ERP-Zufriedenheit in Deutschland 2008

Kunden fordern Investitionssicherheit

ERP-Kunden kritisieren Softwarelösungen und -Anbieter, die durch eine geänderte Produktpalette oder Unternehmensstruktur verunsichern. Forderungen nach klarer Release-Strategie und verlässlichem Service werden lauter.

DIE ZUFRIEDENHEIT

der Anwender bewegt sich im Jahr 2008 im Vergleich zum Jahr 2006 auf einem ähnlich guten Niveau. Jedoch üben die befragten Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Anwender deutliche Kritik an Softwarelösungen und -Anbietern, bei denen gravierende Umstellungen der Produktpalette oder der Unternehmensstrukturen für Unsicherheit unter den Anwendern sorgen.

Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der diesjährigen Studie „Anwenderzufriedenheit ERP/Business Software Deutschland 2008/2009". Die Trovarit AG und das Zürcher Beratungs- und Analystenhaus i2s haben die länderübergreifende Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Zufriedenheits-Initiative zum vierten Mal seit 2004 erstellt. Die Studie untersucht die Zufriedenheit deutscher Anwender im täglichen Umgang mit ihrer ERP-Software. Insgesamt beteiligten sich in diesem Jahr 2317 Anwenderunternehmen – ein Plus von 3,6 Prozent im Vergleich zu 2006 – und bewerteten 2206 ERP-Installationen.

Release-Fähigkeit spielt wichtige Rolle

Der ERP-Nutzer von heute erwarte ein hohes Maß an (Investitions-)Sicherheit. Er möchte die Gewissheit darüber, dass seine teuer erworbene ERP-Lösung auch in zehn Jahren noch auf dem neuesten Stand der Technik ist. Die Entwicklung bahnbrechender neuer Lösungen, die vor allem von den größeren Anbietern forciert werde, sei für den ERP-Anwender im Alltag von geringerem Interesse.

Schlechte Erfahrungen mit der Release-Fähigkeit ihrer ERP-Lösung verstärken laut der Studie gegebenenfalls sogar Zweifel vieler Anwender, dass eine Migration auf die neue ERP-Software mit vertretbarem Aufwand gelingen kann.

In gleichem Maße erwarten ERP-Anwender offenbar stabile Geschäftsbeziehungen sowie Kontinuität in der Zusammenarbeit mit dem ERP-Anbieter. „Abgestraft" wurden laut den Studienerstellern Anbieter, bei denen Umstrukturierungen gewachsene Kunden-Lieferanten-Beziehungen gestört haben.

Anwenderzufriedenheit mit ERP-Systemen und Partnern

Mangelnde Flexibilität kritisiert

Im Tagesgeschäft zielt die Kritik der Anwender auf die mangelnde Flexibilität vieler ERP-Lösungen, nicht zuletzt im Hinblick auf die Erstellung von Berichten und Auswertungen. Probleme bereiteten offenbar auch die Ergonomie sowie die Einbindung anderer Softwarelösungen über Schnittstellen.

Insgesamt kam die Studie zu dem Ergebnis, dass ausgesprochene Branchenspezialisten und/oder kleinere Anbieter, deren Kunden vor allem den kleineren und mittleren Unternehmen zuzurechen sind, am besten abschnitten. Die besten Lösungen für größere Anwender finden sich dagegen im Mittelfeld. Für dieses Ergebnis sind laut der Studie mehrere Gründe verantwortlich. Schlankere und funktional beziehungsweise branchenbezogen klar fokussierte ERP-Systeme verfügen über eine geringere Komplexität, so dass Einführung, Administration/Aktualisierung und Bedienung weniger aufwändig sind. Die Lösungen seien technologisch auf dem aktuellen (Release)-Stand und verfügten meist über eine gute Oberflächenergonomie und Benutzerführung. Ganz entscheidend sei jedoch offensichtlich der Vorteil, den kleine, lokale beziehungsweise spezialisierte Anbieter im Hinblick auf ihre Möglichkeiten zur intensiven Pflege ihrer Kundenbeziehung besitzen. hei