Bereits zum dritten Mal vergab die Koelnmesse den Innovationspreis für herausragende Produkte und Leistungen im Umfeld der Technologien für Enterprise Content Management und Dokumentenmanagement. Insgesamt standen zehn Produkte zur Wahl, unter denen die Messebesucher, die sich vorab registriert hatten, abstimmen konnten.
Auf den dritten Platz wählten sie das Produkt Appswave Conferencing der Hyperwave Information Management GmbH. Den zweiten Platz belegte der Business Logic Provider (BLP) der ELO Digital Office GmbH.
Zum Gewinner des DMS-Innovationspreises wählten die Besucher das Produkt DISC Blu-safe der INCOM Storage GmbH und kürten es damit zur nützlichsten und wertvollsten Innovation des Jahres. INCOM habe die Archivtechnologie der Rechenzentren bezahlbar gemacht, sowohl für kleine Unternehmen als auch für Privatanwender, hieß es in der Laudatio der Koelnmesse. dk
Der Anbieter von Lösungen für Intelligent Document Processsing, Elsag, trägt seit dem 1. September 2008 den Namen Scalaris. Mit dieser Namensänderung ist gewährleistet, dass es zu keinen Verwechslungen mit der früheren Muttergesellschaft Elsag Datamat kommt, heißt es in einer Pressemitteilung. Scalaris bietet bevorzugt auf Basis der Software von IBM Filenet und Autonomy individualisierte Lösungen für Banken und Versicherungen, Pharma- und Transportunternehmen an. Scalaris hat aktuell 104 Mitarbeiter, Entwicklungszentren in Bratislava und Indien und vertreibt in der Schweiz vornehmlich direkt, während in anderen Ländern die Lösungen über Partner angeboten werden. dk

19.200 Fachbesucher der DMS EXPO füllten an drei Tagen die Halle 7 der Koelnmesse.
Das Interesse an
Dokumentenmanagement oder Enterprise Content Management ist ungebrochen. 19.200 Fachbesucher kamen in die Halle 7 der Koelnmesse zur diesjährigen DMS. Die nach Gartner-Zahlen in Deutschland führenden Unternehmen Open Text (Marktanteil 32 Prozent), IBM (25 Prozent) und EMC (neun Prozent) waren in Köln unterschiedlich präsent. Während IBM sein Angebot auf einem großen Stand präsentierte und seine Anwendertagung einen Tag vor Beginn der DMS ebenfalls in Köln abhielt, hatte Open Text einen „normalen" Messeauftritt. EMC dagegen verzichtete weitgehend auf sein Erscheinen in Köln. Interessanterweise machte sich Internet-Gigant Google bei den Fachbesuchern mit Lösungen für Unternehmen bekannt, auch Oracle präsentierte seine Lösungen erstmals in Köln.
Werner Rieche, Sales Director bei Open Text gab, sich gegenüber dem is report überzeugt, dass Enterprise Content Management ein strategisches Thema sei, das auch strategische Entscheidungen erfordere. Er sieht auch in den kommenden Jahren enormes Potenzial dafür, dass Open Text die Anzahl seiner Kunden von aktuell 46.000 weltweit weiter steigern werde.
Compliance gibt es nicht von der Stange
„Compliance kann man nicht von der Stange kaufen“, sagte Ulrich Leuthner, bei IBM Program Director ECM mit weltweiter Zuständigkeit. Aber die Digitalisierung von Geschäftsprozessen „ist ein erster, wichtiger Schritt“ auf dem Weg zu Compliance. Alle Lösungen, die IBM anbiete, dienten daher auch der Compliance, auch wenn vordergründig Themen wie E-Mail-Management oder Records Management behandelt würden. Leuthner wies darauf hin, dass Compliance in jedem Land eine andere Priorität habe. So sei das Interesse in Asien derzeit besonders groß, weil die Unternehmen hier einen Nachholbedarf diagnostiziert hätten.

Die Aussteller versprechen Euphorie bei Nutzung ihrer Lösungen – die Fachbesucher brauchen zunächst Konzentration bei der Durchsicht der vielfältigen Angebote.
Add-On-Paket für MOSS
In vielen Gesprächen auf der DMS war der Microsoft Office Share Point Server (MOSS) ein wichtiges Thema. Peter Fischer, bei Microsoft Deutschland verantwortlicher Produktmanager für MOSS, freut sich, dass viele Unternehmen jetzt Projekte zu vielen Themen, unter anderem für Dokumentenmanagement, unter Nutzung von MOSS starten. Er sieht MOSS als Basis für das „Enterprise 2.0“, auch wenn dieses Hype-Thema aktuell arg strapaziert werde. Eine neue Version von MOSS erwartet er zusammen mit dem Release von Office 14 im Herbst 2009.
Der Anbieter d.velop stellte auf der DMS seine neue Produktlinie ECSpand vor. Dabei handelt es sich um ein „Add-On-Paket aus Services und Solutions“, das MOSS zu einer „vollständigen Informationsdrehscheibe“ für Dokumentenmanagement „veredeln“ soll. Der für ECSpand verantwortliche Bereichsleiter, Martin Hülscher, nannte als Einstiegspreis 70 Euro pro Client-Access-Lizenz (CAL) von MOSS. Schnittstellen, etwa zu SAP, kosten zusätzlich einmalig etwa 3000 Euro. Damit sei die Kombination von ECSpand und MOSS über 30 bis 40 Prozent günstiger als funktional vergleichbare „herkömmliche Systeme für Dokumentenmanagement“. Der Anbieter aus Gescher hat auch schon erste Projekte mit der neuen Produktlinie erfolgreich abgeschlossen. Hülscher nannte als Beispiel ein Patentportal beim Stahlhersteller Arcelor Mittal.
Neuer Client dank Eclipse
Die COI GmbH zeigte in Köln erste Funktionen ihres neuen plattformübergreifenden Clients, der mit den Open-Source-Entwicklungswerkzeugen Eclipse realisiert wird. Gegenüber der Entwicklung mit Java glaubt COI-Geschäftsführer Andreas Schwarze zwei Jahre Entwicklungsaufwand einsparen zu können. Zu sehen war eine Benutzeroberfläche, die sich an Windows Vista anlehnt. Das neue Frontend sei einfach zu integrieren und eigentlich eine Middleware, sagte Schwarze gegenüber dem is report. Es ermögliche den zentralen und universellen Zugriff auf alle Dokumente und Datenquellen in einem Unternehmen, unabhängig vom verwaltenden System. Der COI-Geschäftsführer freute sich über den Neukunden Alcatel und darüber, dass die GEMA eine Unternehmenslizenz von COI-BusinessFlow, dem Dokumentenmanagement-System erworben hat. Als Hauptgrund für die Entscheidung von Großunternehmen zugunsten des Anbieters aus Herzogenaurach nennt Schwarze, die herausragende Technologie seiner Produkte, die Robustheit auch unter Last beweise, und betont, dass bei etwa der Hälfte der Kunden die COI-Lösungen unter den Betriebssystemen Unix oder Linux laufen.
Eingangspost digitalisieren …
Ein wichtiges Thema auf der DMS war auch die Digitalisierung der Eingangspost und die automatische Klassifikation von gescannten Dokumenten zur schnelleren Weiterbearbeitung in den nachgelagerten Anwendungen. Für Rolf Schröder, Vorstand der Docutec AG, „ist die Welle für Input Management erst am Entstehen“.
So stellte der französische Anbieter ITESOFT mit der Software ITESOFT.FreeMind Enterprise eine Lösung vor, die die Verarbeitung eingehender Dokumente wie Bestellungen, Rechnungen, Aufträge, Verträge oder Bewerbungen sowie den allgemeinen Schriftverkehr automatisiert. Eine Besonderheit der neuen Software ist die Analyse und das Erkennen von handschriftlichen Briefen. Dazu werden die Texte in einzelne Buchstaben zerlegt und nach Schlüsselwörtern klassifiziert. Voller Stolz berichtet der Chief Executive Officer (CEO) von ITESOFT, Philippe Lijour, gegenüber dem is report, dass die französische staatliche Krankenversicherung CNAM TS einen Auftrag von 1,8 Millionen Euro an ITESOFT erteilt hat, um täglich etwa 500 000 eingehende Dokumente automatisch zu erfassen, zu klassifizieren und zu indizieren. Nach Lijours Worten lohnt sich der Einsatz von ITESOFT.FreeMind Enterprise ab einem Posteingang von 1000 Dokumenten pro Tag. Große Potenziale für die Lösungen von ITESOFT sieht der CEO insbesondere bei B-to-C-Unternehmen wie Versicherungen, Krankenkassen oder Telekommunikationsunternehmen. Die Digitalisierung der Eingangspost sei der Einstieg in die Verbesserung der Geschäftsprozesse, was zu einer höheren Kundenzufriedenheit führe.
ReadSoft stellte in Köln die neue Version 6.1 seiner Lösung Classify & Index vor. Diese Lösung verarbeitet in einem System eingehende Dokumente aus allen Eingangsquellen und in beliebigen Formaten – also neben Papierdokumenten auch Faxe, E-Mails, XML- oder PDF-Dateien. Diese Dokumente werden automatisch als Rechnungen, Bestellungen oder beispielsweise Adressänderungen klassifiziert und dann dem entsprechenden Geschäftsprozess zur Weiterverarbeitung zugeordnet. Neu in der Version 6.1 ist die Bearbeitung semistrukturierter Dokumente. Für Günter Brettschneider, Vice President Consulting bei ReadSoft, ist weniger die Menge der eingehenden Dokumente für den lohnenden Einsatz der Lösung entscheidend. Vielmehr muss es Ziel sein, durch automatische Verarbeitung beim Dokumenteneingang die weitere „Produktionsstrecke“ direkt anzusteuern.

362 Ausstellern aus 13 Ländern präsentierten sich in Köln auf der DMS EXPO 2008.
… und gleichzeitig signieren
Das Satz-Rechen-Zentrum (SRZ) Berlin präsentierte auf der DMS mit Crosscap eine neue Softwarelösung für die automatisierte Dokumentenerfassung. Alleinstellungsmerkmale sind nach Aussage von Angelo Grodzki, beim SRZ Berlin für Marketing & Sales verantwortlich, ein in der Preisklasse bis 1000 Euro einzigartiges Ausstattungspaket und eine einfache Bedienung. So verfüge Crosscap neben umfangreichen Funktionen für das Scannen und Bearbeiten der Dokumente auch über ein integriertes Signatur-Modul. Durch eine Signatur wird die Übereinstimmung der digitalen Dokumente mit dem ursprünglichen Papierdokument bestätigt. Dies erhöht im Streitfall den Beweiswert des digitalen Dokumentes. Die digitalen Signaturen vergibt Crosscap mit einem Signatur-Modul der Secrypt GmbH am Ende des Erfassungsprozesses. dk