On-Demand-Software

Analysetools erweitern SAP Software

Lange hat die SAP nichts mehr zu Business ByDesign vermeldet. Mit dem Feature Pack 2.0 kommt die Mittelstandslösung voran. Die dicksten Brocken behindern aber weiterhin ihren Erfolg, und die Konkurrenz formiert sich bereits.

Das Feature Pack

2.0 für SAP Business ByDesign (FP 2.0) ist für mittelständische SAP-Kunden in Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien, Indien und den USA verfügbar. Die Lösungserweiterung baut die Funktionalität der On-Demand-Lösung aus und unterstützt laut SAP 35 durchgängig integrierte Geschäftsprozesse.

Gesenkte Nutzungsgebühr

Einen besseren Einblick in ihren Geschäftsbetrieb ermöglichen Anwendern aber die mit dem Feature Pack 2.0 ausgelieferten und in die Mittelstandslösung SAP Business ByDesign integrierten Analysetools von Crystal-Reports-Software und Dashboards von Xcelsius aus dem SAP BusinessObjects-Portfolio. Executive Dashboards visualisieren Leistungsindikatoren und Kennzahlen für die Unternehmenssteuerung, beispielsweise in den Bereichen Cash- und Liquiditätsmanagement sowie Absatzplanung. Führungskräfte könnten die Kennzahlen auf die individuellen Erfordernisse ihres Unternehmens anpassen.

Dienstleistungsunternehmen sowie Firmen aus der Fertigungsindustrie erhalten mit dem FP 2.0 laut der SAP unternehmenskritische Geschäftsprozesse in einer einzigen, integrierten Lösung. FP 2.0 beinhaltet demnach branchenspezifische Varianten von Funktionen wie Kundenbeziehungsmanagement (CRM), Bestell- und Zahlungsprozessen (Order-to-Cash) inklusive automatisierter Fakturierung sowie Beschaffungsprozessen (Procure-to-Pay). SAP ByD biete Funktionalität für Projekt- und Ressourcenmanagement, Zeit- und Ausgabenerfassung sowie Kundendienst und Instandhaltung. Für Anwender, die das System lediglich zur Zeiterfassung und Spesenabrechnung nutzen – beispielsweise Berater eines IT-Dienstleistungsunternehmens – verlangt SAP jetzt eine verringerte Nutzungsgebühr. Die neue Groupware-Integration von SAP Business ByDesign mit Microsoft Outlook und Microsoft Office vereinfache die Zusammenarbeit innerhalb des eigenen Unternehmens sowie die Kooperation mit Kunden, Lieferanten und Partnern. Durch den Einsatz personalisierbarer Features und die Integration neuer Web Services von Drittanbietern könnten Unternehmen ihre Produktivität erhöhen. SAP Business ByDesign wird von SAP in Rechenzentren betrieben, überwacht und gewartet. Bestehende SAP Business-ByDesign-Kunden werden über die "What’s New"-Sektion der Lösung über neue Funktionen der Software informiert und können diese dann gemäß ihren Anforderungen herunterladen.

Massengeschäft nicht in Sicht

Das Feature Pack 2.0 erweitert SAPs Mittelstandslösung Business ByDesign um wichtige Funktionen, die Schwierigkeiten, die einen erfolgreichen Betrieb der On-Demand-Software bislang verhindern, bestehen aber weiterhin. Die Software über das Internet zur monatlichen Miete kämpft weitherin mit Performanceschwächen, und hohen Betriebskosten für den Betreiber SAP. Bislang hat die SAP jeden Kunden ihrer neuen On-Demand-Lösung ein eigenes Blade für jede Software-Instanz spendiert. Das wird sich ändern. Nicht weil die Blades zu teuer sind, sondern die Administrierung jedes Kunden pro Blade. „Wir bewegen uns Richtung Multi Tenancy", bestätigt Rainer Zinow, Senior Vice President ByD Innovation bei SAP, auf der SAP World Tour in Mannheim. Das Core der Mittelstandssoftware würde dann für alle ByD-Kunden stabil bleiben, individuelle Codestrecken der Kunden aber separat vorgehalten werden. Wie die SAP diese Nuss knacken will, verriet Zinow allerdings nicht. Am Ziel, spätestens Ende 2010 mit einer für den Massenmarkt tauglichen Lösung, sprich mit einer für SAP zu vertretbaren TCOs vermarktbaren Lösung, an den Markt zu gehen, halte die SAP aber fest (mehr dazu auf den Seiten 7, 24 und 50).

Oracle-Gründer forciert Konkurrenzprodukt NetSuite

Das Erreichen dieses Zieles ist für die SAP und die Marktdurchdringung von Business ByDesign auch dringend erforderlich. Mit der von Oracle-Chef Lawrence Ellison finanzierten NetSuite des gleichnamigen Herstellers befindet sich bereits ein veritables Konkurrenzprodukt zur SAP-Lösung auf dem Markt – auch in Deutschland.

Im Heimatmarkt der SAP vermarktet der SAP-Dienstleister Alta Via Consulting die ERP-on-demand-Software. Die Zertifizierung nach dem Prüfungsstandard PS 880 des deutschen Instituts der Wirtschaftsprüfer von NetSuite habe laut dem Prokuristen von Alta Via, Peter von Zimmermann, den Startschuss für den Vertrieb in Deutschland gegeben. „NetSuite hat alle auf den gesetzlichen Anforderungen basierenden Evaluierungskriterien hervorragend erfüllt. Wir freuen uns, die Lösung für den Einsatz in Deutschland zertifizieren zu können", erklärt Heiko Jacob, Partner der IT AUDIT GmbH, die die Zertifizierung durchführte.

Zu den Mitgliedern des Instituts zählen sowohl Wirtschaftsprüfer als auch Rechnungsprüfer. Durch diese Zertifizierung werde die Eignung von NetSuite für den Einsatz in regionalen Niederlassungen multinationaler Konzerne in Deutschland oder für Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland bescheinigt. NetSuite OneWorld integriert den Angaben zufolge zentrale Business-Management-Funktionalitäten wie Customer Relationship Management (CRM), Enterprise Resource Planning (ERP) und E-Commerce.

Der Preis für NetSuite setzt sich aus einem Basispreis und einem Preis je Anwender für einen Monat zusammen. Der Basispreis für die Midsize-Edition beträgt beispielsweise 500 Euro pro Monat plus 90 Euro pro Anwender für jeden Monat. Eine Mindestabnahme von 25 Anwendern wie für SAP Business ByDesign gibt es nicht. Der Preis für die SAP-Software beträgt pro Monat und Nutzer 133 Euro. Aufgrund der Mindestabnahme beträgt der Einstiegspreis somit 3325 Euro pro Monat für 25 Anwender.

Unternehmen für die NetSuite in Deutschland konnte Alta Via noch nicht gewinnen. „Wir haben gerade erst mit der Vermarktung angefangen", erklärt von Zimmermann. Der Vertrag wird zwischen dem Kunden und NetSuite geschlossen. Laut Erfahrungswerten mit NetSuite-Projekten in anderen Ländern betrage die Zeit bis zum going-live der Software beim Kunden drei bis sechs Monate. Neben Softwareherstellern wie SAP, Oracle und SoftM/Semiramis bieten in Deutschland bereits auch kleinere Anbieter kaufmännische Software on demand an wie Collmex, MyFactory, Vivio und Lexware. hei