Fertiger optimieren Abläufe

Ausgabe 7+8/2011

ERP für Fertigungsunternehmen: Fertiger optimieren Abläufe

Unternehmen der Fertigungsbranche stehen in einem starken Konkurrenzverhältnis. ERP-Lösungen bringen Wettbewerbsvorteile, wie IT-Entscheider berichten.

Auf der Suche

nach Wettbewerbsvorteilen wächst bei Fertigungsunternehmen das Bewusstsein für die strategische Bedeutung der hausinternen IT-Systeme. Unternehmensweite Standardsoftware (ERP) spielt hier eine zentrale Rolle, beispielsweise bei der Produktionsplanung, der Maschinenauslastung oder den Compliance-Anforderungen bei Prozessfertigern.

Werbemittelhersteller optimiert Fertigung mit Abas

Das Familienunternehmen elasto form KG mit Hauptsitz im oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg und Standorten rund um den Globus entwickelt, veredelt und produziert die unterschiedlichsten Werbemittel. In Folge des rasanten Unternehmenswachstums und der sich verändernden Anforderungen an die IT-Unterstützung startete das Unternehmen 2006 ein umfassendes Reengineering-Projekt. „Wir konnten die Funktionalitäten unseres bisherigen Systems nicht konsequent nutzen, weil sich viele Parallelorganisationen gebildet hatten“, erinnert sich Gerhard Wagner, der bei elasto form für das Controlling zuständig ist. „Dadurch hatten wir uns umständliche Arbeitsweisen angewöhnt, die Produktivität litt und wir hatten keine Transparenz in unseren Geschäftsprozessen.“
Im Rahmen der Optimierung der Arbeitsabläufe wurden die Prozesse in der Abas-Software abgebildet. Den gesamten Abwicklungsprozess steuert bei elasto form der Auftragsendtermin. Dies war zwar auch schon vor der Reorganisation der Fall, wurde aber von vielen Mitarbeitern nicht angenommen. Die Folge waren Betriebsaufträge, die zum Teil Monate überfällig waren. Damit dies nicht mehr vorkommen kann, wurde in abas-ERP ein geführter Prozess installiert, bei dem ein Auftragsobligo abgearbeitet werden muss. Diese Maßnahme hat die Geschwindigkeit der Abläufe deutlich beschleunigt. „ Früher hat es durchschnittlich 18 Minuten gedauert, ein Angebot für ein Metalljojo zu erfassen“, berichtet der Controller. „Da hat ein Vertriebsmitarbeiter die Artikelnummer im Print-Katalog gesucht, dann geklärt, ob der Anfragende ein Industrieunternehmen oder ein Händler ist, und daraus seine Kundengruppe abgeleitet. Als nächstes wurden die Rabatte und Druckkosten eingearbeitet und die Frachtkosten kalkuliert. Der zusammen mit abas ERP eingeführte Angebotsgenerator schafft das Ganze jetzt in vier Minuten.“
Die Beschleunigung der Abläufe ist laut Wagner nicht der einzige Vorteil, den die Abas-Software bringt: „Die Transparenz ist in allen Unternehmensbereichen gestiegen, außerdem wurden die Durchlaufzeiten gesenkt. Liefertreue und Kundenzufriedenheit sind höher, und wir haben unseren Lagerbestand reduziert, was sich positiv auf unsere Liquidität auswirkt.“

Unternehmensverbund bildet Kooperation mit APplus ab

Bereits während des Maschinenbaustudiums gründeten Rainer Beckmann, Thomas Volmer, Bernd Volmer und Heiko Molitor die Metalltechnik GmbH & Co. KG. In dem Unternehmensverbund kooperieren mittlerweile sieben Einzelbetriebe aus verschiedenen Geschäftsfeldern. Neben Metalltechnik (Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumverarbeitung) geht es um die Konstruktionstechnik GmbH (Stahlbau, Zerspanung und Beschichtung), die Water and Environmental Technology GmbH (Entwicklung, Konstruktion, Fertigung sowie Inbetriebnahme von Wasser- und Abwassertechnik), die Service GmbH & Co. KG (Wartung, Reparatur, Instandsetzung, Inspektion von Stahlbaukomponenten für Windkraftanlagen), die Beckmann Volmer Steel Technology CO. LTD. (Stahl- und Edelstahlverarbeitung) in China, die Beckmann Volmer Mechanical Engineering Sp. z o.o. in Polen (Stahlbau, Zerspanung und Beschichtung) sowie die Wind Technology LP in Arkansas, USA (Stahlbaukomponenten für Windkraftanlagen).
Angesichts der steigenden Komplexität der betrieblichen Prozesse konnte die bisherige unternehmensweite Standardsoftware (ERP) nicht mehr alle Ansprüche erfüllen. Die Geschäftsführung entschied sich für eine Neuanschaffung. Im Fokus standen dabei die Transparenz bei Material und Kapazitäten sowie die Möglichkeit, Chargen- und Seriennummern in Echtzeit zu verfolgen und den Materialeinkauf über ein Dispositionsverfahren zu vereinfachen.
Das Rennen machte APplus, die ERP-Lösung der Asseco Germany AG. Sie deckte die meisten Anforderungen bereits im Standard ab. Die abgebildeten Abläufe umfassen das Erstellen von Kundenangeboten bis hin zur Fakturierung, Vorkalkulation, Lagerbestandsführung, die Berechnung von Materialbedarf, Fertigungs- und Bestellvorschlägen, Fertigungsaufträgen bis zur Nachkalkulation, den Kapazitätsbedarf mit der Möglichkeit eines manuellen Ausgleichs, die Qualitätssicherung sowie eine Schnittstelle zur Finanzbuchhaltung Diamant/2.
Eine weitere Schnittstelle verknüpft APplus mit dem maschinell gesteuerten Zuschnittzentrum. Somit bildet die ERP-Lösung die Anfertigung sowie die Werkstattsteuerung über verschiedene Unternehmen durchgängig ab. „Die hohe Transparenz und die standardisierten Abläufe sind die Voraussetzung für die Optimierung“, erklärt Geschäftsführer Heiko Molitor. „APplus unterstützt uns dabei hervorragend.“

Baumaschinen-Experte vermietet seine Geräte über Infor ERP LN

HKL ist ein Händler und Dienstleister für Baumaschinen, Raumsysteme, Baugeräte und Kommunaltechnik mit über 125 Niederlassungen in Deutschland. Das Portfolio umfasst rund 30 000 Maschinen und Geräte wie Bagger, Radlader oder Walzen, aber auch Stemmhämmer und Bauzäune. Kunden kaufen oder mieten die Geräte und erhalten dazu Beratung, Personal und Service.
1996 führte HKL mit Baan seine erste unternehmensweite Standardsoftware (ERP) ein. Obwohl es Baan nicht an Flexibilität mangelte, erwies sich die Abbildung des Mietmodells als kompliziert und es waren zahlreiche Spezialanpassungen nötig. Im Zuge einer geplanten Modernisierung präsentierten 2006 mehrere Anbieter ihre Lösungen. Das von der C3 Consulting Group gezeigte Infor ERP LN ist der Nachfolger von Baan und kam den Abteilungsleitern positiv vertraut vor. „Infor ERP LN ist insbesondere auf die Verwaltung von Projekten ausgelegt und erfüllte unsere Anforderungen bereits weitgehend im Standard“, erläutert Rolf Tittmann, Leiter Informationssysteme und Organisation bei HKL. „Wir rechneten daher mit vergleichsweise geringen Anpassungen.“
Innerhalb der einjährigen Implementierungszeit beschäftige sich C3 vor allem mit der Abbildung der Mietprozesse. Bei der Mietpreisberechnung waren zahlreiche Parameter zu berücksichtigen, wie Zähler- oder Tachostand, wetterbedingte Ausfälle, Rabattstaffeln, Provisionen sowie Auslieferungs- und Rückgabekonditionen. Interessiert sich etwa ein Kunde in Dortmund für einen Bagger, einen Stampfer und den passenden Transportanhänger, so prüfen die Dortmunder HKL-Mitarbeiter die Verfügbarkeit der Geräte in ganz Deutschland und bestimmen, von welchem Standort die Bereitstellung am günstigsten ist. Ein systemgenerierter Mietschein weist die Mietdauer und den Zustand der Mietobjekte aus. Alle Geräte sind mit Seriennummern im System hinterlegt. Bevor der Mieter den Minibagger mitnimmt, wird er erfasst und in Infor ERP LN als vermietet registriert. HKL hat die Bestände somit jederzeit voll im Blick. Aus IT-Sicht kommt das Unternehmen jetzt mit weniger Wartungs- und Entwicklungsaufwand aus. „Im Vergleich zur früheren Lösung haben wir die laufenden Kosten sowie den Gesamtaufwand erheblich gesenkt“, berichtet Tittmann.

Landmaschinenhersteller steuert Fertigung mit Oxaion

„Wir können je nach Auslastungssituation jedes unserer Agrargeräte innerhalb von drei Wochen liefern“, berichtet Johannes Herrmann, Leiter Organisation bei der Lemken GmbH & Co. KG. „Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil.“ Lemken produziert landwirtschaftliche Geräte für Bodenbearbeitung, Aussaat sowie Pflanzenschutz. Mit der unternehmensweiten Standardsoftware (ERP) Oxaion steuert das Unternehmen seine Fertigung – eine Grundvoraussetzung für die hohe Lieferbereitschaft. Zwei maßgebliche Faktoren prägen das Geschäft: Zum einen weist der Spezialist für Landmaschinen eine hohe Fertigungstiefe auf, zum anderen unterliegt der Absatz der Geräte den saisonalen Zyklen der Bodenbearbeitung. „Aus wirtschaftlichen Gründen wollen wir nur Geräte produzieren, für die es auch einen konkreten Auftrag gibt“, nennt Herrmann seine zentrale Anforderung. Wegen der hohen Fertigungstiefe wäre es aber zu spät, erst bei Auftragseingang mit der Herstellung der Einzelteile zu beginnen und nötige Materialien zu bestellen.
Bei der Lösung dieses Widerspruchs hilft Oxaion: Im System lässt sich eine Planung hinterlegen, die laufend automatisch mit den Kundenaufträgen inklusive der Beschaffungs- und Fertigungsvorschläge aktualisiert wird. Damit ist sichergestellt, dass immer genügend Einzelteile vorhanden sind, um schnell auf Aufträge zu reagieren und die Geräte kurzfristig montieren zu können. Der Bedarf fließt aus dem Variantengenerator in die Fertigungssteuerung ein. Mit ihm lassen sich Basisprodukte über Sachmerkmale definieren, die bei allen Produkten in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden sind. Die Konstruktionslogik ist über Entscheidungstabellen und Formeln hinterlegt. Erfasst der Vertrieb einen Auftrag, gibt er im System alle Sachmerkmale an. Der Generator erzeugt automatisch die Stücklis­te und den Arbeitsplan und leitet die Fertigungs- und Beschaffungsaufträge ein. Lemken produziert pro Jahr rund 11 000 landwirtschaftliche Geräte, von denen nur wenige absolut identisch sind. „Die Komplexität unserer Produkte nimmt ständig zu“, berichtet Herrmann. „Ohne den Variantengenerator könnten wir diese Vielfalt gar nicht beherrschen.“

Schraubenhändler managt Logistik mit proALPHA

Keller & Kalmbach hat nach eigenen Angaben als erster deutscher Schraubenhändler direkt in die Serienproduktion der Automobilhersteller geliefert und wickelt seit den 80er Jahren das C-Teile-Management bei inzwischen mehr als 900 Kunden ab. Die Entscheidung, eine unternehmensweite Standardsoftware (ERP) zu implementieren, die sowohl schnellen Handel, die umfassende Lagerwirtschaft als auch die Fertigung samt aller Nebenschauplätze abbildet, habe zu einer umfassenden Marktsondierung geführt. Verantwortlich für die Lösungsauswahl sei ein Lenkungsausschuss, bestehend aus Vertretern aller relevanten Unternehmensbereiche, gewesen. „Die Abstimmung nach den Präsentationen fiel ziemlich eindeutig aus“, erinnert sich Florian Seidl, Geschäftsführer von Keller & Kalmbach. Dass die Mehrheit sich für proALPHA entschieden habe, lag zum einen daran, dass die Referenzen von proALPHA gut zum Schraubenhändler gepasst hätten, zum anderen sei der Anbieter als groß und stabil genug eingeschätzt worden. „Beim Kostenvergleich mussten wir etwas genauer hinsehen“, erklärt Seidl. „Weil viele Features bei proALPHA bereits im Standard enthalten waren, lag der Implementierungsaufwand deutlich niedriger als bei anderen Anbietern“, berichtet Seidl.
Das integrierte Dokumentenmanagement-System (DMS) nutzt der Schraubenhändler intensiv. Alle einlaufenden und ausgehenden Papiere einschließlich Zeichnungen sowie Mails würden konsequent erfasst und den Aufträgen zugeordnet. Das sei trotz der enormen Datenmengen bis heute kein Problem.
Gleiches gelte für das Managementinformationssystem (MIS): Auch das sei integrierter Bestandteil von proALPHA und lasse sich ohne Schnittstelleneinrichtung und -pflege nutzen, um Auswertungen verschiedenster Art zu erzeugen. Integriert in die Installation sei auch das im Mai 2009 in Betrieb gegangene automatisierte Hochregallager. Die eigentliche Lager- und Kommissioniersteuerung übernehme ein spezialisiertes Lagerverwaltungssystem, die Buchungen selbst finden jedoch in proALPHA statt. Der Datenaustausch benötige keine redundante Datenhaltung und keine manuellen Eingriffe.

Maschinenhersteller automatisiert die Fertigung mit Psipenta

Die Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG aus Herford stellt Maschinen für die Veredelung von Holzwerkstoffen her wie Durchlaufpressen oder Pressenanlagen für Möbelelemente und Laminat. 2003 führte das Unternehmen die unternehmensweite Standardsoftware (ERP) PSIpenta des gleichnamigen Berliner Herstellers ein, die als einziges System den gestellten Anforderungen entsprach. „Von 16 Forderungen unseres Projektteams erfüllte das Programm 13, die anderen Anbieter kamen nur auf maximal acht“, erinnert sich Norbert Wagner, verantwortlich für DV und Organisation. Seit Anfang 2010 hat Wemhöner PSIpenta 7.1.3 im Einsatz. Mitte 2009 entstand aufgrund nachlassender Systemperformance der Plan, mit dem nächsten Update auch neue Hardware anzuschaffen und bei Servern Linux als Betriebssystem einsetzen. Dazu wurden zwei Linux-Server im Clusterverbund aufgesetzt, auf denen die Anwendungen verteilt laufen. Fällt einer aus, migriert der andere innerhalb von 30 Sekunden alle Dienste zu sich.
In PSIpenta sind jetzt auch MES-Module (Manufacturing Execution System) wie etwa Betriebsdatenerfassung integriert. „Das ermöglicht uns Nachkalkulationen, Forecasts und Planungen“, so Wagner. „Wir können mit Psipenta Zeichnungen aus allen Bereichen der Firma über ein Terminal ausdrucken“, erläutert der IT-Leiter. „Damit bildet das System die gesamte Prozesskette von der Konstruktion über die Produktionsplanung bis hin zur Fertigung ab.“ Wichtig sind für Wagner auch die neuen Objekte im Projektbereich, die verschiedenste Fertigungsaufträge zu einem Projekt zusammenfassen, denn eine Anlage kann aus 10 bis 20 verschiedenen Einzelmaschinen bestehen.
„Große Zulieferer haben oft automatische Abläufe“, weiß der EDV-Leiter. Wemhöner nutzt dafür die Kommunikationsplattform MyOpenFactory, bei der Bestelldaten über einen in PSIpenta integrierten Adapter in einen spezifischen Standard transformiert und auf den MyOpenFactory-Server gestellt werden. Die Auftragsbestätigungen kommen auf diesem Weg automatisch ins ERP-System zurück. Dieses Vorgehen führte bei Wemhöner zu einer Reduzierung des Erfassungsaufwands von bis zu 70 Prozent.

Fahrzeughersteller plant die Fertigung mit Sage ERP b7

Gestartet mit der Taxiserienfertigung im Jahr 1996, ist Intax heute der zweitgrößte Hersteller von Sonderfahrzeugen in Deutschland. 85 Mitarbeiter rüsten inzwischen Fahrzeuge für Polizei, Notarzt, Feuerwehr und Feldjäger aus. Insgesamt verlassen jährlich 4000 Fahrzeuge das Oldenburger Unternehmen. Seit 2004 ist Intax Lieferant der Bundeswehr. Um die Serienfertigung von bis zu 1000 Militärfahrzeugen jährlich zu gewährleisten, führte Intax eine zentrale unternehmensweite Standardsoftware (ERP) ein. „Wir wollten eine Branchensoftware, die unsere Geschäftsprozesse abbildet und einen einheitlichen, kontinuierlichen Datenfluss im Unternehmen erlaubt, so dass wir für künftige Großaufträge gewappnet sind“, erklärt Prokurist Marco Kimme das Anforderungsprofil. „Zuvor hatten wir eine kaufmännische Software für die Buchhaltung, eine andere für die Warenwirtschaft und eine dritte für die Produktion ohne jegliche Schnittstellen. Der Einsatz von drei Insellösungen führte zu Fehlern und einem enormen Arbeitsaufwand bei der Datenpflege“, erinnert sich Kimme. Seit Februar 2009 ist die inzwischen in Sage ERP b7 umbenannte ERP-Lösung Bäurer Industry von der Auftragsbearbeitung über die Produktion bis hin zur Lagerverwaltung im Einsatz.
„Die doppelte Pflege von Aufträgen beim Vertrieb und in der Materialwirtschaft, ungezählte Word- und Excel-Tabellen sowie das personenabhängige Arbeiten sind mit der neuen Software entfallen“, freut sich der Prokurist. Wenn heute ein eingehender Auftrag im System erfasst wird, plant die Software direkt einen der 45 Produktionsplätze ein. Die ERP-Lösung greift auf hinterlegte Stücklisten und Arbeitspläne zu und ermittelt automatisch den Produktionszeitraum. Somit können die Kundenbetreuer den Auftraggebern verbindliche Liefertermine nennen. Da Intax über standardisierte Prozesse in der Produktion verfügt, ist die Transparenz gestiegen. Bei Auftragseingang gleicht das System den Materialbedarf mit dem Lagervolumen ab und generiert bei Bedarf eigenständig Bestellvorschläge. Liegen sämtliche Teile vor, erzeugt die Software Fertigungspläne für die Arbeitsvorbereitung. „Seitdem wir das ERP-System im Einsatz haben, ist unser Lagerwert um 25 Prozent gesunken“, überschlägt Kimme den messbaren Erfolg der Sage-Software.

Maschinenhersteller bildet die Preisfindung mit Parity ab

Die IBF GmbH entwickelt an zwei deutschen Standorten Sondermaschinen zur Automatisierung von Fertigungsabläufen. Zum Portfolio gehören Betriebseinrichtungen, Handhabungssysteme, Portalroboter und Lösungen aus der Fördertechnik. IBF ist Vertriebspartner von pneumatischen, elektrischen und elektronischen Antriebs- und Steuerungskomponenten für die Industrie- und Prozessautomatisierung sowie für Konstruktionsprofile, Fördertechnik und Betriebseinrichtungen für die Fabrikautomation.
Um die Arbeitsabläufe zu optimieren, plante man den Einsatz einer betriebswirtschaftliche Standardsoftware (ERP). Gefordert war neben einer ausgereiften Funktionalität vor allem die flexible Anpassbarkeit der Lösung. Dass solche Modifikationen möglichst komfortabel umzusetzen sein sollten, ohne dabei die Release-Fähigkeit einzuschränken, war genauso gesetzt wie die Integration von Fremdsystemen, um Prozesse unternehmensübergreifend zu abzubilden.
Das Rennen machte Parity Software, weil der dazugehörige Parity Application Component Server (PACS) Anpassungen vereinfacht und externe Programme einbindet. Bei IBF beispielsweise solche für den Etikettendruck oder das zugekaufte Modul für Kundenbeziehungsmanagement. Einfache Anpassungen sind laut IBF-Geschäftsführer Jens Bitterlich bei der Preisfindung wichtig: „Hier müssen wir immer wieder vorgegebene Konditionen verändern. Bei Parity hält sich der Aufwand hierfür im Rahmen.“
Anfang Juli 2010 erfolgte der Echtstart zunächst mit der Warenwirtschaft AB1000 des Komplettpakets. Zu dessen Modulen zählen Einkauf, Angebotserstellung, Fakturierung, Abwicklung von Retouren und Gutschriften, Lagerverwaltung für die von IBF vorgehaltenen rund 6000 Artikel und Logistik. Derzeit werden auch die Stücklisten für die IBF-Konstrukteure im Sondermaschinenbau in AB1000 eingebunden, um die Entnahme der zur Fertigung benötigten Materialien verwalten und das Fertigteil als versandfertig zurückmelden zu können. Anfang 2011 erweiterte IBF den Einsatz von Parity ERP-Handel auf das Rechnungswesen mit dem integrierten Finance-Programmpaket FB1000.

Büromöbelhersteller meistert Variantenvielfalt mit VlexPlus

Der Wandel der Möbelindustrie vom Anbieter- zum Kundenmarkt sorgt auch bei der Mauser Sitzkultur GmbH & Co. KG, Hersteller von Büromöbeln mit Sitz im nordhessischen Twistetal, für eine steigende Nachfrage nach Sondermodellen. Die Herausforderung besteht darin, die Vielzahl der Varianten bei sinkenden Losgrößen kosteneffizient zu fertigen, die Ressourcen dabei optimal auszulasten und die Liefertermine auftragsgemäß einzuhalten. Nicht alle Systeme unternehmensweiter Standardsoftware (ERP) können das in betriebswirtschaftlicher und produktionstechnischer Hinsicht. Auch mit der bis dahin bei Mauser eingesetzten Unternehmenssoftware sei dies kaum möglich gewesen.
So entschloss sich 2008 der Büromöbelhersteller, der seine Produkte europaweit über rund 50 Werksvertretungen vertreibt und auch Großeinrichtungen wie Kongress- und Messezentren, Konzert- und Mehrzweckhallen, Sportarenen sowie sonstige Veranstaltungszentren beliefert, die bis dato eingesetzte Lösung gegen ein variantenorientiertes ERP-System auszutauschen. Nach einem umfassenden Auswahlprozess machte die auf Basis von Semiramis entwickelte Lösung VlexPlus der Kulmbacher VLEXgroup das Rennen. „VlexPlus hat als einzige Software die Variantenlogik beherrscht und durchgängig abgebildet“, erinnert sich Projektleiter Udo Kluwe. Heute kommt die Lösung  in den Bereichen Produktion, Logistik, Einkauf, Vertrieb, Disposition, Marketing und Service zum Einsatz.
Mit Hilfe von VlexPlus könnten bei Mauser in der Fertigung heute alle Sachmerkmale und Produktausprägungen frei beschrieben und nach Bedarf geändert werden. Aufträge lassen sich jederzeit modifizieren und vorgefertigte oder bestellte Komponenten neu zuordnen. Das verbessert die Ressourcenauslastung und macht die Produktion effizienter. Die Möglichkeit, Baugruppen variantenorientiert ein- und auszulagern, bringt Spareffekte in der Lagerlogistik. Fehlkonfigurationen gehören der Vergangenheit an: „Dank frei definierbarer sowie integrierter Plausibilitätskontrollen in VlexPlus können wir Fehlkonfigurationen vollständig ausschließen. Damit entfallen auch die daraus folgenden Workflow- und Variantenkorrekturen“, zeigt sich Projektleiter Kluwe zufrieden. jf