Update zum Thema SAP Enterprise Support

Am 6. November veröffentlichte die SAP eine Pressemitteilung zur neuen Wartunsstrategie. is report-Redakteur Eberhard Heins hat die wesentlichen Inhalte der neuen Angebote um SAP Enterprise Support auf seiner Blog-Seite veröffentlicht.

Ebenfalls am 6. November hat die DSAG eine aktuelle Stellungnahme zum SAP Enterprise Support veröffentlicht. Auch diese hat is report-Redakteur Eberhard Heins auf seinem Blog kurz dargestellt.

DSAG kritisiert SAP Enterprise Support

"Investitionen kommen auf den Prüfstand"

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. will den ab 2009 verpflichtenden Enterprise Support verhindern. Der Vertreter des Vorstands für Service und Support bei der DSAG, Andreas Oczko, erklärt, warum.

Der DSAG-Vorstandsvorsitzende Karl Liebstückel sieht das Vertrauen in die SAP durch die einseitige Ankündigung des Softwarekonzerns als erschüttert an.

Wie wirkt sich das auf die künftige Zusammenarbeit der DSAG und den dort vertretenen Kunden mit der SAP aus?

Die SAP hat andere Maßstäbe angelegt als bisher. Das werden jetzt sicher auch deren Kunden tun. Investitionsentscheidungen kommen auf den Prüfstand. Das heißt, Kunden werden ganz genau hingucken, wie viel Geld sie in Software investieren und bei welchem Hersteller. Wer sich bei einem Anbieter gut aufgehoben und wohl fühlt, entscheidet sich auch leichter erneut für diesen. Wird die Zufriedenheit einmal enttäuscht, guckt er beim nächsten Mal strenger hin und entscheidet sich vielleicht anders.

Davon profitieren Konkurrenten der SAP?

Der Interviewpartner

Andreas Oczko, stellvertretender Vorsitzender der DSAG, verantwortet das Vorstandsressort Operations/Service und Support der SAP-Anwendergruppe.

Das ist sicherlich Spekulation. Aber wenn sich ein Unternehmen ungeschickt am Markt verhält, kommt das immer auch dessen Konkurrenten zugute.

Hat sich die SAP ungeschickt verhalten?

Ihre Kunden fühlen sich bei dem Thema verpflichtender Enterprise Support, und wie dessen Einführung auf dem Markt ausgerollt wurde, nicht wohl. Die Antwort liegt da, denke ich, auf der Hand.

Auf dem Jahreskongress der DSAG vermittelte sich der Eindruck, dass sich zwei verhärtete Fronten gegenüberstehen. Wie soll da wieder Bewegung hinein kommen?

Erst einmal ist es wichtig, dass man miteinander redet – und zwar über Inhalte. Auch wenn der SAP-Vorstandsvorsitzende bei seiner derzeitigen Position geblieben ist, heißt das nicht, dass wir nicht mehr mit der SAP über den Enterprise Support sprechen. Auch die SAP sagt, dass sie aus diesem Dialog Erkenntnisse gewinnt, die sie in ihrer Enterprise-Support-Strategie verarbeitet.

Aber wäre es dann nicht sinnvoll gewesen, zuerst mit der Anwendergruppe das Gespräch zu suchen und dann das Ergebnis zu verkünden?

Dem stimme ich voll zu. Aber diese Frage kann ich nicht für die SAP beantworten. Wir hätten gerne erst einmal die Gespräche ergebnisoffen geführt, und die SAP hätte dann eine Entscheidung gefällt. Wir führen aber Gespräche mit der SAP nicht erst seitdem wir von ihr am 11. Juni über den verpflichtenden Enterprise Support informiert wurden, sondern beispielsweise auch schon, als dieser noch optional war.

Die SAP begründet den verpflichtenden Enterprise Support mit der zunehmenden Komplexität der IT-Landschaft. Diese habe die SAP aber nicht zu verantworten. Können Sie dem zustimmen?

SAP erstellt Software und hat damit auch eine Mitverantwortung für die zunehmende Komplexität. Auch wenn Anforderungen an die Software von Kunden kamen, trägt die Verantwortung für deren Entwicklung die SAP.

Die DSAG entwickelt einen Maßnahmenkatalog, um die SAP zu einer Rücknahme des verpflichtenden Enterprise Support zu bewegen.

Die DSAG will die einzelnen Maßnahmen noch nicht bekannt geben, aber in welchem Zeitrahmen ist damit zu rechnen?

Kurzfristig. Wir sind gut vorbereitet.

SAP-Kunden müssen eine Prozessdokumentation für den Enterprise Support erstellen und zwar in Englisch. Ist das sinnvoll?

Im deutschen Mittelstand ist die Standardsprache noch nicht Englisch. Das gilt aber auch für andere Länder. Dazu kommt, dass die Prozesse oft komplex sind. Diese exakt zu beschreiben, bedeutet einen entsprechend hohen Aufwand für SAP-Kunden. Aus Sicht der SAP ist die Prozessdokumentation im Rahmen des Enterprise-Support-Konzeptes nachvollziehbar. Ist einem Unternehmen kein direkter Ansprechpartner aus der Supportmannschaft der SAP zugeordnet, müssen bei einem Problemfall Anhaltspunkte da sein, damit ein SAP-Betreuer beispielsweise schnell erfassen kann, mit welcher Systemlandschaft er es zu tun hat.

Die SAP hat Ende 2007 den Business-Intelligence-Anbieter Business Objects übernommen. Wie wirkt sich das aus?

Business Objects hat sehr interessante Produkte im Portfolio. Wir merken, dass SAP-Kunden sich dafür interessieren. Aber auch hier gilt, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmen muss und eine Roadmap für die einzelnen Produktlinien offengelegt sein muss. hei