Globale IT-Projekte

Internationale Unternehmen brauchen globale IT-Lösungen

Deutschland ist Exportweltmeister. Zum globalen Erfolg tragen international einsatzfähige IT-Systeme maßgeblich bei. Erfolgreiche Projekte zeigen, wie.

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deutsche Unternehmen agieren im Zuge der Globalisierung länderübergreifend. Um die daraus resultierenden Anforderungen bewältigen zu können, setzen viele Unternehmen auf Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Systeme einschließlich dazugehöriger Anwendungsdisziplinen wie Customer Relationship Management (CRM), Business Intelligence (BI) oder Supply Chain Management (SCM). Der globale Roll-Out dieser Software-Systeme, um beispielsweise Niederlassungen an die deutsche Zentrale anzubinden, stellt IT-Verantwortliche vor große Herausforderungen. Erfolgreiche Projekte zeigen, wie sich diese bewältigen lassen.

Pilz modernisiert die Bestandsführung in China

So hat beispielsweise das Unternehmen Pilz, Lösungsanbieter für die sichere Automation mit weltweit mehr als 1300 Mitarbeitern, im Rahmen eines Roll-Out-Projekts ein SAP-System in China eingeführt. Neben dem Stammhaus der Pilz GmbH & Co. KG in Deutschland ist das Unternehmen mit 24 Niederlassungen auf allen Kontinenten vertreten. Im Auslandsgeschäft in China bieten Freihandelszonen die Möglichkeit, Produkte und Materialien steuer- und zollfrei einzuführen und zu lagern, bis sie entweder in China verkauft werden, sie im Produktionsprozess benötigt oder wieder ausgeführt werden. Um die Prozesse mit Freihandelszonen korrekt abzubilden, muss zu jeder Zeit nachvollziehbar sein, welche Ware im Lagerhaus bereits versteuert und verzollt wurde. Zudem muss das Material in der Bilanz unterschiedlich bewertet werden. Pilz entschied sich daher für eine Bestandsführung und eine automatisierte Bestandsbewertung in SAP, um den Auflagen entsprechend eine exakte Bestimmung des Bedarfs und der Bestände gewährleisten zu können.

Die SAP-Module Financial Accounting (FI), Controlling (CO), Material Management (MM) und Sales & Distribution (SD) wurden in einem Schritt implementiert.

Die ORBIS Niederlassung in Shanghai steuerte den gesamten Projektverlauf und unterstützte den Roll-Out mit fachlicher Beratung zur Steuergesetzgebung in China sowie zu interkulturellen Herausforderungen.

Die ORBIS-Berater führten mit den Mitarbeitern vor Ort intensive Trainingsworkshops durch. Die Übersetzung der Schulungsunterlagen aus dem Deutschen beziehungsweise Englischen in die Landessprache sei mitentscheidend für die reibungslose Umsetzung gewesen. Auch SAP-Programme und Formulare wurden ins Chinesische übersetzt. Die ORBIS AG realisierte den Angaben zufolge auch ein den finanzrechtlichen Anforderungen genügendes Berichtswesen und die SAP-Schnittstelle zu dem ebenso rechtlich vorgeschriebenen Golden-Tax-System, das die Rechnungen auf formatierten Belegen ausdruckt.

„Die ORBIS-Berater haben uns sehr professionell unterstützt", erklärt Rachel Wang, Geschäftsführerin der Pilz Industrial Automation Shanghai Co. Ltd.. „Insbesondere die intensive Vorbereitung durch den direkten Kontakt zwischen ORBIS Consulting Shanghai und dem Projektteam in Deutschland verhalfen uns zu einem erfolgreichen Roll-Out." Geplant ist, die Zusammenarbeit mit ORBIS auch auf andere Länder auszudehnen.

Als Implementierungspartner für die Umsetzung wählte Pilz den langjährigen Partner ORBIS AG, der für Pilz bereits mehrere Module für das Qualitätsmanagement, die Produktionsplanung sowie die operative Vertriebsplanung eingeführt hatte. Zudem wurde in SAP eine Intercompany-Abwicklung realisiert, das heißt, Bestell-, Material- und Bestandsinformationen werden automatisch zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft übertragen. Eine besondere Herausforderung bestand zusätzlich darin, mit der SAP-Einführung die Finanzbuchhaltung wieder zu integrieren, die bis dahin ausgelagert gewesen war. ORBIS Consulting Shanghai unterstützte mit einem längeren Training-on-the-job diese schwierige Übergangsphase.

Logistikunternehmen rollt E-Business-Suite global aus

Das Logistikunternehmen Hellmann Worldwide Logistics mit Hauptsitz in Osnabrück hat sich vor anderthalb Jahren für ein ERP-System von Oracle entschieden. Das Unternehmen Hellmann Worldwide Logistics ist in seinem weltweiten Netzwerk mit 16 500 Beschäftigten und 443 Niederlassungen in 157 Ländern vertreten. Kein Wunder, dass Hellmann auf den internationalen Fokus setzt. Die Systemsprache ist Englisch, auch die Projektsprache und alle erstellten Dokumente sind ebenfalls in Englisch. Das Logistikunternehmen arbeitet mit der Oracle E-Business Suite Version 12.06 auf einer Tibco Integrationsplattform.

Vor der ersten Projektphase stand die Migration der benötigten Daten aus fünf verschiedenen Systemen, bei denen die Hellmann-Geschäftsbereiche Landverkehre, Luft- und Seefracht, Automotive und Supply Chain Management involviert waren. Die ersten 300 Anwender in Deutschland und Spanien profitieren den Angaben zu Folge von einer neuen, einheitlichen Plattform für den Kundenkontaktprozess im Vertrieb (CRM). „Die Anwender sind begeistert von einer einheitlichen Datenquelle für alle Kundendaten (CDM)", berichtet Jürgen Burger, CIO von Hellmann Worldwide Logistics, und fügt hinzu: „Der erste Roll-Out dieser Module ist der erste Schritt zur Vollintegration der Informationen aller Teile unserer Wertschöpfungskette global in ein System. Dieser erste Meilenstein führt uns auch zu einem ganzheitlichen, vollautomatisierten Supply Chain Management, das es so noch bei keinem Logistiker weltweit gibt."

Die erste Projektphase des Gesamtprojektes HELIOS (Hellmann Information and Organization System) im Bereich Customer Data Management (CDM) und Customer Relationship Management (CRM) lief über 15 Monate. Der Projektaufwand von insgesamt 7000 Manntagen unterteilte sich in 4400 Manntage durch ein Kernteam von 30 Mitarbeitern und 2600 erbrachte Manntage durch Oracle-Berater verschiedener Dienstleister. Allein 600 Manntage der gesamten Zeit seien in rund 20 Weiterentwicklungen investiert worden, die nicht durch Standardfunktionalitäten realisierbar waren, jedoch für die Bedürfnisse des Geschäftsbetriebs bei Hellmann Worldwide Logistics erforderlich sind.

Für die nächsten Schritte in diesem Transformationsprojekt sind der Roll-Out der nächsten Länder im Bereich CRM und CDM geplant sowie die weiteren Phasen im Bereich Finanzdaten- und Personalmanagement. Darauf folgen das Auftrags-, Transport- und Logistikmanagement.

Windenergie-Spezialist bindet Auslandsfilialen an

Die Bachmann electronic GmbH mit Hauptsitz im österreichischen Feldkirch setzt IFS Applications seit Mai 2009 als neue Unternehmenslösung ein. Bachmann, Anbieter von Systemlösungen im Bereich Automatisierungstechnik, habe sich für die Implementierung eines international ausgerichteten ERP-Systems entschieden, um damit auch die standortübergreifende Zusammenarbeit mit seinen Auslandsfilialen zu unterstützen. „Ausschlaggebend für uns waren neben der internationalen Ausrichtung die hohe Funktionsabdeckung. Dadurch können wir flexibel auf Marktveränderungen und die jeweiligen Kundenanforderungen reagieren", erklärt Günther Schneider, IT-Manager bei der Bachmann electronic GmbH.

Mit IFS Applications werden den Angaben zufolge bei Bachmann die Prozesse in den Bereichen Produktion, Distribution, Entwicklung, Rechnungswesen, Service Management und Customer Relationship Management (CRM) abgewickelt. IFS Applications wird neben dem Hauptsitz auch an den Niederlassungen in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und der Tschechischen Republik sowie in China und den USA zum Einsatz kommen.

In der Produktion nutze der Hightech-Hersteller die IFS Unternehmenslösung neben der Produktionsplanung auch zur Nachverfolgbarkeit der verbauten Komponenten. IFS Applications unterstütze hier auch den Einsatz von Barcodescannern zur Kommissionierung von Kundenaufträgen. Ein weiterer, ebenfalls unterstützter ERP-Prozess sei die Aufzeichnung von Stamm- und Bewegungsdaten für Bestückungsautomaten, die zur Bestückung von Leiterplatten mit Elektronikbauteilen eingesetzt werden.

Softwaredienste versorgen globale Niederlassungen

Die in der Schweiz ansässige und in Europa, Nordamerika und Asien operierende Dietze Group nutzt ihre gesamte Softwarelandschaft inklusive Warenwirtschafts- und Produktionsüberwachungssystem nur noch im Software-as-a-Service(SaaS)-Verfahren. Der Hersteller von Präzisionskomponenten für die Lichtindustrie sowie den Halbleiter-Steckverbindungsmarkt lagerte dazu seine Geschäftsanwendungen an Pironet NDH aus.

Der Zugriff auf alle Daten und Applikationen erfolge über eine ebenfalls vom ITK-Outsourcing-Dienstleister bereitgestellte Corporate-Network-Lösung auf MPLS-Basis.

Pironet NDH versorge so die Arbeitsplatzrechner an sieben Standorten der Dietze Group in der Schweiz, Deutschland, der Slowakei, den USA und China mit Softwarediensten. Vor Ort verblieben sei in den Produktionsstätten ein eigener Applikationsserver mit Messgeräten, der Bestands- und Verbrauchsdaten aus den Produktionsanlagen an die Warenwirtschaftslösung und das Archivsystem im Pironet NDH-Datacenter weiterleitet. Die Unternehmensanwendungen von Dietze, darunter eine ERP-Branchenlösung auf Basis von Microsoft Dynamics NAV, eine Archivierungslösung sowie MS Office und MS Exchange, betreibt Pironet NDH im eigenen Rechenzentrum.

Den Ausschlag für das Komplett-Outsourcing der Unternehmensapplikationen haben den Angaben zufolge bei der Dietze Group vor allem die steigenden Kosten für den Eigenbetrieb gegeben. Zu den Kostentreibern gehörte die ständige Aktualisierung von Einzelapplikationen. „Zudem hatte sich durch laufende Änderungen im Softwarebedarf ein Überhang an ungenutzten und gleichwohl bezahlten Lizenzen angestaut", erklärt Ronald Weiss, kaufmännischer Leiter der Dietze Group. „Mit dem Outsourcing unserer Anwendungen erhalten wir heute dagegen Zugriff auf immer aktuelle Software und können dank eines flexiblen Preismodells pro Nutzer, Applikation und Monat unsere ITK-Kosten jederzeit an unseren tatsächlichen Bedarf angleichen."

Der Zeitrahmen für den Umzug der Systeme sei dabei knapp bemessen gewesen: „Da unsere Produktionssysteme die Daten aus der Warenwirtschaft benötigen, hätten wir für eine längere Migrationsphase unsere Maschinen stoppen müssen", berichtet Hans Faisst, zuständiger Werksleiter der Dietze Group. So habe Pironet NDH die Softwarelandschaft innerhalb von 48 Stunden an einem Wochenende überführt. Nach Umstellung auf die neue SaaS-Lösung könne die Dietze Group ihren Applikationsbedarf nun zeitnah anpassen. „Neue User müssen nur noch angemeldet werden, um den Rest brauchen wir uns nicht mehr zu kümmern. Wichtig ist uns zudem, dass alle benötigten Sprachen vom System unterstützt werden", erläutert Faisst.

Bauunternehmen bindet neuseeländische Tochterfirma an

Der Spezialist für ökologisches Bauen pro clima ist weltweit in über 20 Ländern aktiv. Das Unternehmen steigt auf die CRM-Software ADITO online um. Es ist geplant, die neuseeländische Tochterfirma ebenfalls mit einem eigenen Mandanten in ADITO online einzubinden.

Im Zuge der Umstellung der kompletten IT-Umgebung von einer durchgängigen Windows-Architektur auf Linux stand pro clima vor der Aufgabe, ein adäquates Nachfolgesystem für das bisher genutzte Kundenmanagementsystem ADITO performance zu finden. Die ebenfalls von ADITO Software stammende CRM-Lösung kam bereits seit 1999 zum Einsatz. „Unser Wunsch war es, dass das neue System ebenso flexibel zu handhaben und gemäß unseren Anforderungen ausbaufähig ist", berichtet Bertold Roth, IT-Projektmanager bei pro clima, und fügt hinzu: „Erneut haben wir festgestellt, dass auch unter den jetzt von uns geprüften Lösungen ADITO mit ADITO online die flexibelste Software anbietet und gleichzeitig mit seiner durchgängigen Plattformunabhängigkeit punkten kann, so dass sich auch die Mac-User in unserem Außendienst problemlos in das System einloggen können." Mithilfe der Administrationstools könne der IT-Projektmanager außerdem selbstständig beispielsweise Masken, Tabellen, Workflows, Felder und Berichte in Eigenregie anpassen und auch nach Bedarf in ADITO online generieren, um Ergebnisse und Auswertungen zu erzielen.

Auch mit ADITO online liege der Fokus von pro clima auf der Nutzung des Systems für ein Kontaktmanagement der Kunden und Ansprechpartner mit den jeweiligen Aufträgen, indem sich darüber die Historieneinträge verwalten lassen. Hierfür übernehme die CRM-Lösung aus dem Business-Intelligence(BI)- sowie dem Enterprise-Resource-Planning(ERP)-System alle Daten, die ein Außendienstmitarbeiter beispielsweise in Konditionsverhandlungen mit den Händlern benötigt, wie beispielsweise Informationen zu offenen Aufträgen. Das darunter liegende Data Warehouse werde alle 24 Stunden aktualisiert. Die Lösung unterstütze die Mitarbeiter der Hotline bei der Support- und Service-Abwicklung. Hierfür soll künftig auch ein spezielles Ticketsystem zum Einsatz kommen: Über eine entsprechende Internetplattform können Kunden dann ihre Anfragen direkt in ADITO eingeben, von wo aus diese dann automatisch einem Mitarbeiter im Team weitergeleitet werden. hei