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AB JANUAR 2009
wird die SAP ihr Serviceprogramm SAP Enterprise Support auf alle Kunden ausweiten. Die gute Nachricht lautet: Bestehenden SAP-Kunden stehen die erweiterten Dienstleistungen bis Ende 2008 kostenfrei zur Verfügung. Die schlechte lautet: Ab Januar 2009 passt die SAP die Support-Gebühren ausgehend von dem jeweiligen Kundenvertrag – also Standard oder Premium Support – an den Gebührensatz von 22 Prozent für SAP Enterprise Support an.
Die stufenweise Anpassung erfolge über einen Zeitraum von vier Jahren bis 2012. Dies gilt laut SAP für alle Lösungen, die vor dem 1. Juli 2008 lizenziert wurden. So würden die Gebühren für einen typischen Standard-Support-Vertrag von aktuell 17 Prozent im kommenden Jahr für den erweiterten SAP Enterprise Support auf 18,3 Prozent ansteigen.
Das neue Support-Angebot ersetzt bestehende Programme wie SAP Standard Support und SAP Premium Support. Die erweiterte Wartung auf Basis der 5-1-2-Wartungsstrategie für Kunden, die SAP R/3 4.6c und 4.7 einsetzen, hat SAP in Enterprise Support eingebunden und um ein Jahr verlängert. SAP Enterprise Support wurde im Frühjahr zunächst für Neukunden eingeführt.

Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender DSAG, hat noch Gesprächsbedarf mit der SAP wegen der Preiserhöhung.
Bei Branchen-Analysten und der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V stößt die Ankündigung des Softwarekonzerns auf wenig Gegenliebe: „Um die erhöhten Wartungskosten zu kompensieren, müssten Kunden einen zusätzlichen Discount von circa 23 Prozent auf die Lizenzen erhalten. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass dies auch nur annähernd erreicht werden kann, mit entsprechenden Folgen für die Gesamtkosten eines Kunden-SAP-Systems“, erläutert Fernando Fernandez, Executive Advisor bei der Experton Group.
Nils Niehörster, Geschäftsführer und Inhaber der RAAD Research GmbH, sieht die Erhöhung der SAP-Wartungsgebühren ebenfalls kritisch: „Der SAP Enterprise Support enthält nichts, was nicht ohnehin als notwendige Anpassung an die Erfordernisse der heutigen Zeit zu erwarten wäre – gerade in Hinblick auf eine Dienstleistung, in der niemand im Laufe der letzten 20 Jahre das Rad neu erfunden hat“, moniert Niehörster und fügt hinzu: „Ob das eine Preisanhebung der Wartungsgebühren in Höhe von fast 30 Prozent rechtfertigt, ist zumindest fraglich.“
Die DSAG sieht das ähnlich: Das hat für Gesprächsbedarf zwischen der DSAG und SAP gesorgt, schreibt der gemeinnützige Verein in einer Stellungnahme zur Preiserhöhung bei den Wartungsgebühren. „Die Diskussionen sind noch nicht abgeschlossen. SAP hat somit die Möglichkeit, zu verdeutlichen, dass die Erhöhung auf 22 Prozent nicht nur eine Preisanpassung bedeutet, sondern, dass Leistungen geliefert werden, die an den Bedürfnissen der Kunden und ihrer Unternehmensgröße ausgerichtet sind“, fordert Prof. Dr. Karl Liebstückel, Vorstandsvorsitzender DSAG, und fügt hinzu: „Klärungsbedarf besteht darüber hinaus bei der Frage, wie SAP die mit dem Enterprise Support verbundenen gestiegenen Qualitätsanforderungen organisatorisch abdecken will.“
Das Entgegenkommen der SAP, die preisliche Anpassung zumindest in mehreren Stufen vorzunehmen, begrüßt die DSAG. „Die kurzfristige Erhöhung der Wartungsgebühren in einem Schritt wäre für Anwenderunternehmen unter anderem vor dem Hintergrund ihrer bereits erfolgten Budgetplanungen kaum zu leisten gewesen“, betont Andreas Oczko, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DSAG und zuständig für den Vorstandsbereich CCC/Service & Support.
Bei der Preisgestaltung für Großkunden („Large Enterprise“) sei die SAP bereits einem Anliegen der DSAG gefolgt. Laut dem DSAG-Statement verläuft in diesem Segment der Aufwand für die Betreuung und Unterstützung der Kunden nicht linear, sondern degressiv zum Vertragswert. Daher sind Großkunden von der neuen Regelung als Konsequenz der DSAG-Gespräche mit SAP ausgenommen. „Für den Großteil der mittelständischen Unternehmen könnte der Enterprise Support überdimensioniert sein“, lautet aber die Befürchtung des DSAG-Vorsitzenden Liebstückel. Inwiefern sich das neue Konzept für den Mittelstand eignet, aus dem sich ein Großteil der DSAG-Mitgliederbasis rekrutiert, wird den Angaben zufolge noch geprüft.
Aus diesem Grund sei eine gemeinsame Workshop-Reihe von SAP mit DSAG-Mitgliedern aufgesetzt worden, in der anhand von praktischen Beispielen der Nutzen von Enterprise Support gegenüber dem Standard Support verdeutlicht werden soll. „Niemand nimmt gerne Preissteigerungen in Kauf. Deshalb richtet sich unser Augenmerk darauf, zu identifizieren, inwiefern das im Enterprise Support enthaltene Mehrangebot für Kunden zu einem echten Mehrwert führt und ihre Anforderungen abdeckt“, versichert Liebstückel. Erste Ergebnisse sollen gegebenenfalls auf dem DSAG-Jahreskongress in Leipzig (23. bis 25. September 2008) vorliegen.
Positiv wertet die DSAG die Reaktion auf zuvor gegebenes Feedback hinsichtlich älterer Releasestände.
Die Situation von Kunden, die noch auf SAP R/3 4.6c und 4.7 sind, sei insofern berücksichtigt worden, als die erweiterte Wartung für die SAP-R/3-Lösungen entsprechend der 5-1-2-Wartungsstrategie im Enterprise Support enthalten ist und damit nicht gesondert bezahlt werden muss. „Darüber hinaus wurde die erweiterte Wartung für SAP R/3 4.6c um ein Jahr bis 2010 verlängert, was diesem Kundenkreis zusätzliche Flexibilität bietet. Viele dieser Installationen sind gerade im Mittelstand anzutreffen“, erklärt Andreas Oczko. hei