Hilti beschleunigt das Reporting mit HANA

Ausgabe 04/2011

Projektbericht In-Memory-Datenbank: Hilti beschleunigt das Reporting mit HANA

Im Pilotprojekt mit der In-Memory-Datenbank HANA zeigt sich Hilti von deren Tempo begeistert. Die von SAP formulierte Fusion von Transaktions- und Analysedatenbank steht aber im Moment noch nicht an.

Bei Hilti,

einem Hersteller von Befestigungstechnik und Bohrhammern, erstreckt sich das Reporting über die gesamte Wertschöpfungskette vom Verkauf über Logistik bis hin zu Finanzen und Personalplanung. Bislang hatte das Unternehmen die unternehmensweite Standardsoftware SAP ERP 6.0 sowie die Analyse-Applikation SAP BW 3.5 im Einsatz. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt soll in diesem Jahr SAP HANA zusammen mit einem Upgrade auf SAP BW 7.3 und SAP Business­Objects 4.0 eingeführt werden.
Die HANA-Appliance hält sämtliche Daten im Hauptspeicher. Christian Ritter, Head of PCC HR, Finance & Reporting, Global IT bei Hilti, zeigt sich von der hohen Geschwindigkeit sehr angetan: „Wir haben eine Kundendatenbank mit neun Millionen Einträgen. Bislang dauerten Extraktion, Transformation und Auswertung zwei bis drei Stunden. Mit HANA ist der gesamte Prozess in zwei bis drei Sekunden erledigt.“ Ritter hat für Hilti in einem In-Memory-Pilotprojekt Customer Contact Lists aufgesetzt, aus denen Vertrieb und Marketing sehr schnell Kundendaten extrahieren.

Reports werden zur Laufzeit in drei Sekunden berechnet

ngesichts der kürzeren Verarbeitungszeit stehen die Auswertungen künftig den Mitarbeitern schneller und auch öfter zur Verfügung: Wegen der langen Laufzeit der Reports waren bisher bei Hilti zwölf Server rund um die Uhr damit beschäftigt, die Berichte vorzukalkulieren, um sie dann schnell ausliefern zu können. „Wenn die Fachabteilung an jedem Monatsersten einen neuen Report wollte, mussten wir zunächst einen freien Zeitslot suchen“, berichtet Ritter. „Dann konnten wir den Bericht möglicherweise erst am vierten oder fünften Tag des Monats ausliefern. Mit HANA führen wir alle Anfragen zur Laufzeit aus.“
Auch der Business-Intelligence-Analyst Wolfgang Martin lobt die Einsparungen, die mit SAPs In-Memory-Datenbank möglich sind: „Große Unternehmen können in ihrer Business-Intelligence-Mannschaft mit HANA leicht zwei bis drei Leute einsparen. Sie müssen nämlich nicht mehr mühselig Aggregate bauen, welche die Abfragen vorgefertigt ablegen. Außerdem gewinnen die Fachabteilungen an Flexibilität, wenn sie jede Abfrage sofort ad hoc stellen können, ohne damit das System lahmzulegen.“
Die hohe Geschwindigkeit sowie die enge Integration in die Analyse-Front­ends von SAP BW erwiesen sich laut Ritter im Pilotprojekt als voller Erfolg. Einem Ausbau steht nun nichts mehr im Weg. Bislang läuft Hiltis HANA-Implementierung in einem SAP-Rechenzentrum, auf das die Entwickler über eine abgesicherte Internetverbindung zugreifen. Im zweiten oder dritten Quartal dieses Jahres soll die In-Memory-Datenbank im Rahmen eines Updates der Business-Intelli­gence-Systeme bei Hilti inhouse installiert werden.

Fusion von Transaktions- und Analysedatenbank als Vision

SAP-CTO Vishal Sikka hat im vergangenen Jahr die Vision formuliert, auf längere Sicht die Transaktion- und die Analysedatenbank in HANA zusammenzulegen. Ritter will diesen Weg auf jeden Fall mitgehen: „Die Verschmelzung von Transaktions- und Analysedatenbank öffnet uns den Weg zum Realtime-Reporting.“
Bevor eine solche Zusammenlegung klappen kann, sind einige Hürden zu überwinden: Bislang werden die Daten vor der Analyse aggregiert, transformiert, optimiert und sodann separat abgelegt. Alle diese Funktionen müssen in HANA nachgebaut werden. „Wir brauchen Logik in der Aggregation und Transformation“, erläutert Ritter. „Mit HANA müssen wir die optimierten Daten aber nicht mehr physisch ablegen, sondern können die Operationen zur Laufzeit berechnen.“
Einen konkreten Termin für die Zusammenlegung der Transaktions- und Analysedatenbank hat Hilti noch nicht. „In den kommenden 24 bis 36 Monaten konzentrieren wir uns darauf, HANA einzuführen und die Transaktionsdaten in der In-Memory-Datenbank zu replizieren. Die Fusion beider Datenbanken führen wir erst durch, wenn SAP dafür eine konkrete Lösung anbietet und sich ein solches Projekt bei uns als Business Case rechnet." jf