung programmiert werden. Die von Alexander Bürkle benötigte Metallzuschlagsberechnung führte zu einer Erweiterung des Standards von SQL-Business.

Heute arbeiten 550 Mitarbeiter an 18 Standorten der Unternehmensgruppe mit der Lösung. Server und Software stehen in Freiburg und werden durch eigene Citrix Metaframe Server und VPN-Leitungen für jede GmbH zur Verfügung gestellt. „Noch im Herbst dieses Jahres", erklärt Frank Schoberer, „wollen wir damit beginnen, Schritt für Schritt auf die webbasierte ERP-Lösung eNVenta ERP von Nissen & Velten umzusteigen. Da ein Parallel-Betrieb von SQL-Business- und eNVenta-ERP-Modulen mit eNVenta ERP möglich ist, planen wir eine sanfte Migration über einen Zeitraum von zwei Jahren."

Planungstool ist Schlüsselkriterium

Seit über 30 Jahren entwickelt GSR Ventiltechnik in Bad Oeynhausen, 30 Kilometer nördlich von Bielefeld, kundenspezifische Ventil-Sonderlösungen. Der Ventilbauer führte im Jahr 2006 eine ERP-Software von Infor ein. Schon im Jahr 1998 hatte GSR auf ein ERP-System gesetzt. „Das konnte unseren Ansprüchen aber nicht dauerhaft genügen", erklärt Diplomingenieur Michael Beer, Leiter Technik und Produktion bei GSR. Die Software passte einfach nicht zum Unternehmen: GSR Ventiltechnik hatte das ERP-System von Beginn an eigenhändig an die eigenen Erfordernisse anpassen müssen. „Auf diese Weise mussten wir jedes Software-Update wiederum an unsere ‚zurechtgebogene’ ERP-Software anpassen", berichtet Beer. „Als dann im Jahr 2006 erneut ein großes Update anstand, wäre der Aufwand für die Anpassung ähnlich groß gewesen, wie ein Neusystem zu implementieren." GSR Ventiltechnik ergriff die Gelegenheit und ermittelte in Folge dessen die vorhandenen ERP-Anbieter und lud schließlich drei Finalisten zum Gespräch ein. Am Ende konnte sich Infor mit Infor ERP LN Supply Chain Scheduler and Planner durchsetzen.

Seit September 2007 arbeitet GRS nun im Echtbetrieb mit Infor ERP LN Supply Chain Scheduler and Planner. Das Planungstool erleichtere heute die Arbeit, berichtet Beer: „Im alten System hatten wir gar kein Planungstool. Auch die Konkurrenzprodukte, die wir uns im Vorfeld angesehen hatten, konnten das nicht bieten. Das war für uns schon ein Schlüsselkriterium für Infor. Heute lassen wir viele routinemäßigen Aufgaben vom System machen und kümmern uns um anspruchsvollere Dinge. Wir können vorausschauender planen, rechtzeitig Handlungsalternativen zu Störungen ergründen, realistische Lieferterminzusagen treffen und so kurzfristig auf Kapazitätsänderungen oder Kundennachfrageänderungen reagieren." Außerdem konnten den Angaben zu Folge die Lagerbestände und Durchlaufzeiten insgesamt mit Infor ERP LN deutlich reduziert werden. Highlight der Umstellung sei die Effizienz, die GSR mit der Einführung von Infor-Lösungen erreicht hat. Beer: „Seit der Umstellung auf Infor konnte GSR Ventiltechnik ihren Umsatz durch eine höhere Effizienz steigern. Die Infor-Software ist für uns ein Werkzeug, mit dem wir bei konstanter Mitarbeiterzahl in gleicher Zeit mehr Arbeit schaffen als früher."

Individualsoftware abgelöst

Der Lohnbeschichter Kopp Oberflächentechnik AG stieß mit der bisher eingesetzten individuell entwickelten Unternehmenssoftware an seine Grenzen. „Wir bieten unseren Kunden einen Full Service rund ums Beschichten und Lackieren. Dies alles gilt es in der Unternehmenssoftware abzubilden. Unser Altsystem wurde individuell für uns erstellt. Beim Support und der Weiterentwicklung waren wir auf das Wissen unseres betreuenden IT-Dienstleisters angewiesen. Aufgrund der vielen Anforderungen kam der mit den Modifikationen nicht mehr nach. Also machten wir uns auf die Suche nach einer passenden ERP-Standardsoftware", berichtet Markus Kopp, ERP-Projektleiter und Vorstand der Kopp Oberflächentechnik AG.

Über befreundete Unternehmen ließ der Oberflächenspezialist sich ERP-Systeme nennen, die passen könnten. Drei davon lud der Oberflächenspezialist zu Systempräsentationen nach Schwenningen ein. „Für uns sind viele kleine Dinge wichtig, die wir immer wieder auf´s Neue im ERP-System abbilden müssen. Vom abas-Partner konnten individuelle Anforderungen sofort umgesetzt werden, das hat uns begeistert. Andere Systeme waren auch flexibel, verloren aber im Gegensatz zu abas-ERP ihre Upgradefähigkeit. Auch wollten wir eine Software, die sich unseren Anforderungen anpasst und nicht umgekehrt" berichtet Markus Kopp und ergänzt: „Wir sind Lohnfertiger, wenn ein Kunde ein Teil haben möchte, das wir noch nie gefertigt haben, muss das schnell und mit einem vertretbaren wirtschaftlichen Aufwand durchzuführen sein. Das System sollte auch von unseren Hilfskräften in der Produktion bedient werden können. Wir haben uns für die abas-Business-Software entschieden, da diese unsere Anforderungen am besten erfüllte."

Zwei Monate nach Echtstart sind den Angaben zu Folge bei Kopp Oberflächentechnik der Einkauf, Verkauf, die Fertigung und die Qualitätssicherung mit der neuen ERP-Software im Echtbetrieb. Auch konkrete Verbesserungen haben sich demnach eingestellt. „Früher kam es schon einmal vor, dass Teile vom Einkauf doppelt oder dreifach bestellt wurden. Jetzt haben wir die volle Transparenz. Bestand, Bestellungen und voraussichtliche Liefertermine der Teile sind auf Knopfdruck abrufbar. Sicherheitsbestände gehören ebenfalls der Vergangenheit an. Unsere Liquidität ist dadurch gestiegen", stellt Markus Kopp heraus.

Hohe Fertigungstiefe beherrscht

Bei der Franz Eisele und Söhne GmbH & Co. KG Pumpen- und Maschinenfabrik ist es Firmenphilosphie, lediglich den Stahl einzukaufen und alles andere selbst zu erledigen. „Bei der Suche nach einer neuen ERP-Lösung haben wir besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass das System unsere hohe Fertigungstiefe unterbringen kann", sagt Thomas Westhauser, zuständig für IT-Organisation bei Eisele. Mit der oxaion business solution löste man schließlich die veraltete Eigenentwicklung ab, die aus verschiedenen Insellösungen bestand. „Es gab zwar Verbindungen, die Software war aber natürlich längst nicht so durchgängig und hoch integriert wie das heute der Fall ist." So mussten beispielsweise Bestellungen und Aufträge separat getippt werden, Ausdrucke von Fertigungsaufträgen liefen in mehreren Exemplaren durch die Produktion. Ein entscheidendes Argument für oxaion war deshalb das nahtlos in die Unternehmenssoftware integrierte Modul für die Produktionsplanung und -steuerung (PPS). Mit dem Umstieg wollten die Pumpen- und Rührwerk-Experten aber nicht nur eine neue Software einführen, sondern auch ihre Arbeitsabläufe optimieren. Mit ausschlaggebend war darum auch das Branchen-Know-how des Anbieters. „Hier haben wir uns bei oxaion absolut wiedergefunden. Wir konnten zu 98 Prozent im Standard bleiben", sagt Thomas Westhauser.

Mit einem integrierten Variantengenerator könnten die Mitarbeiter heute Fertigungsaufträge nach kundenindividuellen Anforderungen schnell und einfach in das System eingeben. Ausgehend von den Standardgeräten lasse sich bei der Auftragserfassung die gewünschte Ausstattung anhand von definierten Sachmerkmalen im System erfassen.

Mit Hilfe dieser Angaben erzeuge der Generator auf Basis der hinterlegten Konstruktionslogik automatisch die zugehörigen Stücklisten und Arbeitspläne. Wird der Auftrag bestätigt, erscheine in Fertigung und Einkauf bei Eisele unmittelbar die zugehörigen Fertigungsaufträge und Bestellvorschläge. Der Fortschritt eines Kundenauftrags sei für die Mitarbeiter von Eisele jederzeit nachvollziehbar. Dies gelte nicht nur für den Status von Bestellungen, sondern auch für den Fortschritt in der Fertigung. Für aktuelle Informationen sorge hier die integrierte Betriebs- und Maschinendatenerfassung. Über Schnittstellen seien die BDE-Terminals sowie das Bearbeitungszentrum (BAZ) von Eisele an die Unternehmenssoftware angeschlossen, womit angefangene und fertige Aufträge an oxaion zurückgemeldet würden. „Die Zeiten, in denen unsere Arbeitsvorbereiter den halben Tag auf dem Werksgelände unterwegs waren um nachzuschauen, wie weit der Bearbeitungsstand ist, sind damit endgültig vorbei", betont Westhauser.

ERP aus dem Rechenzentrum

Für Kirsten Müller, IT-Leiterin bei der in Karlsruhe ansässigen Bruker AXS GmbH, ist wichtig, einen mittelstandsgerechten Ansatz für durchgängige IT-Strukturen zu realisieren: „Unser Ziel ist, die lokalen Erfordernisse unserer weltweiten Produktions- und Vertriebsgesellschaften mit den Anforderungen unserer Zentralen in Einklang zu bringen." Die rund 50 Unternehmen der Gruppe zählen jeweils zwischen 80 und 200 Beschäftigte. Schritt für Schritt erfolgt bei Bruker der Aufbau eines global nutzbaren IT-Systems auf Basis der SAP Business All in One Branchenlösung All for Machine mit internationalen Roll-Outs. Über 15 solcher Roll-Outs hat Müller bereits begleitet oder federführend betreut. „Schnell ein für Deutschland eingestelltes ERP-System nehmen und dieses dann unreflektiert etwa in China oder Japan praktisch eins zu eins verwenden – das kann nicht funktionieren", betont die IT-Leiterin. Sie rät vielmehr „statt dem kleinsten, den größten gemeinsamen Nenner" zu suchen: Währungen, Zeitzonen, Intercompany Abwicklungen oder Transferpreise. Hinzu kommt, dass Einzelabschlüsse nach lokalen Rechnungslegungsvorschriften, konsolidierte Zwischen- und Jahresberichte dagegen meist nach internationalen Standards wie IFRS oder US GAAP zu erstellen sind. Allerdings seien noch vor dem Ausrollen einer derart voreingestellten Anwendung einige weitere wichtige Punkte abzuklären. So zum Beispiel technische Begebenheiten: die WAN-Verbindung etwa, die Betriebsauslegung von 7 X 24 oder das Systemsizing. Bruker bezieht dazu ihre IT-Betriebsleistungen weltweit aus den All-for-One-Rechenzentren in Frankfurt und könne sich so besser auf die Kernkompetenzen wie etwa Prozess-Know-how konzentrieren.

Microsoft-Technologiestack gibt Ausschlag bei ERP-Entscheidung

Die im Naturpark Südschwarzwald ansässige Privatbrauerei Waldhaus Joh. Schmid hat sich Ende des letzten Jahres für eine neue, integrierte ERP-Lösung zur Steuerung der kaufmännischen Prozesse entschieden. Das IT-Systemhaus Qurius soll bis April Microsoft Dynamics NAV in Verbindung mit dem Branchenpaket Q-Drink implementieren und in die vorhandenen Systeme integrieren. Die Privatbrauerei wuchs nach eigenen Angaben im letzten Braujahr beim Bierausstoß um mehr als zehn Prozent auf rund 41 300 Hektoliter. Die Biere werden an den klassischen Lebensmittel-Einzelhandel, den Biergroßhandel sowie an diverse Gasthöfe geliefert. Zur Steuerung der Abläufe im Betrieb, in der Verwaltung und der Distribution setzt das Brauhaus verschiedene Systeme ein, die zum großen Teil nicht miteinander verbunden sind. „Die Materialwirtschaft wird sogar ohne EDV-Unterstützung durchgeführt, Auswertungen sind für uns kaum möglich", bekennt Geschäftsführer Dieter Schmid. Das kontinuierliche Wachstum der Brauerei machte laut Schmid die Investition in eine zukunftsorientierte, neue Systemplattform für die kaufmännischen Prozesse unumgänglich. Aufgrund der Zukunftssicherheit fiel die Wahl den Angaben zu Folge sehr schnell auf Microsoft mit Microsoft Dynamics NAV als Basislösung. Die integrierte Lösung soll es unter anderem ermöglichen, einen besseren Überblick über alle Kunden, die vertraglichen Vereinbarungen sowie die geschäftlichen Transaktionen zu erhalten. Die Verknüpfung mit den Microsoft-Produkten wie Outlook oder Office sei daher ein ganz entscheidender Aspekt für die Systemauswahl gewesen. „Wir haben uns für Qurius als IT-Partner entschieden, weil dieser auch unsere ganz spezifischen Branchenanforderungen, etwa die Abrechnung von Streckenkunden, also Kunden, die über einen Logistiker beliefert werden und direkt abgerechnet werden, mit dem Lösungspaket Q-Drink abdeckt." Bis Ende März will der Microsoft-Partner die unterschiedlichen Unternehmensbereiche miteinander verzahnen. Das ERP-System werde dafür mit dem Logistiksystem LOGO-3 und dem Tourenplaner MOVIS verknüpft. Die Anbindung der Handhelds, die bei den Auslieferungstouren im Heimservice eingesetzt werden, sei ebenfalls vorgesehen. „Wichtig war uns auch die Flexibilität der Lösung, die eine Anpassung an unsere Geschäftsprozesse bei Veränderungen erlaubt", erklärt Dieter Schmid. Zukünftig würden detaillierte Auswertungen möglich, zum Beispiel über das Verhältnis von Fässern zu Flaschen, über Gebindegrößen oder die Absatzentwicklung pro Region.

Sart-up braucht Reportingfunktionalität

Die eZono AG mit Hauptsitz in Jena entwickelt preisgünstige tragbare Ultraschalltechnologie und hilft damit nicht traditionellen Ultraschallanwendern, dieses medizinische Verfahren auf einfache Weise in der Tagesroutine einzusetzen. Um als Start-up für alle relevanten Geschäftsprozesse gerüstet zu sein und als Aktiengesellschaft den Finanzbehörden und Anteilseignern frühzeitig berichten zu können, wollte das Unternehmen schon während der Entwicklungsphase, also noch vor Markteinführung des ersten Produktes, ein Warenwirtschaftssystem aufbauen.

eZono entschied sich für die Oracle Lösung JD Edwards Enterprise One als Warenwirtschaftssystem auf ERP-Basis. Die Software optimiert die Arbeitsweise des Unternehmens, und diese Effizienz überträgt sich auf das Logistiknetzwerk des Medizintechnikherstellers. Über einen Internet-basierten Zugang hat der Vertrieb jetzt jederzeitig Zugriff auf die Informationen im System. Alle Daten, wie zum Beispiel Auftragsstatus, Lagerbestand, Lieferstatus, Kontoinformationen oder CRM-Daten, werden direkt ins ERP-Programm gebucht und sind in Echtzeit von allen Anwendern intern und extern abrufbar. Auch Dienstleister und Lieferanten sind an die virtuelle Lieferkette angebunden. Die Arbeitsschritte der Mitarbeiter und Partner im Netzwerk lassen sich somit aufeinander abstimmen, die Geschäftsprozesse können besser kontrolliert werden. Ein großer Vorteil liegt vor allem in der Reportingmöglichkeit für das Controlling und die mehr als 40 Aktionäre.

Zudem setzt eZono auf die Oracle JD-Edwards-Accelerate-Lösung für die Medizintechnik-Industrie, die in der Standardkonfiguration auf die Geschäftsvorgänge dieser Branche zugeschnitten ist und auf diese Weise einfach, schnell und kostengünstig zu implementieren war. Alle gesetzlichen Compliance-Vorgaben waren bereits enthalten.

André Jäkel, Chief Finance Officer bei der eZono AG, zeigt sich sehr zufrieden mit dem neuen System: „Mit der JD Edwards und der Accelerate Lösung von Oracle haben wir uns sehr schnell eine gute Basis für alle kommenden Geschäftsprozesse geschaffen. Und bei unseren Investoren und Business Partnern kam es sehr gut an, dass wir als Start-up-Unternehmen schon frühzeitig ein funktionierendes Reporting hatten."

Flexible Geschäftsprozesse

Seit über 30 Jahren konzentriert sich die USU Software AG auf das beratungsintensive Knowledge Business. Das Unternehmen realisiert den Angaben zu Folge in mehr als 500 Kundenprojekten pro Jahr maßgeschneiderte Lösungen für den Umgang mit Wissen. Die Herausforderung: So individuell der Umgang mit Wissen ist, so individuell gestalten sich auch die jeweiligen Projekte. Die Projekte gleichen sich zwar in ihrer softwaretechnischen Basis. Jedoch ist die tatsächliche Arbeitsumgebung der Anwender bei jedem Kunden individuell realisiert, da sich der Umgang mit Wissen in kein starres Schema pressen lässt. Um der daraus resultierenden hohen Markt- und Kundendynamik standzuhalten, muss die USU Software AG selbst flexibel agieren können und ihre Geschäftsprozesse kontinuierlich optimieren.

Deshalb wurden die bestehenden Insellösungen von einer ERP-Anwendung abgelöst. Ziel war es, eine homogene Basis für die Planung, Abrechnung und Auswertung beliebiger interner und externer Projekte zu schaffen. „Aufgrund der verschiedenen Software-Inseln musste jede geleistete Projektstunde zuzüglich Reisekosten und Spesen pro EDV-System separat erfasst werden. Durch diese Doppeleingaben bekamen wir regelmäßig abteilungsspezifische Zahlen, die in zeitintensiven Abstimmungsarbeiten untersucht werden mussten. Daneben ließ die starre Struktur der Systeme keine flexible Gestaltung der Auswertungen zu."

Nach einem Auswahlverfahren fiel die Wahl auf Agresso Business World (ABW). Heute bilde Agresso Business World die gesamte Organisation eins zu eins auf einer homogenen Plattform ab und gewährleiste den durchgängigen, konsistenten Datenfluss in alle Fachbereiche. Um Kunden zu gewinnen und auch zu halten, müssen jedoch nicht nur die Zahlen stimmen, sondern auch die Reaktionsgeschwindigkeit auf veränderte Kunden- oder Projektanforderungen. Deshalb lasse sich ABW vom Anwender selbst anpassen.

Zusätzliche Pluspunkte seien Transparenz und Detailschärfe in den einzelnen Berichten. Dies sorge auch bei den Planungsszenarien der Führungsebene für vielfältige Möglichkeiten, per Mausklick Geschäftsvorfälle zu simulieren. „ABW lässt sich zeitnah implementieren, intuitiv bedienen und flexibel modellieren, was attraktive Total Cost of Ownership mit sich bringt", fasst Beate Vogler die Erfahrungswerte mit Agresso Business World zusammen.

Stücklistenpositionen fordern Anlagenbauer

Die Unternehmensgruppe centrotherm aus Blaubeuren entwickelt und baut im schwäbischen Blaubeuren Produktions- und Abgasreinigungsanlagen für die Photovoltaik- und die Halbleiterindustrie. Trotz des hohen Komplexitätsgrades der Anlagen mit ihren durchschnittlich 3000 Stücklistenpositionen steht deren termingerechte Auslieferung im Vordergrund. Die hohe und weiter steigende Zahl der Aufträge stellt jedoch auch den besten Fertigungssteuerer vor große Herausforderungen, zumal es kaum eine Anlage von der Stange gibt. „Zumindest Anpassungen und späte Änderungen in den Stücklisten sind keine Ausnahmen ", beschreibt der Leiter der Fertigungssteuerung und Arbeitsvorbereitung, Jose Berciano, die Situation. Dementsprechend schwierig sei die Produktionsplanung – zumal angesichts der außergewöhnlichen Fertigungstiefe. Eine Grobterminierung reichte den Angaben zu Folge unter diesen Randbedingungen und unvermindert anhaltendem Wachstum schon lange nicht mehr aus. Um die Abläufe schneller und zuverlässiger zu gestalten, hat das Unternehmen die Fertigung in weiten Teilen auf die Steuerung im proALPHA APS-System umgestellt.

centrotherm hat zunächst die Stammdaten auf den aktuellen Stand gebracht und Mitarbeiter nach ähnlichen Qualifikationen zusammengefasst. Arbeitspläne wurden optimiert, um die komplexen Fertigungsabläufe im System darzustellen. Die Stücklisten wurden getrennt in eine Konstruktions- und eine Fertigungsstückliste, wobei auch die Konstruktion bereits die Stücklisten fertigungsgerecht aufbaut. Die Materialwirtschaft hat eine Dispo-Richtlinie mit Wiederbeschaffungszeiten eingepflegt. Damit konnte das System starten. Verplant wird heute hauptsächlich die Ressource Mensch, aber auch Maschinen wie CNC-Bearbeitungszentren, Ausheizöfen und auch die häufig einen Engpass bildende Produktionsfläche werden in der Ressourcenplanung berücksichtigt.

Im ersten Schritt zielt die APS-Planung ausschließlich auf das Ziel Liefertreue. Die Optimierung der Kapazitätsauslastung beziehungsweise eine Kombination aus beiden Zielgrößen ist der nächste Schritt. Ein großes Effizienzplus für den gesamten Ablauf verspricht sich centrotherm von der steigenden Materialverfügbarkeit. Denn auch das Problem der extrem langen Beschaffungszeiten einiger Kaufteile sei man angegangen: Mit Hilfe des Angebotsauftrags werden solche Langläufer abgewickelt. Damit lassen sich den Angaben zu Folge reale Termine für die Produktion, vor allem aber auch für den Einkauf erzeugen. Die Teile aus diesem Auftrag werden dispositiv gehandhabt. Wenn dann der echte Auftrag startet, seien die Langläufer bereits mit ausreichendem Vorlauf bestellt. hei