Léo Apotheker äußert sich zum Thema Enterprise Support

Klarheit gibt es nach Meinung von Léo Apotheker jetzt auch beim Thema Enterprise Support. Nach seiner Überzeugung handele es sich nicht um ein weiteres normales Support-Angebot, sondern um ein „gate-changing offering in the software industry".Das sagte er am Vortag der Sapphire vor Journalisten in New York. Kein anderer Anbieter „auf diesem Planeten" habe sich mit seinen Kunden zusammengesetzt, um Key-Performance-Indikatoren (KPI) zur Bewertung der Support-Leistungen zu vereinbaren. Die vier KPI sind „Business Continuity", „Business Process Performance", „Protection of Investment" und „Total Cost of Operations". Es gebe auch keinen Anbieter, der versprochen habe, gemessen an diesen KPI den Support in den nächsten vier Jahren um 30 Prozent zu verbessern. Apotheker kommentierte auch eine Äußerung des CEO von SAS, der kritisiert habe, dass SAPs Enterprise Support Anwender am Anbieterwechsel hindere. Kein Anwender von SAP sei gezwungen, Wartungsgebühren zu zahlen. „Wer jedoch eine Lösung von SAS verwendet, muss jeden Monat zahlen", verwies SAPs Vorstandssprecher auf das Lizenzmodell von SAS und fragte spöttisch: „Who is locking in whom again?"

Schließlich gehe es auch beim Thema Enterprise Support, wie bei vielen geschäftlichen Dingen, letztendlich nie um den Preis, sondern um den Mehrwert einer Leistung, so Apotheker. dk

Bericht von der Sapphire 2009

Freuen sich über die neuen Analysemöglichkeiten von SAP Business Objects Explorer: Léo Apotheker (links) und Ian Kimbell.

Klarheit für 86.000 SAP-Kunden mit dem SAP BusinessObjects Explorer

Auf der Sapphire wurde der SAP BusinessObjects Explorer angekündigt, für den Software von SAP und von der SAP-Tochter Business Objects sowie Server von großen Hardware-Anbietern in einem neuen Angebot zusammengefasst werden.

Bereits auf der Sapphire

in Orlando, USA, trat der neue Vorstandsvorsitzende der SAP, Léo Apotheker, ohne seinen Vorgänger Henning Kagermann auf, neben dem er im letzten Jahr formal gleichberechtigt als Co-Vorstandssprecher agierte. Apotheker erläuterte den etwa 10.000 auf der Sapphire anwesenden SAP-Kunden und -Partnern in seiner Keynote, dass die schwere wirtschaftliche Krise zu einer neuen Realität geführt habe. „Unsere 86.000 Kunden brauchen Klarheit. Klarheit ist heutzutage essenziell für den Erfolg von Unternehmen", sagte Apotheker. Erst mit Klarheit gelänge es Unternehmen, sowohl agiler und effizienter zu werden als auch nachhaltig zu handeln.

„Unsere Vision für die Zukunft ist es, dass jeder SAP-Kunde ein ,best run business‘ bekommt", sagte der Vorstandsvorsitzende und bezieht sich damit auf den langjährigen Marketing-Claim der SAP: „Ein ,best run business‘ ist ein klares Unternehmen mit einem klaren Zweck und einer klaren Strategie." Um eben für mehr Klarheit auf allen Ebenen des Unternehmens zu sorgen und schneller Entscheidungen treffen zu können, präsentierte das Walldorfer Unternehmen in Orlando erstmals den SAP BusinessObjects Explorer. Diese neue Lösung nannte Apotheker „iTunes of analytics" und ergänzte mit einem Schmunzeln: „Sogar SAP kann ,cool‘ sein."

SAP BusinessObjects Explorer vereint die Such- und Navigationsfunktionen von BusinessObjects Polestar mit dem SAP NetWeaver Business Warehouse Accelerator (SAP BWA). Beim SAP BWA handelt es sich um eine mit der In-Memory-Datenbank SAP Trex vorkonfigurierte Hardwarelösung, die von HP, IBM oder Dell angeboten wird. Im SAP BusinessObjects Explorer können Anwender über ein Suchfeld Stichwörter eingeben, um nach Daten zu suchen, die ihnen wichtige betriebswirtschaftliche Fragen beantworten. Hierfür sind Spezialkenntnisse nicht erforderlich. Das Werkzeug könne auch von einem Vorstand bedient werden, wie SAPs „Master of Presentation" Ian Kimbell zusammen mit Léo Apotheker während dessen Keynote demonstrierte. Sobald die entsprechenden Informationen angezeigt werden, können Nutzer durch die Daten navigieren und sich auch in tieferen Ebenen per Drill-Down weitere Detailinformationen zu bestimmten Bereichen anzeigen lassen.

Nach Apothekers Überzeugung verändere SAP BusinessObjects Explorer den Weg, wie Entscheidungen in Unternehmen getroffen werden. Dagegen betrachtet Gartner-Analyst Andreas Bitterer die neue Lösung nüchtern als „Versuch, nicht-technische Anwender zu beglücken", was durchaus lobenswert sei. „Es fehlen noch bessere Visualisierungsmöglichkeiten. Die gezeigte Benutzeroberfläche ist ,old school‘", sagte Bitterer gegenüber dem is report. „Natürliche Sprache für Queries zu verwenden, ist nicht neu. Das gab es bereits vor Jahren." Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer des Business Application Research Center (BARC) meint, dass die neue SAP-Lösung einen weiteren interessanten und nützlichen Weg der Ad-hoc-Analyse darstelle, der bereits vorhandene Möglichkeiten zur strukturierten Analyse aber nicht überflüssig mache. Er empfiehlt, das neue Tool einmal online unter create.ondemand.com/explorer/ auszuprobieren, wofür auch eigene Excel-Tabellen hochgeladen werden können.

Hat immer noch keine Zeit zu verlieren: Hasso Plattner gibt in seiner Keynote dem SAP-Management die Richtung vor.

Vishal Sikka, Chief Technology Officer der SAP, wies während der Pressekonferenz auf der Sapphire darauf hin, dass intensiv daran gearbeitet werde, die Benutzeroberfläche der Business-Intelligence-Lösungen von SAP komplett zu überarbeiten. Die aus diesen Entwicklungen resultierenden Produkte seien in den nächsten zwölf bis achtzehn Monaten verfügbar.

Ebenfalls auf der Pressekonferenz zeigte sich Katrina Coyle, Global Information Manager der US-Brauerei Molson Coors und Anwender der Beta-Version des SAP BusinessObjects Explorer, davon überzeugt, dass die neue Datenanalyse-Lösung sich bereits nach drei Monaten amortisiere. Allerdings wurden bei Molson Coors den Anwendern zunächst keine Produktivdaten zur Verfügung gestellt und der SAP BWA wurde von IBM kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Feedback der Anwender in den Fachabteilungen, die keine fünf Minuten Einweisung benötigten, beschrieb Coyle mit den Worten: „Bitte nehmt mir dieses Werkzeug nicht wieder weg."

Vincent Vloemans, Director Global Information Management beim Konsumgüterhersteller Sara Lee, berichtete, dass mit SAP BusinessObjects Explorer an die 300 Millionen Produktivdatensätze analysiert wurden und die Abfragen in Sekundenschnelle zu Ergebnissen führten. Das Feedback der Anwender sei überaus positiv gewesen.

Der SAP BusinessObjects Explorer soll ab Juni zunächst für das SAP Business Warehouse als Datenquelle verfügbar sein. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen mit der Datenanalyse-Lösung auch Datenbanken anderer Hersteller durchsucht werden können. Zu den Preisen oder zum Preismodell gab es in Orlando noch keine Aussagen.

Auch Hasso Plattner, Mitgründer und Vorsitzender des Aufsichtsrates der SAP AG, machte sich auf der Sapphire für das neue Produkt stark: Während seiner Keynote sagte er direkt zu den im Auditorium versammelten Führungskräften der SAP: „SAP BusinessObjects Explorer ist das beste Produkt, was die SAP in den letzten zehn Jahren auf den Markt gebracht hat." Wenn sich das nicht gut verkaufe, seien entweder die SAP-Kunden oder der SAP-Vertrieb die Ursache. „Ich darf aber hier keine Kundenschelte betreiben."

Plattners Keynote hatte den Titel „The Power Of Speed" und behandelte die Geschwindigkeitsvorteile neuer Speichertechnologien. Der SAP-Aufsichtsratsvorsitzende, der als Professor am Hasso-Plattner-Institut und als Gastprofessor an der Stanford University lehrt, analysierte auf einer Excel-Oberfläche die verfremdeten und anonymisierten Daten des größten SAP-Kunden mit einem Demo-System auf offener Bühne. Dazu wurden nach seinen Worten die In-Memory-Datenbank SAP Trex zusammen mit BusinessObjects Polestar direkt über eine SQL-Schnittstelle mit der Tabellenkalkulation von Microsoft verbunden. Die Antwortzeiten waren trotz mehrerer hundert Millionen Datensätze sehr kurz. Wie von SAP-Mitarbeitern zu erfahren war, ist auch damit zu rechnen, dass das Excel-Add-In des SAP BusinessObjects Explorer im Laufe des Jahres als Produkt verfügbar wird. dk