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Business Intelligence (BI)
Vorsitzender der Jury ist Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer des Business Application Research Center. Die Mitglieder der Jury sind:
- Dr. Wolfgang Behme von der Continental AG
- Prof. Dr. Peter Chamoni von der Universität Duisburg-Essen und Vorsitzender des TDWI Germany e.V.
- Dr. Barbara Dinter von der Universität St. Gallen
- Prof. Dr. Hans-Georg Kemper von der Universität Stuttgart
- Dietmar Köthner, Chefredakteur der Fachzeitschrift is report
- Dr. Wolfgang Martin, unabhängiger Analyst und Ventana Research Advisor
- Dr. Carsten Sapia von der BMW AG
- Hartmut Scholz vom BKK Bundesverband und Sieger des Best Practice Award 2007
- Prof. Dr. Andreas Seufert vom Institut für Business Intelligence und Leiter der Fachgruppe Business Intelligence des Internationalen Controller Verein e.V.
- Andreas Stilger von der DekaBank und Gewinner des Best Practice Award 2005
- Richard Vizethum von der Quelle GmbH und Gewinner des Best Practice Award 2008

Diese schmucke Trophäe vergab eine Expertenjury während der CeBIT auf dem FORUM Business Intelligence und Business Process Management im Rahmen einer spannenden Endausscheidung.
ZEHN
Anwenderunternehmen hatten dieses Jahr ihr Projekt zur Begutachtung durch eine hochkarätig besetzte Expertenjury eingereicht. Drei Unternehmen, die DyStar Textilfarben GmbH, die Telefónica o2 Germany GmbH & Co. OHG und die Fraport AG schafften es in die Endausscheidung. Alle drei Finalisten zeigten auf der CeBIT im FORUM Business Intelligence und Business Performance Management ganz unterschiedliche Best Practices für Business-Intelligence-Projekte: DyStar Textilfarben hat eine sehr erfolgreiche fachanwendergetriebene Lösung für das Berichtswesen mit kurzen Implementierungszeiten und niedrigem Mitteleinsatz realisiert. Telefónica o2 Germany optimierte mit Hilfe einer Business-Intelligence-Lösung die Erfolgsmessung seiner Marketingkampagnen durch den Einsatz statistisch-mathematischer Verfahren zur Plausibilisierung und Signifikanzbewertung der Ergebnisse. Die Jury entschied sich letztlich für das Business Intelligence Architecture Framework (BIAF) der Fraport AG. Diese prozessorientierte Business-Intelligence-Lösung ermöglicht die Steuerung des operativen Geschehens auf dem Flughafen Frankfurt, einem der größten Luftverkehrsdrehkreuze in Europa. Den Lesern der Fachzeitschrift is report wurde das Siegerprojekt des diesjährigen Best Practice Award Business Intelligence bereits in der Ausgabe 1+2/09 präsentiert. Der Bericht steht hier zur Verfügung.
Die Jury begründete ihre Entscheidung mit dem anspruchsvollen Konzept, Daten aus verschiedensten heterogenen Quellsystemen des Flughafens „Near-Real-Time" zu integrieren und für die kurzfristige Steuerung kritischer Geschäftsprozesse bereitzustellen. Traditionelle, vergangenheitsbezogene Auswertungsmöglichkeiten ergänzt das Fraport-Projekt damit um eine gegenwartsbezogene Steuerungsmöglichkeit laufender Prozesse, was in der Folge wichtige Qualitätskennzahlen des Flughafens wie Pünktlichkeit oder kurze Abfertigungszeiten verbessert.
Wie der Jury-Vorsitzende Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer des Business Application Research Center (BARC), in seiner Laudatio hervorhob, hat Fraport mit BIAF eine innovative Lösung geschaffen. „Prozessorientierte Business Intelligence ist ein neues Anwendungsfeld. Fraport zeigt sowohl technische Best Practices in der Umsetzung dieser komplexen Applikation als auch eine sehr gute Anwenderorientierung durch fortgeschrittene Visualisierung, eine Prognoseunterstützung sowie zielgruppenspezifisch aufbereitete Anwendungen", sagte Bange.
„Wir haben BIAF über mehrere Jahre aufgebaut. Aus kleinen Anfängen ist durch die breite Akzeptanz der Nutzer das Management-Informationssystem der Fraport geworden", freute sich Dieter Steinmann, Leiter Business Intelligence, der den Preis entgegennahm. „Der Best Practice Award ist eine Auszeichnung für unser ganzes Team. Wir sind stolz und freuen uns riesig, dass unsere Arbeit über die Unternehmensgrenzen hinaus gewürdigt wird", sagte Dr. Roland Krieg, Chief Information Officer (CIO) bei Fraport.
Die Gewinner des Best Practice Award erhalten – zusätzlich zu Pokal und Urkunde – ein attraktives Genießerwochenende in München – gestiftet von der Caran Zwerger GmbH, Veranstalter des FORUM Business Intelligence und Business Process Management auf der CeBIT: Zweimal zwei Personen aus dem Siegerteam der Fraport AG werden im Hotel Kempinski Vier Jahreszeiten – direkt im Herzen von München – residieren und ein exklusives Menü in den Südtiroler Stuben von Alfons Schuhbeck genießen.

Die zur CeBIT gereisten Vertreter des Siegerteams von der Fraport AG freuen sich nach der Preisverleihung: Dieter Steinmann, Leiter Business Intelligence, Rolf Patotschka, Projektmanager BIAF und Christian Wrobel, Senior Warehouse Architekt BIAF (von links nach rechts).
Das Business-Intelligence-Projekt von DyStar Textilfarben zeichnet sich durch seine ergebnisorientierte und kostenbewusste Vorgehensweise aus. Die Controlling-Abteilung, die das webbasierte System innerhalb kürzester Zeit aufgebaut hat, steuert damit das Monatsreporting und die Jahresplanung für über 50 Konzerngesellschaften. Thomas Seeler, Head of Corporate Controlling bei DyStar Textilfarben, hat das Projekt mit dem lizenzkostenfreien Palo OLAP Server des Anbieters Jedox direkt nach der CeBIT 2008 gestartet und innerhalb einer Woche das komplette Monatsreporting mit dem neuen Tool realisiert.
Die zunächst ausschließlich intern in der Controlling-Abteilung evaluierte Lösung wurde bald vom Top-Management und von anderen Abteilungen nachgefragt. Auf diesen „Pull-Effekt" hatte Seeler spekuliert: „In unserem Projekt wurde der Beweis der technischen Realisierbarkeit gleich am Anfang angetreten, ohne eine Investition zu tätigen. Erst nach Eintreten des Pull-Effekts wurde in Hardware, Softwarelizenzen und Support investiert." Das Reporting wurde inhaltlich ausgebaut und zusätzlich über den Worksheet Server von Jedox als dezentrale Web-Lösung zur Verfügung gestellt.
Die GuV, Kapitalflussrechnung und die Bilanz mit den Ist-Daten auf Gesellschaftsebene sind Inhalte der ausgezeichneten Reporting-Lösung bei dem Chemie-Konzern, der ein großer SAP-Anwender ist. Plandaten und Forecast werden nach Produktgruppen und Business Units dargestellt. Außerdem werden Analysen nach Kostenarten und Bankanalysen durchgeführt. Die Quelldaten stammen aus dem SAP Business Warehouse und dem Tool für die handelsrechtliche Konsolidierung SAP SEM BCS. Der Controllingleiter freute sich, dass „auch die Experten-Jury des Best Practice Awards unsere Vorgehensweise bestätigt." In einem halben Jahr hätten sich die Ausgaben für Hardware, Software, externe Beratung und internen Aufwand amortisiert, berichtete Seeler.
Das Business-Intelligence-Projekt bei Telefónica o2 Germany GmbH bewertet Kundenkontakte aus Kampagnen und Programmen monetär und stellt die Ergebnisse monatlich den Verantwortlichen zur Verfügung, um die Kontakte besser steuern zu können und Optimierungspotenziale aufzudecken. Ziel des Projektes ist es also, alle Ad-hoc-Kampagnen und kontinuierliche Kampagnen sowie Kampagnenprogramme monatlich automatisiert zu analysieren und die Ergebnisse den Produktmanagern und Controllern zur Verfügung zu stellen, um sie bei Planung und Koordination zu unterstützen.
Die Verwirklichung des Projekts begann vor etwa zwei Jahren mit der Entwicklung von analytischen Modellen, deren Berechnung automatisiert und über das Reporting zugänglich gemacht wird. Im Januar 2008 wurde die erste Projektphase erfolgreich abgeschlossen. Hierzu gehört die Bewertung des kurzfristigen und des langfristigen Effekts, den die Kampagne beim kontaktierten Kunden hat.
Für die nächsten Projektphasen sind die Bewertung von Neuverträgen, die als Folge von Kampagnen abgeschlossen wurden, und die Integration von Kosten und Planzahlen geplant, so dass eine komplette Deckungsbeitragsrechnung erstellt wird. Hierfür gibt es bereits Prototypen, deren Automatisierung mit verschiedenen Business-Intelligence-Produkten demnächst ansteht. dk