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Anwendungen mit SAP

SAPs CO-CEO Henning Kagermann skizzierte auf der Sapphire, wie eine SOA by design funktioniert.
„Wir verabschieden uns
von den Abkürzungen mit drei Buchstaben“, erklärte SAPs CO-CEO Henning Kagermann auf der europäischen Kundenveranstaltung Sapphire des Softwarekonzerns in Berlin. Gemeint hat er damit nicht den Firmennamen SAP, sondern Abkürzungen für Software- Disziplinen wie ERP (Enterprise Resource Planning) oder CRM (Customer Relationship Management).
SOA by design ermöglicht eine flexible Prozessgestaltung
Unternehmensübergreifende, kollaborative Geschäftsabläufe sollen künftig die Zusammenarbeit im eigenen Unternehmen und mit Dritten verbessern. Von SAP selbst geplante Prozesserweiterungen sind Collaborative Supplier Management, Collaborative Product Design und Collaborative Corporation. Im Repository als Softwaredienste gekapselte Funktionen, beispielsweise der SAP Business Suite, existieren mit neuen Services sozusagen „Side-by-Side“ und sollen im Rahmen einer so genannten „SOA by design“ zu einem Prozess zusammengefügt werden können (siehe Foto oben). „Der Kern der SAP-Software in einem Unternehmen kann so über lange Zeit unverändert bleiben, und Erweiterungen können über die so genannten Enhancement Packages (EhP) eingespielt oder via Side-by-Side neu entwickelt werden“ , erklärt Gartner- Analyst Christian Hestermann. Voraussetzung für „Side-by-Side“ ist aber die neueste Version 7.1 der SAP-Integrationsplattform NetWeaver, die ab Herbst 2008 verfügbar sein soll. Mit SAP NetWeaver Business Process Management und SAP NetWeaver Business Rules Management plant die SAP auch zwei Erweiterungen ihrer Technologieplattform, mit denen Kunden die Strategie für eine Service-orientierte Architektur besser umsetzen können sollen. Viele Geschäftsprozesse sind abteilungs- und unternehmensweit oder über ganze Regionen hinweg standardisiert, andererseits hoch individuell, wenn es um zentrale Wettbewerbsvorteile geht. Gerade letztere sind typischerweise kontinuierlich an veränderte Geschäftsanforderungen anzupassen. Es muss daher eine ideale Kombination aus durchgängigen Kernprozessen sowie innovativen Werkzeugen gefunden werden, um auf Basis vorhandener Komponenten, schnell neue Prozesse zu entwerfen und unternehmensweit einzusetzen, um die Gesamtleistung zu erhöhen. „Die Automatisierung komplexer, anwenderbezogener Prozesse aus verschiedenen IT-Systemen ist bei jedem unserer großen IT-Projekte eine zentrale Herausforderung“, berichtet Bora Uran, Director für Application Architecture bei Colgate, und fügt hinzu: „SAP NetWeaver Business Process Management wird Funktionen zur Modellierung und Ausführung von Prozessen bieten. Dies wird die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsprozessexperten und IT-Entwicklern verbessern.“ Mitarbeiter aus den Fachabtei-lungen können laut SAP mit den angekündigten Business-Process-Management(BPM)-Werkzeugen ohne eigenen Programmieraufwand Prozesse entwerfen und modellieren, anpassen und sofort einsetzen. „So lassen sich Lösungen entwickeln, die unseren Kunden klare Wettbewerbsvorteile bieten“, erklärt Klaus Kreplin, Corporate Officer und Mitglied des Executive Councils der SAP. SAP NetWeaver Business Process Management wurde unter dem Kodenamen „Project Galaxy“ als Teil des SAP NetWeaver Composition Environment (siehe is report 5/2008 ab Seite 17) entwickelt. Die SAP stellt damit eine Umgebung für die Steuerung und den Einsatz komplexer Prozesse zur Verfügung. SAP NetWeaver Business Process Management und SAP NetWeaver Business Rules Management sollen ersten Kunden voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres zur Verfügung stehen. Die allgemeine Verfügbarkeit soll über das erste Enhancement Package für SAP NetWeaver Composition Environment erfolgen, das für Anfang 2009 geplant ist. Entwurf und Modellierung wettbewerbskritischer Geschäftsprozesse sind unternehmensspezifisch. Organisationen können jedoch von den Kompetenzen und bewährten Methoden so genannter Best Practices profitieren, die Experten aus ähnlichen Branchen schon entwickelt haben, um ihre eigenen Projekte zu beschleunigen. Dafür bietet sich die Business Process Expert (BPX) Community (www.bpx. sap.com) an, die Ende 2006 gegründet wurde und heute mehr als 350 000 Mitglieder zählt. Innerhalb der Community können Nutzer von SAP Net- Weaver Business Process Management sich zu Fragen über Enterprise SOA, den Entwurf von Geschäftsprozessen (Business Process Design) und den Einsatz von Geschäftsprozess- Management-Tools austauschen. Zudem erhalten sie Zugang zu Ressourcen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Über die Community können Mitglieder sich auch zu allgemeinen technologischen Trends, Fragen und Problemen austauschen. Geschäftsprozessexperten können zudem bei der Definition und Implementierung neuer oder branchenübergreifender Prozesse kooperieren.

Der Vertriebsaußendienst bekommt mit SAP CRM auf dem Blackberry Informationen und Berichte an die Hand.
Erste Kunden implementieren neue Version von SAP CRM
Die Zukunft soll nicht mehr von Software-Anwendungen mit drei Buchstaben bestimmt werden, für die Gegenwart gilt das aber auch bei SAP noch. So wurde die neueste Version von SAP CRM im Dezember 2007 eingeführt und ist seit Anfang März allgemein verfügbar. Ungefähr 250 Kunden führen laut dem Softwarekonzern SAP CRM 2007 derzeit ein. Kabel BW, Anbieter für Kabelfernse14 www.isreport.de 12. Jahrgang is report 6/2008 anwendungen mit sap Kundenveranstaltung Sapphire hen, Internetdienste und Telefonie in Europa, hat sich beispielsweise für die neueste Version der CRM-Anwendung entschieden. „Wir haben die SAP als Technologiepartner ausgewählt, da diese das Thema Kundenbeziehung ganzheitlich betrachtet und weil uns die Flexibilität, Benutzerfreundlichkeit und Integrationsfähigkeit von SAP CRM beeindruckt hat“, berichtet Dr. Holger Puechert, CFO von Kabel BW. Mit dem Auftragsmanagement für Telekommunikationsanbieter im SAP CRM 2007 können den Angaben zufolge knapp 100 Vertriebsmitarbeiter und mehr als 2000 Vertriebspartner einen einheitlichen Standard bei der Kundenbetreuung über alle Kommunikationswege hinweg – Telefon, EMail, Fax und Post – gewährleisten. Außerdem erhielten die gut 700 Mitarbeiter nun einen umfassenden Einblick in die Kundendaten und -historie und könnten so eine fundiertere und effizientere Kundenbetreuung leisten, unabhängig davon, ob diese Kundenanfragen Telefonie, Fernsehen oder Internetdienste betreffen. Das Unternehmen, das rund 2,3 Millionen Abonnenten hat, plane außerdem, SAP Revenue Management and Contract Accounting, eine branchenspezifische SAP-Lösung für Telekommunikationsanbieter, in sein bestehendes SAP ERP-System zu integrieren. Der Startschuss für das ITModernisierungsprojekt von Kabel BW fiel am 1. April 2008. Ein Team unter der Leitung des Special Expertise Partners movento, zu dem auch Experten von SAP Consulting gehören, ist für die Projektabwicklung verantwortlich. SAP CRM 2007 soll auch Vertriebsmitarbeiter bei Bayer MaterialScience, einem Unternehmensbereich der Bayer AG, unterstützen. Das Unternehmen will das neue Customer-Relationship- Management(CRM)-System in die bestehende SAP Business Suite einbinden. „Das Erscheinungsbild von SAP CRM 2007 hat sofort unser Interesse geweckt, als uns die neue Anwendung auf einer SAP-Veranstaltung im März vorgestellt wurde“, berichtet Kurt De Ruwe, CIO bei Bayer MaterialScience. „Bereits zwei Wochen später stand unsere Entscheidung fest, SAP CRM im Rahmen eines Pilotprojekts zu implementieren. Sobald dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen ist, möchten wir die Anwendung für 2500 Benutzer unternehmensweit einführen. 800 dieser Benutzer werden von ihren mobilen Endgeräten aus direkt auf SAP CRM zugreifen.“
SAP CRM auf dem Blackberry
Den mobilen Zugriff auf Geschäftslösungen von SAP ermöglicht der Softwarekonzern beispielsweise über die BlackBerry-Plattform von Research In Motion (RIM). Als erstes gemeinsames Produkt ist ein BlackBerry-Client geplant, der Funktionen der Kundenmanagement- Software SAP CRM mit den Kernfunktionen des BlackBerry- Smartphones wie E-Mail, Adressbuch und Kalender verbindet. Die neue Anwendung nutze die Push-Technologie des BlackBerry Enterprise Server, um Daten zwischen den Business-Systemen und der mobilen Anwendung automatisch zu synchronisieren. Nutzer von BlackBerry-Smartphones könnten auch ohne Netzempfang mit ihren mobilen Geschäftsanwendungen arbeiten. Ist das Netz wieder verfügbar, würden anschließend alle auf dem Gerät und den Backend-Servern anstehenden Updates automatisch übermittelt, ähnlich dem Prinzip des E-Mail-Versands und -Empfangs auf dem BlackBerry. Unternehmen, die bereits den BlackBerry Enterprise Server sowie SAP-Anwendungen verwenden, benötigen den Angaben zufolge keine weiteren Investitionen, um diese neue Lösung zu implementieren und zu warten. Im Rahmen der Partnerschaft mit SAP werde RIM ein Framework zur Entwicklung mobiler Anwendungen und Workflows für die BlackBerry- Plattform zur Verfügung stellen, das auf dem „BlackBerry Java Development Environment“ basiert. Das Framework diene als Fundament für die Entwicklung weiterer mobiler Anwendungen der SAP Business Suite. „Mobilen Anwendern Zugriff auf Unternehmenslösungen zu gewähren und sie zum Einsatz der Lösungen zu bewegen, war schon immer eine Herausforderung“, erläutert Mary Wardley, Vice President CRM Applications bei IDC. „Die meisten mobilen Lösungen verlangen von Nutzern, dass sie die Software und ihre Funktionen neu erlernen, während das IT-Management zusätzliche, komplexe Infrastrukturen implementieren und warten muss. Eine native Anwendung auf dem BlackBerry zu haben, die dessen Funktionalität erweitert und gleichzeitig die bewährte und bekannte Bedienführung beibehält, wird es für Nutzer deutlich einfacher machen, mit Anwendungen wie CRM zu arbeiten. Daher ist dies eine viel versprechende Partnerschaft mit dem Potenzial, grundlegende Veränderungen zu bewirken.“ Laut IDC wird die Zahl der Nutzer mobiler Anwendungen von 800 Millionen in 2007 (circa 25,7 Prozent der weltweiten berufstätigen Bevölkerung) auf eine Milliarde in 2011 (circa 30,4 Prozent der weltweiten berufstätigen Bevölkerung) wachsen. hei