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Enterprise Resource Planning
Die häufigsten Gründe
für den Wechsel eines Enterprise-Resource-Planning(ERP)-Systems liegen in einem – entsprechend der eigenen Anforderungen – nicht ausreichenden Funktionsumfang, einer mangelnden Weiterentwicklung durch den Hersteller sowie der fehlenden Flexibilität und der Unzufriedenheit mit dem Support des ERP-Dienstleisters – oftmals auch in einer Kombination aus mehreren Faktoren. Dies ergab der ERP-Trend Report 2009, eine von der SoftSelect GmbH durchgeführte Untersuchung zum Einsatz von ERP-Systemen in 120 deutschen, mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen im Auftrag der Demand Software Solutions GmbH. Weitere Gründe für den Wechsel reichen gemäß der Befragung von fehlender Bedienerfreundlichkeit und zu hohen Kosten in Wartung und Pflege bis hin zum Wegfall des Herstellers, etwa durch Übernahme beziehungsweise im Zuge der Marktkonsolidierung.

Das primäre Ziel, das sich Anwender von einem ERP-Wechsel versprechen, sei eine langfristige Senkung der Kosten für IT und Prozesse. Gleichzeitig sollen laut der Studie die internen und extern ausgerichteten Abläufe entlang der Wertschöpfungskette rationalisiert und harmonisiert werden. Dies komme auch in der Befragung zum Ausdruck: Für 97 Prozent der Unternehmen steht die Steigerung der Prozesseffizienz und damit einhergehend eine Kostensenkung bei dem zukünftigen Wechsel des ERP-Systems im Fokus.
Mit dem Einsatz der nächsten ERP-Software sollen gemäß der Befragung die betrieblichen Abläufe bei Bedarf standardisiert, flexibel modelliert und so langfristig optimiert werden können. Dieser Meinung sind etwa 93 Prozent der Anwenderunternehmen, die die Möglichkeit der entsprechend der Marktanforderungen dynamischen Prozessmodellierung als wichtig beziehungsweise sehr wichtig bei der nächsten Auswahlentscheidung für eine ERP-Software einschätzen. Die Prozessstandardisierung solle bei der ERP-Einführung sicherstellen, dass mit der Lösung auf einer effizienten und optimalen Prozessstruktur aufgesetzt wird. Basis einer Prozessoptimierung sei stets die Definition von bereichsübergreifenden Prozessketten. Dafür sei es jedoch notwendig, dass die Geschäftsabläufe innerhalb und außerhalb der Organisation visualisiert werden. In der Praxis scheitere dies noch zu oft an der mangelnden Bereitschaft der Mitarbeiter, abteilungsübergreifend Auskunft über die eigene Leistungsfähigkeit oder vielmehr die Leistungsfähigkeit der eigenen Abläufe zu geben. Für eine einheitliche, systematische Beschreibung der Abläufe sei eine durchgehende, auf festen Regeln basierende Methode zur Darstellung und Überführung in alternative Prozessmodelle notwendig. Anwender würden sich daher eine Unterstützung durch entsprechende Softwaretools versprechen, die im Zuge der ERP-Einführung oder als integrierte Module zur Anwendung kommen sollen.
Die Anpassung der ERP-Software sowie der IT-Struktur an sich ändernde Märkte und Geschäftsprozesse wird bei vielen Unternehmen nach wie vor als K.-o.-Kriterium angesehen. Rund 92 Prozent der befragten Entscheider stufen dieses Kriterium als „wichtig" oder „sehr wichtig" ein. Die technologische Komponente der IT-Anpassung werde dabei künftig vermehrt durch konzeptionelle Ansätze der ERP-Anbieter ergänzt.
Für rund 90 Prozent der Unternehmen ist eine Senkung der Folgekosten ein ganz wesentliches Ziel. Die Folgekosten würden durch eine ganze Reihe von Parametern, insbesondere technologischen und infrastrukturellen, maßgeblich beeinflusst. Um die Folgekosten möglichst gering zu halten, sollte die Software plattformunabhängig einsetzbar sein, leicht an weitere Anwendungen gekoppelt werden können, auch nach eigenen Anpassungen noch releasefähig sein und im Hinblick auf künftig notwendige Erweiterungen die erforderliche Flexibilität mitbringen.
Die Integrationsfähigkeit von ERP-Lösungen stellt für die befragten Unternehmen (85 Prozent) ebenfalls ein wichtiges beziehungweise sehr wichtiges Kriterium dar. Die ERP-Software sollte eine reibungslose Eingliederung in die Systemlandschaft erlauben, ohne nachhaltige Kosten zu verursachen oder an Flexibilität einzubüßen. Das bedeute, dass sowohl eigene zusätzliche Anwendungen oder etwa Systeme von Tochter- und Schwestergesellschaften mit dem Systemverbund gekoppelt werden können als auch Systeme von Geschäftspartnern, Lieferanten und Kunden. Insbesondere die Kunden würden heute in Echtzeit Daten erwarten, die Auskunft darüber geben, wann welche Produkte in welcher Menge geliefert werden können. Damit könne sich derjenige Lieferant Wettbewerbsvorteile sichern, der in der Lage sei, diese Anforderungen abzubilden und benötigte Fertigungs-, Lager- oder Lieferinformationen in Echtzeit zu generieren und dem Kunden zugänglich zu machen. In der Praxis steige die Komplexität dieser Anforderung erheblich an, wenn der Lieferant selber über eine Vielzahl von Lieferanten verfügt, deren Daten ebenso in die Lieferantenmeldungen einfließen müssen.
Mehr als drei Viertel (79 Prozent) der Unternehmen planen laut der Studie auch die Integration weiterer Module in die Systemlandschaft in absehbarer Zeit. Demnach sehen nur etwa 21 Prozent der Unternehmen kurz- und mittelfristig keinen Bedarf, die ERP-Lösung zu ersetzen beziehungsweise zu erweitern. Die Betriebe, die konkrete Investitionsabsichten geäußert haben, planten Erweiterungen vor allem im Bereich der Vertriebs- und Marketingunterstützung, also Customer Relationship Management (28 Prozent) sowie bei Business Intelligence (18 Prozent). Somit werde vor allem in die Systeme und Module investiert, mit deren Hilfe Umsatz- und Kostensenkungspotenziale aktiviert werden könnten.
Ebenfalls auf der Agenda der IT-Entscheider stehen laut dem ERP-Trend Report Modulerweiterungen im Bereich Rechnungswesen und Controlling (elf Prozent), Produktionplanungs- und Steuerungssystemen (neun Prozent) und sonstige Module (zehn Prozent) für Product Lifecycle Management (PLM), Supply Chain Management (SCM), Qualitätsmanagement (QM), Corporate Performance Management (CPM), Manufacturing Execution Systeme (MES), Advanced Planning & Scheduling (APS) und Zollabwicklung (Atlas). hei