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Anwendungen mit SAP

Die Blauen von IBM und SAP entwickelten erstmals eine gemeinsame Softwarelösung. Foto: Sven Hansel
Erste Früchte
trägt die engere Zusammenarbeit zwischen IBM und SAP. Die gemeinsam entwickelte Software Alloy soll einen schnelleren und unkomplizierteren Datenaustausch zwischen der Collaboration-Lösung Lotus Notes von IBM und dem Enterprise-Resource-Planning(ERP)-System SAP Business Suite ermöglichen. Die Softwarelösung versetze Anwender in die Lage, aus ihrem E-Mail-Client heraus auf Daten der ERP-Suite zuzugreifen. „Die Lücken zwischen strukturierten und unstrukturierten Daten schließen sich dadurch", erläutert Michael Reh, bei SAP Senior Vice President Information Worker. Alloy fungiere somit als SAP-Frontend.
„Das Gemeinschaftsprojekt setzt seitens IBM mit einem Alloy-Add-On auf dem Lotus Domino-Server auf, anschließend werden die Daten über den Domino-Mail-Server an den Lotus Notes-Client des Anwenders geleitet. In der SAP-Welt greift das Zusatz-Tool auf den NetWeaver Application-Server zu, der wiederum seine Daten aus der Business-Suite und dem NetWeaver Business Warehouse bezieht", erläuterte Krista Hiltz-Kahn, IBM Program Director, den technischen Hintergrund des Kooperationsprojektes.
Durch Alloy sollen sich so auch Workflows vereinfachen und beschleunigen lassen und Entscheidungswege in Unternehmen kürzer werden. Beispielsweise sollen Procurement-Prozesse oder Reisekostengenehmigungen deutlich schneller vonstatten gehen. „Alloy hilft Arbeitsabläufe schneller und auch billiger zu gestalten. Zudem lassen sich so Missverständnisse in der firmeninternen Kommunikation vermeiden", erklärt Kollaborationsexperte David Ferris, Präsident von Ferris Research. Die positive Wirkung dieses im Grunde simplen Tools dürfe laut dem IT-Analysten vor allem dann nicht unterschätzt werden, wenn es etwa um komplexere Abläufe geht, die eine Zeichnungsberechtigung erfordern, wie etwa eine Mittelfreigabe.
IBM hat laut Bob Picciano, General Manager von Lotus, mit SAP ungefähr 30 000 gemeinsame Anwender, deren Bedarf an solch einem Tool groß sei. Allerdings zeigen erste Pilotkunden, dass es eher multinational aufgestellte Konzerne wie etwa Coca-Cola sind, die Gefallen an Alloy finden könnten: „Wir operieren in 200 Ländern weltweit und haben etwa 15 000 Anwender, die auf unserem SAP-System kollaborieren wollen und das am liebsten auch mit mobilen Geräten", berichtet der CIO des Getränkeherstellers, Jean-Michel Ares. Und gerade zu diesem Zweck, etwa beim Abstimmen von umfassenden Marketingkampagnen, ist laut dem Alloy-Pilotkunden ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen SAP- und Collaboration-Software vonnöten. Auch Tom Greene, CIO bei Colgate-Palmolive, erhofft sich von der neuen Software mehr Produktivität und geringere Kosten für das IT-Management: „Möglich ist das, wenn unsere Angestellten einfach auf Reports, Procurement-Daten und Product-Lifecycle-Management-Tools direkt aus ihrem E-Mail-System zugreifen können."
Zum Preis von Alloy hielten sich IBM und SAP bei der Produktpräsentation im Januar auf der IBM-Hausmesse Lotusphere in Orlando noch bedeckt. Alloy soll voraussichtlich ab dem 3. März 2009 verfügbar sein und wird von beiden Unternehmen vertrieben.
Sven Hansel/ hei