Sie sind hier:
Startseite
Business Intelligence (BI)
„Self Service
Business Intelligence – das ist die große Änderung beim SQL Server 2008 R2", berichtet Donald Farmer, Principal Program Manager Business Intelligence bei Microsoft. Der Funktionsbaustein Self Service Analysis sei eng mit MS Excel 2010 verknüpft, während das Self Service Reporting mit dem Report Builder weiter ausgebaut wird. Das Release 2 des MS SQL Server soll Mitte nächsten Jahres zur gleichen Zeit wie MS Office 2010 erscheinen. Aktuell verfügbar ist das Community Technology Preview zum Download im Internet.
„Mit Excel 2010 erstellen Wissensarbeiter ihre eigenen Analysen ohne Unterstützung der IT-Abteilung", erklärt Farmer. Der Funktionsbaustein Self Service Analysis ermögliche es den Anwendern, die Informationen aus dem Data Warehouse mit externen Daten zu verknüpfen, die beispielsweise von Marktforschern kommen.
Über das mit der In-Memory-Technik arbeitende Add-In Power Pivot (Projektname: Gemini) könne MS Excel riesige Datenvolumina aus einem Data Warehouse oder anderen Datenquellen ad hoc analysieren (siehe dazu auch is report 9/2009 auf Seite 8). Der Funktionsbaustein Self Service Reporting dient der Visualisierung der Ergebnisse. Die fertigen Berichte lassen sich über den MS Sharepoint Server im Unternehmen verbreiten.
Da die unternehmensweite Standardsoftware (ERP) MS Dynamics NAV und MS Dynamics AX den MS SQL Server als Datenbank nutzen, sind dort die Business-Intelligence-Funktionen direkt integriert. Microsoft zielt aber auch auf Kunden anderer ERP-Hersteller.
Ein Beispiel dafür ist der Konnektor, der die Reporting Services mit SAPs Business Warehouse verknüpft: „Power Pivot kann die hinter einem SAP-Report liegenden Daten auslesen und weiter analysieren", erklärt Farmer und ergänzt: „Wissensarbeiter müssen dafür gar nichts vom dahinter liegenden ERP-System verstehen. Sie arbeiten in Excel, einem Tool, das sie sehr gut kennen."
Business Intelligence steht nach Aussagen der SAP-Benutzervereinigung DSAG bei SAP-Anwendern derzeit hoch im Kurs. Nach wie vor kritisieren viele Anwender allerdings die Erhöhung der Support-Gebühren für SAP-Software. Gartner-Analyst Thomas Otter vermutet daher, dass einige Unternehmen beim Thema BI nach Drittanbietern Ausschau halten.
Der SQL Server 2008 R2 stellt mit seiner BI-Erweiterung ein solches System dar. Finanziell sei es interessant, da für die BI-Funktionen keine zusätzlichen Lizenzgebühren anfallen. Um alle Funktionen zu nutzen, müssen Anwender allerdings auf MS Office 2010 umsteigen.
SAP-Anwendern stehen jedoch Zusatzgebühren ins Haus, wenn sie mit den MS Reporting Services Daten aus dem SAP Business Warehouse auswerten. „Unsere SAP NetWeaver-OpenHub-Lizenz kommt immer dann zum Einsatz, wenn Daten aus einem SAP NetWeaver Business Warehouse an einen Benutzerkreis außerhalb der SAP-Systeme extrahiert werden, die wir nicht kennen", erklärt Fred Stöckler, Lizenzexperte bei dem Softwarekonzern SAP, das Preismodell und ergänzt: „Die Gebühr hierfür beträgt pauschal 250 000 Euro und betrifft ausschließlich das Produktivsystem, nicht aber Entwicklungs- und Testinstanzen."
Microsoft hat noch ein weiteres Feature im Angebot, um den SQL-Server für SAP-Anwender interessant zu machen: „Wir haben die Kompression relationaler Daten verbessert", berichtet Farmer. „Somit können wir mehr SAP-Daten auf kleineren Servern verarbeiten. Das bringt einen deutlichen Kostenvorteil."
Das Finanzargument zieht, wie Tobias Schmidt, Product Manager SQL Server bei Microsoft Deutschland, von einem Projekt berichtet: „Der TÜV Nord ist von Oracle auf den Microsoft SQL Server umgestiegen und hat dabei eine Gesamtkostenersparnis von 37 Prozent erzielt." Ein spezielles Migrationsangebot erleichtere SAP-Kunden diesen Wechsel. Unterstützung leisten dabei entweder Microsoft direkt oder spezialisierte Partner wie Realtech. jf