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Business Intelligence (BI)
Ihr Chef, Ambuj Goyal, erläuterte in seiner Keynote auf der IBM Information on Demand Conference die Evolution von Business Applications. In seiner Grafik teilt sich dieser Markt zukünftig auf in Business Optimization und Business Automation.
Was steckt dahinter?

Rob Ashe war von 2004 bis 2008 President und Chief Executive Officer von Cognos. Seit der Übernahme von Cognos durch IBM ist er General Manager IBM Business Intelligence & Performance Management mit Zuständigkeit für den Unternehmensbereich IBM Cognos.
In der Vergangenheit investierten Anwender viel in die Sammlung von Daten durch Transaktionssysteme und durch Anwendungen für Enterprise Resource Planning. Diese Investitionen dienten Business Automation. Es sollten Geschäftsprozesse automatisiert werden, die sich von Unternehmen zu Unternehmen nur wenig unterscheiden. IBM und auch der Geschäftsbereich IBM Cognos glaubt, dass Unternehmen mit der Automatisierung langsam zum Ende kommen. Sie wenden sich der Frage zu, wie die Geschäftsprozesse und damit die Performance optimiert werden können. Das Wachstum im Markt für Business Intelligence und Performance Management resultiert zu einem guten Teil aus vorgefertigten Anwendungen, beispielsweise für Betrugserkennung, Optimierung des Kundenservice oder den Personaleinsatz.
Software, sogar Business-Intelligence-Software von etablierten Herstellern wie MicroStrategy, ist mittlerweile kostenlos erhältlich. Was ist Ihre Antwort auf diese Marktentwicklung?
Ein Sprichwort lautet: Es ist schwierig, mit kostenloser Software Geld zu verdienen. (lacht) Bereits Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts gab es Anbieter, die versucht haben, sich ihren Markt zu schaffen, indem sie ihre Software verschenkten. Geblieben sind aber nur die Anbieter, die für ihre Lösungen immer Geld verlangt haben.
Die Anwender verstehen, dass der Wert einer Software ihrem Preis entspricht. Sie verstehen, dass es sich um ein Gimmick handelt. Die reinen Softwarekosten betragen etwa zehn Prozent der Gesamtkosten eines Projekts, wozu ja auch die Implementierungskosten und Kosten für Service oder Wartung gehören. Das Verschenken von Software betrachte ich als Marketing-Stunt.
Aber sogar Großunternehmen implementieren Open-Source-Business-Intelligence-Tools, weil sie in der Krise kein Geld ausgeben wollen. Ist das eine Bedrohung für das Geschäftsmodell der IBM Software Group?
Wir beobachten den Markt für Open-Source-Business-Intelligence-Tools bereits seit längerem. Es gibt einige Anbieter, die diese Tools mit eigenem Label vertreiben. Ich kenne aber nur sehr wenige Anwenderunternehmen, die diese Tools verwenden. Wie gesagt sind die Kosten für Softwarelizenzen nur ein geringer Teil der Gesamtkosten. Unternehmen achten eher auf den Service und verlangen fertige Business-Intelligence-Anwendungen und -Lösungen anstatt nur eine technologische Massenware (technology commodity). Hinsichtlich Business Intelligence hat das Thema Open-Source-Software nach meiner Beobachtung in großen Unternehmen nur wenig oder praktisch keine Bedeutung.
Für das Performance Management bietet IBM Cognos die von Ihnen angesprochenen vorgefertigten Business-Intelligence-Anwendung an.
Allerdings hat Microsoft dieses Jahr die Weiterentwicklung des PerformancePoint Server unter anderem mit dem Argument eingestellt, dass sich diese vorgefertigte Anwendung auf einer globalen Basis nicht entwickeln und vertreiben lasse, weil es in jedem Land
Unterschiede hinsichtlich Planung und Konsolidierung gebe. Was sind die Pläne für die vergleichbaren Anwendungen Cognos Planning und Cognos Controller?
Weiter zu investieren. Microsoft hat den Markt nicht verstanden und deshalb verlassen. Es handelt sich bei Lösungen für die Unternehmensplanung oder Konsolidierung um komplexe Anwendungen. Das ist nicht Excel.
Es gibt allerdings viele Anforderungen und Nachfrage aus den Finanzabteilungen, denn die vorhandenen Anwendungen sind alt sowie wenig flexibel und agil, zum Beispiel beim Thema Planung. Der Input wird schneller benötigt, Planzahlen werden häufiger vom Top-Management vorgegeben und müssen mittels Szenarien auf die Unternehmensbereiche heruntergebrochen werden. Das gibt uns gute Absatz- und Einsatzmöglichkeiten für unsere Produkte und also investieren wir weiter.
SAP hat mit dem SAP Business Objects Explorer eine Appliance für Business Intelligence vorgestellt, die mit Schnelligkeit der Analyse dank sehr guter Performance der verwendeten In-Memory-Datenbank punkten will.
Was tun Sie zur Verbesserung der Performance ihrer Business-Intelligence-Anwendungen?
Vor etwa einem Jahr machten wir ein großes Investment und akquirierten den Anbieter Applix mit der In-Memory-Datenbank TM1, die insbesondere in Europa sehr populär ist. Wir kauften dieses Produkt, weil wir den Bedarf nach schnellen Analysen, What-If-Szenarien und allgemein kurzen Antwortzeiten erkannten. Die In-Memory-Datenbank TM1 ist wahrscheinlich sogar der Marktführer.
TM1 war aber nicht als In-Memory-Datenbank bekannt, sondern wurde als OLAP-Datenbank vermarktet.
TM1 war schon immer eine In-Memory-Datenbank. Dank preiswertem Arbeitsspeicher und 64-Bit-Technologie war es plötzlich soweit, dass eine In-Memory-Datenbank in verfügbaren IT-Umgebungen signifikante Vorteile bot. Entscheidend für das gestiegene Interesse der Anwender an dieser Technologie sind die gesunkenen Kosten für Speicherchips.
Das Investment in Applix hat sich also gelohnt?
Absolut. TM1 wird ein Schlüsselelement unserer Lösungen.
Was ist an neuen Lösungen von IBM Cognos zu erwarten?
Unser Portfolio an vorgefertigten Applikationen für Business Intelligence ist stark gewachsen. Wir werden Applikationen vorstellen, etwa zum Thema Supply Chain und Customer Analytics. Für informationsbasierte Applikationen im Segment Business Intelligence und Performance Management haben wir jetzt auch eine eigene Business Unit eingerichtet.
Ich sehe hier Ihren Blackberry auf dem Tisch. Vor etwa 18 Monaten haben Sie mit Cognos Go! Mobile Business-Intelligence-Anwendungen für den Blackberry vorgestellt. Was ist daraus geworden?
Das neue Update ist jetzt um Funktionen für Location Intelligence ergänzt worden, so dass die Anwendung weiß, wo der Anwender sich gerade befindet. Wenn dieser also einen Bericht anfordert, liefert die Anwendung einen für den Aufenthaltsort relevanten Bericht. Es ist ein sehr populäres Produkt, denn Anwender wollen, dass Business Intelligence auf allen ihren Endgeräten verfügbar wird. Cognos Go! Mobile läuft jetzt auch auf Geräten mit dem Symbian-Betriebssystem und – obwohl noch nicht offiziell angekündigt – zumindest in unseren Laboren auch auf dem iPhone. Wir investieren also weiter in dieses Produkt. dk